Monthly Guitar November- Gibson ES 335

Was bringt eine Gitarrenbauform dazu ikonisch zu werden?

Jede Ikone wird unausweichlich automatisch mit einer (oder mehreren) Musikerikone(n) in Verbindung gebracht. Also eine Art Ikonenverschmelzung von Instrument und Mensch.

Denke ich an eine Fender Telecaster, so sehe ich im Kopfkino einen in der Hocke sitzenden Keith Richards, Albert Collins (Master of the Telecaster) oder den Polizisten Andy Summers vor mir.

Bei Gibsons SG zweifellos Angus Young in der Schuluniform oder Tommi Iommi oder Derek Trucks.

Jimi Hendrix, Mark Knopfler, Eric Clapton, Buddy Holly, Steve Ray Vaughan und Jeff Beck sind Fender Stratocaster verhaftet.

Und bei der Les Paul? Les Paul und Mary Ford, Jimmy Page, Gary Moore natürlich, Billy Gibbons, Slash, Peter Green, Paul Kossoff, Warren Haynes, Neal Schon, Ronnie Montrose, Joe Perry, Peter Frampton, Jeff Beck (so bis 1980), Duane Allman, Michael Bloomfield, Gary Rossington, Gary Richrath, Dave Amato…..

Im Falle der Epiphone Casino tauchen sofort John Lennon und George Harrison auf.

Flying V und die Schenker Brothers Michael und Rudolf, oder Andy Powell von Wishbone Ash.

Rickenbacker und The Beatles, Pete Townshend, The Byrds, Tom Petty……

Johny Winter und seine Firebird gehören auch zusammen. Eric Clapton bei Cream und bisweilen Gary Moore.

Gibson Explorer und der Skorpion Matthias Jabbs oder Allen Collins (Lynyrd Skynyrd)…aber auch Gary Moore so um 2003 herum…

Die Identifikation mit einer bestimmen Gitarrenbauform dürfte allerdings, und das hat mit dem Musikgeschmack und den Hörgewohnheiten zu tun, bei jedem anders sein.

In den 70ern war für mich Gibsons ES 335 nur mit dem Bild Alvin Lees, dem leider früh verstorbenen Ten Years After Gitarristen, implantiert. Unvergessen sein Auftritt beim Woodstock-Festival mit “Going Home“. Darum liebte ich auch meine Neckermann ES 335 in Orange 1974 so sehr. Ja jene, die ich von Cousin Erich (siehe Biografie) abgekauft hatte. Fusion-Liebhaber sehen da natürlich eher Larry ” Mr. ES 335″ Carlton.

Dass alle Bauarten (ES 330, 335, 339, 340, 345, 347, 355, Trini Lopez, Lucille) der Electric Spanish von so vielen verwendet wird, fällt einem dann doch auf. Spontan fallen mir diese ein: Keith Richards, Eric Clapton, Warren Haynes, Gary Moore, Chuck Berry, Robben Ford, Lee Ritenour, BB King (Lucille = ES 335 ohne F-Löcher und mit Variotone Schalter), Joe Bonamassa, Eric Johnson, Noel Gallagher, Freddie King,….. Und jedem Leser hier werden noch Dutzende von anderen Namen einfallen. Ebenso wie bei den obigen Ikonen.

Gibson Werbeanzeige:

Hier wird in kurzer Form die Geschichte der ES ( Electric Spanish) 335 Halbresonanzgitarren vorgestellt.

Original von 1959

59er ES 335 in Natural

Katalog-Bilder: Gibson ES 335 von 1980 bis 2005 (alle Photos cmartin)

1980

1983

1987

1988

1991

2005

2006 Custom Shop Katalog

Gibson Werbetext: Gibson 59 ES-335

Custom Shop Reissue VOS – Vintage Natural

Der Gibson Custom Shop verdient mehr als je zu vor das Prädikat: Originalgetreu! Die Reissue Modelle wurden noch mehr an das Original herangeführt und überzeugen mit Spezifikationen, welche dem Ruf nach einer “Originalen” widerspiegeln.

Hergestellt im Gibson-Custom-Shop in Nashville von Hand gefertigt
Jedes noch so kleine Detail wird im Werk in Nashville von qualifizierten, langjährigen Mitarbeitern mit Liebe zum Detail gefertigt, darunter gehört die Selektion der Hölzer, die Auswahl der richtigen Materialien, die Verarbeitung komplett von Hand. Aber auch kleine Details, wie das Fertigen des Schlagbrettes, die Verlötung der Elektronik, die Herstellung der Pickups erfolgt vor Ort in Nashville.

Noch Originalgetreuer

Im Modelljahr 2020 der 1959 ES335 Historic Reissue sind kleine, aber wesentliche Verbesserungen in der Fertigung vorgenommen worden, darunter zählt:

  • Paper-In-Oil Kondensatoren
  • Unpotted CustomBucker Alnico III Tonabnehmer
  • Die Hals-Korpusverbindung wurde mit Hide-Glue (Heißleim – Knochenleim) verleimt. Historisch korrekt und die beste Verbindung für einen echten Gibson-Sound.
  • Der Hals-Stab (Truss-Rod) wird ohne “Gummi-Ring” (Tubing) in den Hals eingesetzt. Die einfache Verarbeitungsweise mit dem Gummi-Ring fällt weg, so ist die Historic wieder so wie sie sein soll. Puristisch echt!
  • Die Mechaniken sind originalgetreue Kluson Green Key
  • Historisches Binding; durch die Restauration alter Maschinen aus den 50er Jahren wird nun das Binding wieder mit diesen Maschinen originalgetreu gefertigt, welche bereits in den 50er Jahren ihren Dienst getan haben – eben historisch korrekt.
  • Spezifikationen:
  • Gibson 1959 ES-335 Reissue
  • Farbe: Vintage Natural
  • Custom Shop Instrument
  • Custom Shop made in Nashville, U.S.A.

Korpus

  • Korpusform: ES-335
  • Decke: 3-lagiug Ahorn/Pappel/Ahorn
  • Korpusmaterial: 3-lagig Ahorn/Pappel/Ahorn
  • Sustainblock: massiv Ahorn
  • Binding: historisches Binding – 1-lagig Royalite

Korpusgröße

  • max. Breite: 40,64 cm ( ES335 regulär 41,90 cm )
  • max. Länge: 48,26 cm ( ES335 regulär 50,80 cm )
  • max. Tiefe: 4,45 cm ( ES335 regulär 4,45 cm )

Hals

  • Holzart: einteiliger massiver Mahagoni
  • Halsprofil: Authentic `59 Medium C-Shape
  • Halsstab: Traditionell einstellbar

Hals-Verbindung

  • Steck & Zapfenverbindung, Long Tenon, Hide-Glue
  • Toleranz +/- .005″ ( 0.01 cm)

Griffbrett

  • Griffbrettmaterial: einteiliger Palisander
  • via Hide-Glue verbunden
  • Bünde: 22
  • Griffbrettradius: 12″ / 30,48 cm
  • Griffbretteinlagen: Pearloid Dot`s

Sattel

  • Sattelbreite: 1.687″ / 4,285 cm
  • Sattel:  Nylon
  • gesetzt via Gibson PLEK System

Kopfplatte

  • Gibson Logo + Crown Inlay
  • Halsstababdeckung: Gibson Glocke schwarz/weiss

Mechanik

  • Kluson Green Key- Single Ring
  • Beschichtung: Nickel

Brücke

  • Art: ABR-1
  • Beschichtung: Nickel

Saitenhalter

  • Stop Bar
  • Material: Lightweight Aluminium
  • Beschichtung: Nickel

Hardware

  • Potikappen: Amber Butyrate Top Hats
  • Schlagbrett: 5-lagig schwarz
  • Gurtpins: Aluminum
  • verwendete Saitenstärke: .010 – .046 Gibson

Tonabnehmer

  • Halsposition: Custombucker Alnico III (Unpotted)
  • Brückenposition:  Custombucker Alnico III (Unpotted)

Elektronik

  • Potis: 2x Volumen, 2x Ton
  • Typ:   CTS 500k Audio Taper
  • Kondensatoren:   Paper-In-Oil
  • Kippschalter: 3-Wege Switchcraft mit creme Plastikdeckel
  • Endbuchse: 1x 1/4″ Klinkenbuchse

Lack

  • handgesprühte, dünne Nitrolackierung
  • Farbe: Vintage Natural
  • Ausführung: V.O.S.

mitgeliefertes Zubehör

  • Gibson Custom Shop Koffer
  • Historic Reissue Hangtags
  • Custom Shop Zertifikat (leder gebundenes Booklet)
  • handselected Zertifikat
photo cmartin

Monthly Guitar/ Oktober: Mit dem Deutschlandticket der DB zu B.T.M.-GUITARS nach Nürnberg

Es gibt nicht nur den großen T, den großen S-Music, den MPro oder MSt, den Hermann, sondern auch “kleine Gitarrenhändler” im positiven Sinne ohne den Massenbetrieb der vorgenannten “Musikdiscounter”.

Wenn du Gitarrist oder Bassist bist, ein Deutschlandticket der DB dein eigen nennst, dann statte doch mal B.T.M. Guitars in Nürnberg einen Besuch ab. Es lohnt sich.

Stationen einer nachhaltigen Anreise zum Gitarrenparadies in Mittelfranken

Würzburg Hauptbahnhof 8.45 Uhr Abfahrt. 10.02 Uhr: Man steigt am Nürnberger Hauptbahnhof aus dem Regionalexpress und folgt dem U-Bahnschild U 1 in Richtung Fürth. Elf Minuten (7 Haltestellen) später heißt es am Eberhardshof aussteigen. Aus dem U-Bahnhof hinaus und dann etwa 50 Meter nach links und schon steht man vor dem Laden in der Fürther Straße 236. Drei Stufen hoch. Angekommen.

Zuletzt war ich am 18.11. 2008 bei B.T.M. Guitars. Seiner Zeit mit dem Auto hingefahren, habe ich mir eine Gibson R8 VOS in Washed Cherry gekauft und eine Gibson USA Standard Amber in Zahlung gegeben. Schon damals gefiel mir die fachkundige Beratung und die Möglichkeit mehrere R8-Modelle nach und nach auszuprobieren. Weiß nun nach all den Jahren natürlich nicht mehr, wer mich bediente. Ich erinnere mich nur, dass er mir beim Ausprobieren Zeit ließ, mir nach und nach andere Custom Shop Modelle reichte und wieder verschwand. Ja, die Entscheidung der Auswahl war schwer und ich war hin- und hergerissen. Allmählich gingen mir die Licks von Joe Bonamassa, Billy Gibbons und Gary Moore aus. Ich sollte, so riet er mir, noch mal die zwei in der engeren Auswahl anspielen. Er meinte dann, dass die eine seiner Meinung nach größeres Potenzial hätte. Ich habe diese genommen und bis heute nie bereut.

Nürnberger 2008 Gibson Custom Shop R8 Washed Cherry

Der Laden in der Fürther Straße 236 bietet auf 250 m² ein tolles Sortiment nicht nur von Premium-Gitarren. Genaueres erfährt man auf der übersichtlichen und gut gegliederten Homepage. Vorab kann sich hier jedermann das Sortiment in Bildern anschauen. Ein Suchfilter hilft, dass z. B. nur die Fender-Modelle ausgewählt werden.

Allein die Auswahl an Akustikgitarren ist gigantisch, denn nicht überall gibt es Modelle von Collings, Bourgeois oder der Fernost Marke Eastman.

Bei den Elektrogitarren kann man ebenfalls aus dem Füllhorn aller namhaften Gitarrenbauer schöpfen und natürlich die Premium-Modelle aus den Custom Shops ausprobieren. Aber Vorsicht – schnell ist man dem Sound und Aussehen einer Customshop-Gitarre widerstandslos verfallen. Das weiß auch der Verkäufer nur all zu gut. Aber das gehört zur professionellen Beratung. Ob man solch ein Instrument letztlich kauft, ist dann eine persönliche Entscheidung, hängt vom Geldbeutel ab oder vertröstet einen, erst noch die fehlende Summe für das Trauminstrument anzusparen.

Natürlich gibt es für den Gitarristen und Bassisten auch zahlreiche Möglichkeiten der Verstärkung bei B.T.M.: Fender , Bad Cat, Orange, Blackstar, Marshall, Vox, Supro, Suhr, Mesa Boogie, Aquilar, Markbass, Glockenklang, Ampeg usw.

Es muss ja zudem nicht immer Neuware sein. Im Angebot von B.T.M. gibt es auch viel Gebrauchtes oder günstigere Demoware. Also fleißig die Homepage studieren.

Selbstverständlich vertreibt man zudem Saiten, Zubehör, Effekte und andere Folkinstrumente wie Mandoline, Ukulele oder Banjo.

Sollte das eigene Schätzchen irgendwelche Wehwehchen haben, können diese dort auch fachkundig eingestellt oder repariert werden.

Homepage – Info : Werkstatt

Was bei der Gründung 1983 eine einzelne Werkbank in den Verkaufsräumen war, ist über die Jahre zu einer Werkstatt über dem Laden geworden. Hier arbeiten zwei Gitarrenbauer in Vollzeit an insgesamt 6 Werkbänken um sich sowohl um die Instrumente im Laden als auch um eure Gitarren und Bässe kümmern zu können.

Wir bieten unter anderem folgende Leistungen an:

  • Bundieren und Abrichten
  • Besaiten und Einstellen
  • Tonabnehmereinbau, Elektronikumbau
  • Beseitigung von Schäden aller Art ( z.B., Risse, Brüche…)
  • Lackausbesserungsarbeiten

Die Preise für die jeweiligen Arbeiten können auf der Homepage eingesehen werden. Klasse.

Also eine Fahrt nach Nürnberg lohnt sich auf jeden Fall, einen Kaffee plus Plausch gibt´s bestimmt auch.

Heimfahrt mit dem Regionalexpress RE 10 – in einer guten Stunde am Würzburger Hauptbahnhof

Nach gut zweieinhalb Stunden habe ich jedenfalls die nachhaltige Heimreise im RE 10 angetreten. Auf dem Sitz neben mir lag ein brauner Gitarrenkoffer. Toll.

In Gitarre &Bass (Ausgabe 01/2022) gab es einen Bericht über B.T.M.-Guitars.

www.btm-guitars.de

Guitar And Amp Gallery – Ästhetik mit Mojo

Eine Zusammenstellung von Gitarren- und Amp-Fotografien, die innerhalb von 5 Jahren entstanden sind. Instrumente zu fotografieren ist nicht so einfach. Abdrücken und “gut ist es”, geht meinem Dafürhalten nach nicht. In Social-Media wie Instagramm und Facebook werden tagtäglich wahrscheinlich mehrere Hunderttausende von Gitarren, Bässen, Verstärkern in den jeweiligen Foren gepostet. Was da teilweise für grottige Fotos gepostet werden, ist grausam. Da werden Instrumente neben dem Papierkorb oder der Waschmaschine abgelichtet. Oder sehr beliebt: Gitarren auf dem ungemachten Bett. Die “Kreativität” kennt da keine Grenzen. Aber sorry, solche Bilder habe ich auch schon gemacht: auf der Couch aneinandergereiht oder auf dem Jugendbett mit Häkeldecke. Seit einiger Zeit gehe ich jedoch beim Fotografieren überlegter vor. Ja ich setze ins Szene, schaffe Rahmen und Hintergründe . Das macht Freude. Fast alle namhaften Gitarrendealer präsentieren ihre Instrumente online gekonnt in Galerien, perfekt aufgenommen. Da wird Appetit angeregt. Instrumentenbilder sind in gewisser Weise Still-Leben. Die Drapierung und der Hintergrund müssen stimmen. Störende Gegenstände müssen weggeräumt sein, . Ärgerlich, wenn man beim Betrachten unpassende Kleinigkeiten entdeckt. Manchmal ist es allerdings auch ein einfaches schnelles Auslösen und es ist genau dieser eine Motivfang, den man sich vorgestellt hat. Was besonders schwer fällt, ist die Maserung von Holz bildlich festzuhalten. Was im Auge erscheint, wird von der Kamera nicht unbedingt erfasst. Da spielen Licht und Schatten, Lage des Instruments, Aufnahmewinkel etc. eine große Rolle. Schwarz-Weiß oder in Farbe? Kommt darauf an, denn manches Teil entwickelt erst in Schwarz-Weiß seinen ganzen Charme oder nicht. Viel Vergnügen bei meiner Bildauswahl!

Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben, bei cmartin.

Alte Koffer, hier ein Brown Case von 1982, besitzen Mojo, also eine magische Anziehungskraft. Auftritte über Jahrzehnte hinterlassen halt ihre Spuren.

Auch ein Effektgerät hat seinen Reiz…

“Fender Blues Junior And Pedals”

“All You Need Is A Tweed”

“Ready To Gig”

“Goldtop 57 mit Marshall” photo Dietmar Amrhein

“Harp Slide Amp” – ein Zufallstreffer mit der Spiegelung “Blues Deluxe”

in Schwarz-Weiß gefällt es mir besser…

James Bond, Gitarre und Amp” photo cmartin

und in Farbe…

“Vintage Look” – Metall-Teile mit Patina und Pickup-Rähmchen mit Spielspuren

“Marshall verbogen” – Schriftzüge und Bespannstoffe

Eines meiner Lieblingsbilder: “Fender Blues Junior und Stratocaster im Spiel von Licht und Schatten”

“59er Reissue”

“Brown Sound”

“Aged By Playing”

“Vintage Vibe”

Werbephoto für ( https://www.hoovi.at/start-en/)

“Viererbande”

“Stripes”

“Casino mit blauem Sessel”

“Marshallized”

Ok, geschafft. Vielleicht schreibt ja die/ der eine oder andere einen Kommentar...

Pig City Blues Project in Schweinfurt – Nacht der Kultur am 30.9.

Das war ein schöner Auftritt im Café Vorndran, allerdings kurzfristig statt 22 Uhr bis 23.30 Uhr dann von 20 Uhr bis 23.30 Uhr. Also hat Oli Tuschinski am Freitag schnell ein drittes Set erstellt, mit einigen, dem Bassisten Bernie und mir, völlig unbekannten Stücken. Hat aber alles geklappt. Matts Blues gute Besserung und lieben Gruß, Schade, du wärst gern dabei gewesen.

Besetzung

Oliver Tuschinski – Gesang

Peter Schäbler – Gitarre

Sebbo Schneider – Blues Harp

Bernd Schmee – Bass

Johny Arndt – Schlagzeug

Conny Martin – Gitarre

Photos Johny Arndt