Grand Funk Railroad – das Powertrio aus Flint Michigan

Die 800 m² große Plakattafel (= engl. billboard) mit den Konterfeien der drei Musiker auf dem New Yorker Time Square war nur eine Aktion des GFR-Managers Terry Knight.

Die Plakattafel (übersetzt billboard) am New Yorker Time Square

Dieses Power-Trio aus Flint/ Michigan zog mich schon beim ersten Anhören voll in den Bann, obwohl ich durch meinen Cousin Matthias zuerst das Album des späteren Grand Funk-Quartetts mit Craig Frost an den Keyboards “We ´re An American Band” hörte und dann das Folgealbum “Shining On” rauf und runter spielte.

Was machte Grand Funk Railroad so erfolgreich?

Vor allem der Gitarrist Mark Farner, der zusätzlich E-Piano, Orgel und Harp spielte, zog mich mit seinem Gesang und dem Gitarrenspiel in den Bann. Ich bewunderte seine lange Mähne und diesen muskulösen Oberkörper mit dem Metall-Armreif am Oberarm. Don Brewer (drums, vocals) mit, wie jemand einmal meinte, größten “weißen Afrolook und Mel Schacher (bass), der wunderschöne farbige Hosen trug.

Das riesige Din-A2 – Plakat aus einer deutschen Pop-Zeitschrift ( Bravo war´s nicht!) aus dem Madison Square Garden (1972) hing über Jahre in meinem Zimmer. Grand Funk Railroad war ein Trio mit unbeschreiblichem Drive und Groove im Zusammenspiel. Klar – Mark Farner reglementierte wohl nie für sich ein Gitarrengott zu sein, aber er hatte den Draht zum Publikum, ließ den Funken überspringen und spielte absolut banddienlich. Irgendwie rebellenhaft und unkonventionell. Diese kongeniale Bindung zwischen Band und Publikum kann man beim Anhören der Livescheiben und Betrachten der Live-Videos deutlich spüren. Vor allem bei dem Animals Cover “Inside Looking Out” baute das Trio mit dem treibenden Groove und der bandtypischen Dynamik eine tolle Spannung auf. Grand Funk Railroad wurde vom Publikum geliebt, von den Kritikern der damaligen intellektuellen Musikmagazinen wie Sounds, Rolling Stone und Melody Maker etc. gehasst und zerrissen. Wahrscheinlich war auch in gewisser Weise der Band der Erfolg nicht gegönnt. Denke, dass dies eine große Rolle spielte. Der Neid auf eine Band, deren Mitglieder keine musikalischen Genies an den Instrumenten waren oder vertrackte Musikstücke zum Besten gaben und blitzschnell die größten Stadien füllten. Meine Liebe zu Grand Funk Railroad teilte keiner meiner Freunde (meine drei Cousins mal ausgenommen). Grand Funk Railroad war in den frühen Siebzigern Drive, Schweiß, Emotion und echte Ehrlichkeit in der Liebe zum Publikum: We Are All Brothers and sisters….und ein Statement von Don Brewer verdeutlicht noch eine andere Facette des Erfolgs:

Brewer: “I remember seeing a lot of big groups who thought they were so cool. They’d turn their backs on the audience and play to themselves. I felt insulted. An audience is there to be entertained. They paid for a show, not to see a jam.”

Da wirkte nichts aufgesetzt. Übrigens war 1969 nach zwei Tagen Led Zeppelin Tour mit Vorprogramm Grand Funk Railroad schon wieder Schluss. GFR stahl Led Zeppelin die Show, so dass der Manager Peter Grant Grand Funk Railroad aus dem Vorprogramm schmiss:

Why Led Zeppelin Kicked Grand Funk Railroad Off The Tour (chaospin.com)

“The audience loved us, they just absolutely loved us, and then we went to Detroit, our stomping ground, Olympia. And Led Zeppelin manager Peter Grant comes out and stops the show, he told Jerry, he picks him up by the collar – ‘Stop the show, I’m gonna pull the power.’”

Right after, the promoter Terry Knight comes and literally shoos them out the stage saying ‘due to contractual agreements, Grand Funk has to leave the stage now. Get the hell out of here!’

“We started making exit, all these boos, and then the bottles of whiskey, bottles of wine, bottles of beer. Oh my god, the show stopped right there for an hour and a half before Zeppelin took the stage,” continues Farner telling.

“But that gave time enough for at least half the audience to empty out, and so Mel and I went out and sat in the theater, in the seats about halfway and watch Led Zeppelin for a few songs.”

So, after being kicked off, Grand Funk Railroad frontman also tells what he thinks of comments about Led Zeppelin not being good of a live band. “More theatrics than actual spot-on jamming playing,” says Mark Farner. But even during expressing his agreement to that, you can understand this is not because of what Led Zeppelin did to them, but only his honest opinions from his kind answer.

Ein Augenzeuge berichtet:

I WAS THERE IT WAS COBO HALL DETROIT AND BACKSTAGE THE WIND BLEW AND TE SHIT FLEWW HALF WAY THROUGH GFR S SET GRANT SHUT THE POWER OUT …WHEN TERRY KNIGHT CAME UPON HIM TO TURN THE SHIT BACK ON GRANT GRABBED HIM BY HIS COLLAR AND PULLED HIM OFF THE FLOOR TO HIS EYE LEVEL AND SAID TAKE THE BAND OFF …IMEADIATLY AND THE SHOW WAS NOT CONTINUED!!!!

Dieses Bild hing über Jahre in meinem Zimmer, allerdings in Farbe. Ein super Bild, das den Drive von GFR einfängt.

Der Zerriss in den Medien

Es ärgerte mich wahnsinnig, dass Mark, Don und Mel im damaligen aktuellen Rocklexikon in Zitaten so verrissen wurden: “Überschwindel” (Rolling Stone, New York Times) als gepanschte Cream, als Band, die nur durch 120 dB Lautstärke auffalle oder die Rezensenten nur ” pompöse Mittelmäßigkeit, völligen Mangel an Phantasie, Humor und künstlerischer Empfindsamkeit (Melody Maker) heraushören konnten (Rocklexikon S. 318). Doch die Publikumsresonanz war eine ganz andere. Nach dem Atlanta-Pop-Festival-Auftritt stürmten die Fans die Bühne und trugen die Musiker auf ihren Schultern davon (Circus) . Zudem kam es vor und während der Konzerte zu tumultartigen Szenen.

Die Uschi aus dem Beat-Club präsentiert hier einen GFR-Konzertausschnitt, der die GFR-Manie wundervoll dokumentiert:

1970 gastierte die Band dreimal im Madison Square Garden. Das letzte Mal 1974. Im Vorprogramm war übrigens damals, die in Deutschland nicht unbekannte Suzi Quatro zu sehen. Sie stammt übrigens auch auch wie die GFR-Musiker aus der Regionvon Detroit, nämlich aus dem Vorort Grosse-Pointe.

Dec 18, 1970Grand Funk Railroad / Humble Pie  
Dec 18, 1970Grand Funk Railroad / Humble Pie  
Nov 13, 1970Ten Years After / Buddy Miles Express / Brethren    
Oct 16, 1970Jackson 5  
Sep 19, 1970Led Zeppelin    
Sep 19, 1970Led Zeppelin    
Jun 20, 1970Ginger Baker’s Air Force  
May 13, 1970Creedence Clearwater Revival / Booker T & the MG’s / Wilbert Harrison    
Feb 13, 1970Sly and the Family Stone / Grand Funk Railroad / Fleetwood Mac    

Grand Funk Railroad wurde 1968 von Farner und Brewer, beide aus Flint, gegründet und Schacher aus dem Nachbarort Owosso vervollständigte das Trio. Farner und Brewer hatten bereits bei Terry Knight and the Pack (Mark Farner Bass!) zusammengespielt. Die Band flog aber wegen Terry Knight auseinander, der anscheinend charaktermäßig nicht einfach war. Es verwundert demnach, dass Brewer Terry Knight als Manager, Sprachrohr, Verleger und Produzent verpflichtet, was sich wenige Jahre später rächen wird. Vertraglich wurde ausgehandelt, dass allein Terry Knight in allen Bandangelegenheiten das Sagen hatte. Ein fataler Fehler, der zu diesem Zeitpunkt wohl recht naiven jungen Burschen.

Der Name lautete zunächst Grand Trunk Railroad nach einer Bahnlinie durch Flint. Knight organisierte den ersten Auftritt in Buffalo/ New York.

Ihren Durchbruch erlebten Grand Funk Railroad auf dem Atlanta Pop Festival am 4. Juli 1969, auf dem sie ohne Gage spielten und fälschlicherweise in der Ansage als Grand Frank Railway angekündigt wurden. Ein Jahr später waren sie hier die Headliner! Ermutigt durch das große Faninteresse, sprach Knight anschließend bei Plattenfirmen vor und erreichte, dass Capitol Records die Gruppe unter Vertrag nahm. Ihr erstes Album hieß On Time und beinhaltet die fünf wohl bekanntesten Songs der Anfangszeit: den Opener jedes Konzerts “Are You Ready?” “Into The Sun” “Heartbreaker” “Time Machine” und “T.U.N.C” (rückwärts gelesen ergibt sich das amerikanische Wort für “Fotze”). T.N.U.C war ein 8.43 min. lang und beinhaltete ein Don Brewer Schlagzeugsolo. Hört man das Album heute an, merkt man, dass kaum Overdubs gemacht wurden, teilweise sind auch kleine Verspieler oder Unsauberkeiten auf Band gelassen worden. Knight soll laut Rocklexikon die ersten drei Alben absichtlich verzerrt haben, um den Sound der Livekonzerte und der “6000” Watt-Anlage (Rocklexikon S. 319) authentisch herüberzubringen. Großartige oder lange Gitarrensolos fehlen hier, der Leadsound ist relativ sauber, angezerrt, bisweilen hat Mark Farner ein Fuzz-Pedal verwendet. Als Gitarre hat Mark Farner mit Sicherheit seine grüne Live-Gitarre, eine Eastwood Messenger mit überklebten F-Löchern, verwendet. Als Verstärker verwendeten Schacher und Farner richtige Lautstärke-Monster der Firma West, die mit KT 88 Röhren bestückt waren. In Schachers Verstärker war ein Fuzz- Effekt eingebaut. Der Bass-Sound ist so derart füllend und drückend. Habe allerdings gelesen, dass Humble Pie mit ihren Halfstack – Marshalls lauter gewesen wären. Marks Eastwood-Klampfe war ein sonderbares Teil, aber mit charakteristischen Sound. Noch heute gibt es übrigens die Firma und die veränderte Mark Farner – Gitarre ist erhältlich : Link Messenger – Electric Guitar – Eastwood Guitars.

Das Album “On TIme” wurde in drei Tagen aufgenommen und klingt transparent wie eine Demo-Aufnahme. Unglaublich für damals war auch die Tatsache, dass die Band innerhalb von zwei Jahren sechs Langspielplatten veröffentlichte : On Time – Grand Funk – Closer To Home – Live Album – Survival und E Pluribus Funk

Produktion und Sound der Alben

“Technically each of these half-dozen releases was a disaster to professional earsOn Time sounded dry, lifeless and could almost be mistaken for a set of demos. The cover, with the band holding clocks and various artefacts, was laughable. But somehow through this fog of crass and rank amateurism Grand Funk sounded exciting, intriguing and new

More rhythm and blues than heavy metal, the band proved to be an antidote to the self-indulgent prog noodlings and blatant bubblegum pop of the time. But nothing would ever capture the power of their live shows… 

“There was a rawness,” agreed Brewer. “The pure excitement and energy that we felt on stage went right to the audience. When I listen to the early recordings, you just hear this innocence. Our audience connected with it, but the journalists couldn’t feel it.” 

Grand Funk Railroad – die Arenakönige, die selbst die Beatles übertreffen

Aside from their countless hit singles and albums, Grand Funk Railroad were proving their immense popularity as a live act from the end of the 1960s onwards. In the final month of the decade, for example, they were playing at the Fillmore East in New York; in 1970, they starred at the Cincinnati Pop Festival, then the New York equivalent, sharing the bill with Jimi Hendrix.

Numbers didn’t lie

But on 5 June 1971, even the media representatives who had never liked their populist hard rock style had to concede that GFR had become one of the biggest bands of their generation. The numbers didn’t lie: they sold out their forthcoming appearance at Shea Stadium in New York, breaking the box office record held by The Beatles.

The Liverpool idols first appeared at the stadium in August 1965, to a record audience of 55,600, and then again a year later. The impending Grand Funk concert — with support by Humble Pie — matched that attendance record, but sold out in a mere 72 hours, whereas The Beatles’ show took considerably longer. 55,000 tickets went on sale at 10am that Friday, priced at $4, $5 and $6, and by Monday morning they were gone.

Band manager Terry Knight, talking after a poorly-attended press conference to announce the Shea date, observed the media’s sniffy attitude to the band by saying: “Any person in the business knows that to announce you’re playing Shea Stadium is news…the fact of the matter is, it is news to announce that anybody is gonna play Shea Stadium. But it’s equally big news to announce that no American entertainer in history has ever attempted it before.”

Knight concluded: “It was never our goal to ‘sell out’ Shea Stadium; we just want to fill it with our people.”

Royal Albert Hall und Hyde Park

1971 spielten sie in der ausverkauften Royal Albert Hall, obwohl sie in Großbritannien kein Airplay erhielten. In New York waren die 46000 Tickets für den Madison Square Garden innerhalb von acht Stunden vergriffen. Nach Veröffentlichung des Abums “Survival” konzertierten sie im Londoner Hyde Park vor 100000 Leuten und gingen anschließend auf Europa-Tour.

Alle Alben wurden binnen kürzester Zeit Millionenseller, nicht nur für E Pluribus Funk gab es vor Erscheinen schon über eine Million Vorbestellungen.

Jedoch müssen sie live wirklich, so die Meinung vieler Fans, der Hammer gewesen sein. Wenn man heute die Statements Mark Farners hört, beispielsweise über harte Drogen oder den Konsum von Marihuana spürt man einfach, warum das Publikum die Band liebte.

Wer sich für die zahlreichen Konzerte der Band interessiert findet hier alle Daten zum Teil mit den Setlists:

Grand Funk Railroad Concert Map by year: 1970 | setlist.fm

Die Grand Funk Alben von 1969 bis 1971 im Überblick

ON TIME

Debut-Album wie oben schon erwähnt

GRAND FUNK – das rote Album

GRAND FUNK LIVE

Doppelalbum

CLOSER TO HOME

SURVIVAL

E PLURIBUS FUNK

Eines meiner Lieblingsalben. Fette Gitarren- und Bass-Sounds, rockige Stücke und gesellschaftspolitische Texte.

Footstomping Music – ein Klassiker der GFR-Live-Konzerte. Mark Farner an Gitarre und Orgel. “Come on everybody…let´s have a good time….. everybode gets into the groove…

People Let´s Stop The War – Anti-Vietnam-Kriegs-Song

Upsetter – coole Abmischung im Panorama

I Come Tumbling – eine der rockigsten GFR-Nummern mit schönen Break-Solos, wild, Message liebt eure Brüder und Schwestern….

Save The Land – “Look out for the Land rush….”

No Lies – love, peace and harmony

Loneliness – orchestrales GFR-Werk, der Schluss könnte fast zu einem Karl May-Film passen, textlich geht´s um die Ausbeutung der Erde, Geburtenkontrolle…

Loneliness cries deep from my soul,
Keeps trying to tell me about the world growing so cold.
Too many people trying to take from my earth,
But we can’t live without controlling our birth.Deep inside a voice cries out for you,
It’s not alone ’cause, people, I been cryin’ too.
If we don’t stop what we all see is wrong,
I guarantee you mankind won’t live long.There’s a land, a glorius land,
It’s right here on earth.
Understand what you can from the land,
Your life is it’s worth.
Woah-oh, woah-oh, woah-oh-oh.
Woah-oh, woah-oh, woah-oh-oh.
Woah-oh, woah-oh, woah-oh-oh.To face the problems that everyone’s found,
We must replace what we took out of the ground.
Pray for your brother, let your soul find a way,
Help one another, oh, please listen to what I say.…

Terry Knight – Millionenklagen und Bruch mit der Band

E Pluribus Funk war auch das letzte Album unter der Knechtschaft von Terry Knight. Auf der Rückseite des runden silbernen Geldmünzen-Covers (Grand Funk hatten ab Survival immer besonders gelungene Cover-Gestaltungen) ist übrigens das 55000 Zuschauer fassende New Yorker Shea-Stadium abgebildet, welches binnen 72 Stunden ausverkauft war und GFR damit den Beatles Rekord brachen.

Wie Mark Farner erzählt, verdiente jedes Bandmitglied in den ersten zwei Jahren etwa 350.- $ die Woche. Als die Mitglieder Abrechnungen der Plattenfirma Capitol sahen und sich der überall ausverkauften Arenen erinnerten, zählten die “Naiven” zwei und zwei zusammen (M. Farner). Knight wehrte sich, da er ja der Band den Plattenvertrag vermittelt , Konzerte ausgemacht und große Investitionen getätigt hätte, was ja auch im Knebelvertrag vereinbart war. Unglaublich, wie die Jungs über den Tisch gezogen wurden. Zudem störte sich Knight an Farners politischen Texten und versuchte sie zu zensieren.

“Suddenly the band discovered they were earning minuscule royalties and had also lost a pile of cash in bad investments. Other resentments began to surface involving Knight’s abilities as a producer, and there was a punch-up between Knight and Schacher. The censoring of Farner’s political beliefs became a major bugbear. The barbs (? birds?) began to fly in the public arena, and suddenly the press became interested. 

Farner: “For the first two years we were on a salary of $350 a week. We didn’t realise the amount of money we were making. Then finally we started getting some record royalties and put two and two together.” 

But as far as Knight was concerned, they were coming up with five: “They began to believe their own press. They began believing the absurdity of the statement that they had sold $120 million worth of records. They started to believe my hype.” 

Knight claimed the band hadn’t actually sold out Shea Stadium, although the promoter disagreed. But one thing was certain: the whole scenario was rapidly beginning to turn into a shit sandwich, without the bread. 

Brewer: “All of a sudden this rock’n’roll fantasy was a nightmare. It was your worst dream from Hell.” 

Grand Funk decided that they wanted out straightaway and initiated legal action. 

Knight: “They thought I had the lion’s share [of the money]. I’m the one who got them the record contract, I’m the one who put up the investments, and I’m the one who battled from day one to put them where they were. Here’s a group I fought for, I spilled blood for, and I had gone to war for!” 

Knight proceeded to counter-sue Grand Funk for $57 million dollars for breach of contract. Ironically if the band had waited three months before taking action they would have been out of their contract with Knight anyway! D-U-M-B or what? 

Knight: “In the end Grand Funk gave me all the money they had and all of their investments to me in payment for wrongfully walking out on their contract, three months early. How stupid is that?” 

Knight also kept the rights to the publishing of the band’s songs recorded thus far and sold them back the rights to use the Grand Funk name.

Also hätten Grand Funk doch drei Monate warten sollen, dann wären sie aus dem Vertrag herausgekommen. Dumm gelaufen.

Als die Band 1972 im Madison Square Garden ein Konzert gab, wollte Knight das gesamte aufgebaute Equipment konfiszieren, das wurde wohl wegen drohender Krawalle verhindert, aber nach Konzertende wurde dies in die Tat umgesetzt. Hier die näheren Umstände:

Im Frühling 1972 reicht es: Die Musiker feuern Knight. Der antwortet mit einer Klage und möchte stolze 57 Millionen US-Dollar sehen, ein Betrag, von dem Grand Funk Railroad noch nicht einmal zu träumen wagen. Am 23. Dezember 1972 spielt die Band ein Konzert im Madison Square Garden in New York City. Knight taucht auch auf — mit einem Vollstreckungsbescheid, der ihm erlaubt, das gesamte Equipment der Musiker zu pfänden. Dank der hiesigen Polizei darf immerhin die Show zu Ende gespielt werden, doch direkt im Anschluss verstauen Knight und seine Helfer sämtliche Instrumente der Band in einem großen LKW und verduften. „Sie schuldeten mir eine Menge Geld, und ihr Equipment war eine Menge Geld wert“, beharrt Knight. „Außerdem wollte ich ihnen eine Lektion erteilen.“

Terry Knights tragisches Ende

2004 wurde Terry Knight vom Boyfriend seiner Tochter Danielle erstochen. Er wurde nur 61. (Terry Knight – Wikipedia ) Der Wikipedia-Eintrag über Knight ist interessant auch bezüglich der Beziehung zu den Beatles und Twiggy

(Quelle : Grand Funk Railroad: the forgotten story of a true American band | Louder (loudersound.com))

Die Zeit nach Terry Knight

Phoenix – der Asche entstiegen – das Album nach Terry Knight

Nach E Pluribus Funk war “Phoenix”, das einzige von der Band selbst produzierte Album. Erinnert der instrumentale Eingangssong noch ein wenig an Footstomping Music, Die folgenden Songs zeigen GFR in neuem Soundkostüm. Weniger im Power-Trio-Sound der Anfangstage, sondern zurückhaltender und durch Craig Frost an den Keyboards breiter aufgestellt und größerer Stilbreite. Abwechslungsreicher souliger Rock-Blues mit gesellschaftspolitischen und ökologischen Texten. Ein echter Klassiker der Rockgeschichte – leider nur wenig beachtet.

Grand Funk̰ Railroa̰d̰-Phoenḭx̰ 1972 Full Album HQ – YouTube

Tracks von “Phoenix”

I JUST GOTTA KNOW – typischer Mark Farner Lyrics

Hey, people are you ready to get in the streets
To be your own police?
Are you ready to start tonight
To stand up and fight for your rights?

Woah … oh, I gotta’ know
I gotta’ know
I gotta’ know
I gotta’ know

Young people would you do the patriotic thing?
Are you ready to stand up and sing
That you’re tired of the war and all that shit?
Oh, tell me, are you ready to do your bit?

Woah … oh, I gotta’ know
I gotta’ know
I gotta’ know
I gotta’ know

You gotta’ take a stand
Give your brother a helping hand
We got to start today
So tomorrow our kids can play
We better do what’s right
So we don’t have to fight
No more

‘Bout the only way I see that we can change the plan
Is to vote and get our man
The man whose not afraid
And one whose not over-paid

FLIGHT OF THE PHOENIX – schmissiges Instrumental mit schönen Orgelsounds, electric violin , Südstaaten-Country Rock-Feeling

TRYING TO GET AWAY – interessante Keyboardsounds (Clavinett/ Orgel) und trockene Gitarrensounds

I been out on the road with my thumb in the air
I’m a long way from home but I just don’t care
The dust from the road makes it dry in my mouth
When it’s cold up north, that’s when I head south

‘Cause I been tryin’ to, tryin’ to get away, yeah
Tryin’ to, tryin’ to get away, yeah

I passed through New York just the other day
The smog was bad but not as bad as L.A
Sometimes I wonder what the world’s comin’ to
Sometimes I wonder what I’m gonna’ do

‘Cause I been tryin’ to, tryin’ to get away, yeah
I been tryin’ to, tryin’ to get away, yeah

I been out on the road with my thumb in the air
I’m a long way from home but I just don’t care
The dust from the road makes it dry in my mouth
When it’s cold up north, that’s when I head south

Tryin’ to, tryin’ to get away
Tryin’ to, tryin’ to get away

SOMEONE – ruhiger Beginn, dann rockend und fordernd, superschöne Keyboard-Sounds, Harmoniegesang der Extraklasse.

Why, oh why, oh why should I care for someone
Who doesn’t care for me?
I played the game I was subject of, it was all in vain ’cause I fell in love with someone
Who doesn’t care for me, for me
I hate the game and what it costs, to feel the pain for the love I lost to someone
Who doesn’t care for me

Why should I even care for someone
Who doesn’t really care for me?
I’m not excited lovin’ someone
Who doesn’t really care for me

Ohhh, ohhh, ohhh …
Ohhh, ohhh …

SHE GOT TO MOVE ME – hätte soundmäßig auf E Pluribus Funk sein können – einfach cool vom Feeling her, als wenn man im Probenraum stehen würde, trockener Sound, klasse Hammond-Sounds, wie auf dem ganzen Album, die Gitarre hat einen speziellen Sound;

GOTTA FIND ME A BETTER DAY – der Beginn mit zweistimmiger Gitarre erinnert fast ein wenig an die Allman Brothers, Südstaaten-Swamp-Blues mit fetter Hammond, gute Gitarrenarbeit und Harmonika-Solo von Mark Farner – zum Ende nochmal kurz Allman Brothers-Flair

SO YOU WON´T HAVE TO DIE

eines meiner Lieblingsstücke von “Phoenix” – der gesellschaftspolitische und christliche Text setzte sich bei mir ins Ohr, schön der Beginn mit Akustikgitarre

The way of life is tough these days, it’s hard to get along
But Jesus came and he talked to me, and that’s why I wrote this song (ein herrlicher Text)
He told me of my brothers in a far and distant land
He said that it’s gettin’ crowded on Earth, and it’s time we made some plans
Time we made some plans

He said overpopulation is the problem of today
There’s too many children on the Earth, and more on the way
If you don’t start some birth control, then you won’t last too much longer
It’s best that we let it save our souls, so we can get much stronger
Get much stronger

Ahhh …

I’m afraid of overpopulation
I don’t want to die of suffocation
The world is full of pollution
And Jesus is the solution

He said we’re gettin’ near the end, and I’m as close as you are
If you take Jesus as a friend, you’re gonna’ be a big star
Star that shines in the sky above, a light you cannot sever
You will be with him above, and you will shine forever
Shine forever

RAIN KEEPS FALLING – mit ersklassigem Wah-Sound, bluesig, gute Chorgesang

I remember the night so well.
The rain was fallin’ but I just couldn’t tell,
If it was you that was callin’ to my love-sick brain.
But the rain kept fallin’ on my window pane.

Out of the night the thunder rang in my ear.
I can’t fight the feelin’, lord, that brings forth my fears.
I wish it was over, lord, please stop the rain.
The rain that’s fallin’ on my window pane.

The rain that’s fallin’ on my window pane.

Every night the rain’s on time, I can feel it in this heart of mine.
But I don’t know what to do.
Well, I guess I could go back home, ’cause you know back home is where I belong.
But it just ain’t home without you.

And I don’t know what to do, baby.

Well, I guess I’m a looser but it just don’t seem fair.
I lost all my life so tell me, why should I care?
The night that you left me is the night that it came.
And the rain’s still fallin’ on my window pane.

The rain keeps fallin’ on my window pane.
The rain keeps fallin’ on my window pane.

ROCK ´N´ROLL SOUL – 13 Wochen in den USA Charts – Platz 29, eines meiner GFR-Lieblingssongs, der Refrain würde den Rolling Stones auch gut stehen, wenn sie nur so singen könnten 🙂 – ein Grand Funk Railroad-Klassiker, der auch im Konzertprogramm stets zu finden war.

FREEDOM IS FOR CHILDREN Schöne E-Piano und Keyboard-Sounds, ruhiger Beginn,

PHOENIX ein absolut gelungenes GFR-Album. Man hört die Spielfreude, die Lust neue Sachen auszuprobieren. Craig Frosts Keyboardspiel ist das Sahnehäubchen. Einen besseren Albumtitel hätte man gar nicht wählen können nach dem juristischen Desaster mit Terry Knight. Sauber selbst-produziertes Album mit einem frisch-lebendigem und transparenten Sound! Absolut empfehlenswertes Album!

WE ´RE ÁN AMERICAN BAND und SHININ´ON

Die nachfolgenden beiden GFR Alben wurden von Todd Rundgren produziert. Der Sound entfernte sich noch weiter von den Anfangsjahren. Beide Alben knüpften locker an die Erfolge früherer Tage an. Mit “We ´re An American Band” kam ein Single-Charts-Erfolg, der mit dem Cover von “Locomotion” noch mal getoppt wurde.

Erwähnenswert ist, dass das Artwork bei beiden Scheiben etwas ganz besonders war. “We ´re an American Band” kam im durchsichtigen goldenen Vinyl mit den nackten GFR-Musikern im Heu und mehreren runden GFR-Aufklebern mit dem Band-Emblem.

“Shinin´On” kam mit echter 3-D-Brille zum Heraustrennen.

Die Songs von “We ´re an American Band” waren super produziert und klingen auch heute noch cool: Railroad – stampfend, Black Licorice mit tollen Clavinet-Sounds und Hammond-Solo von Craig Frost, Stop Looking Back, Walk like a Man….

Grand Funk We’re an American Band 1973 Full album///+ – YouTube

“Shinin´On” – mit dem soundmäßig irren Titeltrack, in dem ein toller Delay-Gitarreneffekt eingebaut wurde. Das klingt richtig spacy!

Shinin’ On (Remastered 2002) – YouTube

Ein detaillierter Rückblick auf die beiden Alben folgt in einem zweiten GFR-Teil demnächst hier!

All The Girls In The World Beware

Gefälliges Album von 1975 im neuen Sound mit Bläsern, nettes Platten-Cover mit den montierten Musiker-Köpfen auf Arnold Schwarzeneggers Astral-Körper

GOOD & EVIL – mit mehr als 7 min eines der besten Stücke auf dem Album, fantastisch wuchtig-schleppender Schacher-Bass, Super-Groove, raumfüllende schöne Gitarrenlinien, irgendwie mystische Stimme – eine gelungene Studioarbeit

BAD TIMES – war ein Hit, schöner Pop-Song mit schönem Refrain, Platz 4 in den USA Charts

SOME KIND OF LOVE – der große Hit des Albums, eine Coverversion von John Elisson. Hier zeigt Grand Funk seinen guten Gesang – fast A-Capella.

MEMORIES – Love-Song von Mark Farner komponiert

LOOK AT GRANNY RUN RUN – Cover von Jerry Ragovoy, cool- swingende Rhythm´n´Blues-Nummer mit Bläsersätzen; mit Wechselgesang von Mark Farner und Don Brewer

LIFE – rockige Nummer

RESPONSIBILITY – funkig-soulige Nummer, schöne Gesang- Hooklines

RUNNING – treibende Nummer mit Bläsersätzen, Grand Funk im Bigband-Sound, zwischendrin fast ein Polkarythmus – empfehlenswert, sehr abwechslungsreiches Stück mit verschiedenen Bridge-Teilen, Chapeau Don Brewer für diese Komposition.

ALL THE GIRLS IN THE WORLD BEWARE – funkiger Titel mit Percussion und groovigem Schacher-Bass-Riff, der Mann konnte Bass spielen

WILD – swingende R´n´B-Nummer mit Bläsern, schöne Chorsätze

Caught In The Act – ein Super – Live-Doppelalbum auf der 1974er Tournee aufgenommen

Mit eines der besten Live-Alben. Kann man auch soundmäßig noch heute gut anhören mit allen Hits und Klassikern der Band.

Born To Die

Das wohl makaberste Platten-Cover aller Zeiten, zur Freude der Kritiker- die vier Funk-Musiker endlich in offenen Särgen aufgebahrt.

DUES – rockige Nummer mit besinnlichem Text, knackige Bass-Linie, Klasse Chöre und typisches Mark Farner Solo am Ende

“Dues”

I think I’m headed for a terrible accident.
Made more plans than anyone who ever paid their rent.
I’m not stupid and I might be havin’ too much pride.
Surgeon general has determined that I may as well die.

Jesus are you watching or have you gone blind.
Evil souls are upon us and we’re surely runnin’ out of time.
(coole Gesangszeile von Mark Farner)

[CHORUS]
I tried religion and some holy roller steals my tenth.
In the grave yard I ain’t strong enough to jump the fence.
Some men they say they got more soul than both my shoes.
Makes me wonder can we ever stop payin’ dues.

I might be workin’ on a scene that I can never act.
Everybody’s gonna think that my mind is cracked.
I don’t care because it’s my right to win or lose.
Makes me wonder can we ever stop payin’ dues.

Crazy, am I crazy for wanting so much more.
My mind says I can’t ever give up but I still can’t be sure.

[CHORUS]

Can we ever stop payin’ dues.
Can we ever stop payin’ dues.
Can we ever stop payin’ dues.

BORN TO DIE – Titeltrack, Text über einen verstorbenen Cousins Farners und die Begrenztheit des Lebens…schönes Gitarrensolo, griffiger Refrain

POLITICIAN – Appell an Politiker..

SALLY – beschwingter Love-Song, mit schöner Harp-Melodie, Platz 36 in Billboard Charts USA

I FELL FOR YOUR LOVE – griffiger Refrain, Love Song “Love is so hard to find…”

TAKE ME – kam auch als Single heraus, 5 Wochen, Höchstplatzierung 53

GENEVIEVE – cooles Instrumentalstück mit schönem Bassriff, typische Mark-Farner-Gitarre; , kurzes einprägsames Solo

LOVE IS DYING rockt

TALK TO THE PEOPLE – Soul-Nummer mit zu Beginn schönem Saxophon-Intro und später abwechselnden Solos zwischen Gitarre und Saxophon

GOOD THINGS – Rhythm´n´Soul

BARE NAKED WOMAN – Bonus-Track/ Demo aus dem Studio, Blues-Nummer von Mark Farner gesungen, Bluessolo

Good Singing, Good Playing – das letzte gemeinsame Album der alten Besetzung

– von Frank Zappa produziert!!!!

Grand Funk Lives – Album mit Dennis Bellinger am Bass,

What´s Funk

Für Gear-Heads – Verstärker und Gitarren

Hier die von Mark Farner im Laufe der Jahre bis heute verwendeten Gitarren. Es sind keine Originale, sondern von einem Fan nachgekaufte Klampfen.

Ganz links die Eastwood Messenger, die Gibson SG und zwei rote Micro Frits-Gitarren und die Alu-Gitarre von Veleno….

My Mark Farner guitar collection. Left to right: 1969 Muicraft Messenger, 1970 Micro-Frets Signature, 2006 Veleno Original, and 1977 Gibson L-5S.

Veleno® Tribute Aluminum Guitar – YouTube

Mark Farners Fuzz-Pedal

Hör-Reaktionen auf GFR

Interessante Videos der Band

Grand Funk Railroad – Into The Sun – 1970 – YouTube

Grand Funk Railroad Documentary – YouTube

Grand Funk Railroad — Texas Pop Festival — 1969 – YouTube

Der nachfolgende Clip ist sehr amüsant. Grand Funk spielt in einer TV-Show 1969 (wahrscheinlich Ende 1969) Mr. Limousine Driver (vom 2. Album). Schöne Mädchen in kurzen Röcken, Männer im Smoking tanzen verzückt wie in Trance. Die Szenerie wirkt äußerst strange, auch da GFR zum Vollplayback spielt. Wenn es live gewesen wäre, hätte es alle aus dem Studio geblasen. Krasses, skurriles Video.

Hugh Hefner & Barbie Benton welcome Mark, Don, & Mel to The Mansion to perform “Mr. Limousine Driver” & “Please Don’t Worry.” The Mansion wasn’t really setup for a rock band to perform live back then, thus the lipsync.

Grand Funk Railroad — Mr. Limousine Driver — 1969 – YouTube

Mark Farner Gallery

Micro Frets Gitarre
Mark Farner of Grand Funk Railroad performs on stage in 1974 in Amsterdam, Netherlands. He plays a Gibson L5S guitar. (Photo by Gijsbert Hanekroot/Redferns)
Eastwood Messenger mit eingebautem Fuzz!

Alle Songs von GFR mit Erscheinungsdatum findet man unter diesem Link.

charts.org.nz – New Zealand charts portal

Chartplatzierungen findet man hier:

Chartsurfer.de – Musik

Grand Funk Railroad Part II folgt demnächst!

5 Antworten auf „Grand Funk Railroad – das Powertrio aus Flint Michigan“

  1. Großartig geschrieben.
    Mark Farner hatte einen wirklich eigenen Gitarrensound. Es gibt ein neues Interview mit Joe Bonamassa und Mark Farner, da kommt diese Mesenger Gitarre und die anderen Gitarren auch zur Sprache.
    Klaus

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