Treffen mit Pablo Picasso

Da waren wir schon öfters. Auch damals als Christo das Würth-Museum in Künzelsau wie den Reichstag eingewickelt hat. Einen Besuch sind die Würth-Museen im Ländle immer wert.

Einen Überblick über die Würth-Museen findet man hier:

Kunst bei Würth – Kunst bei Würth (wuerth.com)

Angefangen haben wir diesmal in Künzelsau-Gaisbach im Carmen-Forum, benannt nach Reinhold Würths Frau. Übrigens herrscht in allen Würth-Museen freier Eintritt!!!!!!

Unglaublich, was dieses Forum neben den Kunstobjekten alles beinhaltet: Konferenzräume, Konzertsäle , Museumscafe…… Das Würth-Orchester probte gerade im Reinhold-Würth-Saal. Da wollen wir auch mal ein Konzert besuchen….

Im Carmen-Forum findet man alles was Rang und Namen in der modernen Kunst hat:

” Darunter sind Klassiker wie Max Beckmann, Pablo Picasso, Ernst Ludwig Kirchner, darüber hinaus Werke von Georg Baselitz, David Hockney, Anish Kapoor, Anselm Kiefer und von vielen anderen mehr. Sie alle sind im Wortsinn Herzstücke der Sammlung Würth und verbinden den Sammler mit seiner Kollektion.” (wuerth.com)

Pablo Picasso
Pablo Picasso

Nicht zu vergessen, lichtempfindliche Arbeiten befinden sich im Kabinett im Untergeschoss.

Außerhalb des Carmen Würth Forums lädt ein weitläufiger Skulpturenpark zur Besichtigung ein. Großartig: ” Der umfangreiche Bestand an internationalen bildhauerischen Positionen der letzten 40 Jahre von Eduardo Chillida über Anthony Caro, Tony Cragg, Antony Gormley bis zu Niki de Saint Phalle bespielt den weitläufigen Skulpturenpark um das Carmen Würth Forum und säumt den Weg zwischen dem Museum Würth im Verwaltungsgebäude der Konzernzentrale und dem Museum Würth 2. Denn gerade diese Arbeiten bilden eines der markantesten Charakteristika der Sammlung Würth und haben mit ihren vielfältigen Erscheinungsformen und Möglichkeiten ihr angemessenes Zuhause im Grünen gefunden.” (wuerth.com)

Zu Fuß durch das Außengelände ist es nicht weit zum Würth-Museum 1. Leider wurde die zukünftige Ausstellung erst am heutigen Samstag eröffnet, so dass wir nur im Schrauben- und Gewindemuseum waren. Die aktuelle Ausstellung:

Ugo Dossi: Zeichen
22. Januar – 3. Juli 2022

»Zeichen können magische Objekte sein. Allein dass wenige Linien auf einer beliebigen Oberfläche die Kraft haben, im Betrachter innere Bilder ins Leben zu rufen, mit Erinnerungen, Emotionen und inneren Haltungen, ist Magie.« Ugo Dossi

Ugo Dossis Kunst kreist um Weltmodelle, um die Wechselwirkung von Kunst und Wissenschaft, um die Kreativität des Unbewussten sowie um Sinnliches und Übersinnliches. Schon früh war der Münchner von der Kultur des Alten Ägypten fasziniert. Die Wirkmacht der ägyptischen Hieroglyphen und die naturphilosophische Lehre von den Eigenschaften der Stoffe beeindrucken ihn bis heute. Den möglichen Wandlungen von Metallen und Elementen widmete sich die Alchemie, deren Name vermutlich aus dem Arabischen stammt. Die Araber nannten die Kunst der Ägypter »Al-Kemiya«, die Kunst aus Kemet. Kemet, der Eigenname Ägyptens, bedeutet wiederum »Land der schwarzen Erde«. Die Alchemie als Kunst aus diesem Land war also »die schwarze Kunst« und wurde als die »Königin unter den Künsten« betrachtet. Wie alle Kunstformen des Alten Ägypten baute sie auf Metaphern und Allegorien auf.

Trotz der intensiven Beschäftigung mit der altägyptischen Welt wurde Ugo Dossi kein Ägyptologe, sondern zog es vor, ein Bezauberter zu bleiben. Mit den Hieroglyphen, so Dossi, habe die ägyptische Kultur einen piktografischen Wissensspeicher hinterlassen, dessen Nachleben bis in die Gegenwart reiche. Seine eigene elementar reduzierte Symbol- und Zeichensprache schöpft der Künstler aus seinen Erfahrungen mit dieser Vorstellungswelt und verbindet in Zeichnungen, Skulpturen und holografischen Werken altägyptische Bildallegorien mit heutigen »Welt-Bildern«. Das zentrale Kompositionsprinzip ist dabei das des »Rebis«: Der Begriff stammt aus der Alchemie und meint die Vereinigung zweier Prinzipien zu einem höheren Dasein. Die daraus in jüngster Zeit entstandene Werkgruppe Alphabet der stärkenden Zeichen – deren Objekte aus jeweils zwei miteinander verbundenen Zeichen bestehen – fordert die Betrachtenden auf, sich diese assoziativ zu erschließen. Auf diese Weise, so Dossi, weckt seine Kunst neuronale Aktivitäten mit einer Unzahl von Verbindungen, Verzweigungen und Verästelungen, die er selbst metaphorisch mit einem erblühenden Baum vergleicht und die in den Betrachtenden positive innere Bilder ins Leben rufen sollen.

Die Ausstellung im Museum Würth ist von Ugo Dossi einmalig auf die Räumlichkeiten hin konzipiert worden und soll zu einer »immateriellen Reise nach Ägypten« einladen, in eine Welt voller Zeichen und Wunder.

Ugo Dossi (geb. 1943) studierte an der Akademie der Bildenden Künste München und an der Accademia di Brera in Mailand. Er lebt und arbeitet in München, Murnau und in seinem Atelier in den italienischen Dolomiten. Seine Installationen wurden auf der documenta 6 und der documenta 8 in Kassel gezeigt, auf Biennalen von Venedig (1986 und 2011) sowie in zahlreichen Einzelausstellungen in internationalen Museen. (wuerth.com)

Lohnenswert ist nach dem Ausstellungsbesuch, wenn der Magen knurrt, ein Besuch im Restaurant “Anne-Sophie” in Künzelsau, das neben einem Cafe, Hotel und Feinschmeckerrestaurant von Carmen Würth betrieben wird. Sehr schmackhafte Gerichte von der Tageskarte!!!!

Rathaus Künzelsau

Gestärkt geht´s in das etwa 20 km entfernte Schwäbisch Hall. Parken kann man am besten in der Tiefgarage direkt im Altort am Rande der Kocher. Mit dem Aufzug fährt man bequem zum Museumseingang hoch. Die Ausstellung befasst zur sich zur Zeit mit Sport und Spiel. Im Untergeschoss informiert ein Film und mehrere Infotafeln über die Personalie Würth und sein Engagement. Sehr interessant. Aus einem Zwei-Mann-Betrieb wird ein weltweites Industrieunternehmen.

Museumscafe in Schwäbisch Hall

Die Johanniterkirche in Schwäbisch Hall

ALTE MEISTER IN DER SAMMLUNG WÜRTH

Dauerpräsentation

Den Kernbestand dieser hochkarätigen Kollektion, die der Kunst des deutschen Südwestens, einschließlich des Bodenseeraumes und der Nordschweiz, vom ausgehenden Mittelalter bis zur beginnenden Neuzeit gewidmet ist, bildet der 2003 von der Familie Würth erworbene ehemals Fürstlich Fürstenbergische Bilderschatz, Donaueschingen. Die kunst- und kulturgeschichtliche Bedeutung dieses Konvoluts ist alleine schon deswegen so hoch einzuschätzen, weil die meisten Tafelbilder einer Zeit entstammen, aus der aufgrund des in Schwaben besonders radikal durchgeführten Bildersturms nur äußerst selten Bilddokumente überliefert sind.

Erhalten blieben zum Beispiel zahlreiche Tafelbilder des Meisters von Meßkirch, einem der bemerkenswertesten süddeutschen Maler des 16. Jahrhunderts, darunter der wertvolle „Falkensteiner Altar“, der als nationales Kulturgut gilt. Doch auch das hochbedeutende Antonius-Retabel des Zürcher Veilchenmeisters oder das großartige Porträt eines Herrn von Andreas Haider verdienen unsere Aufmerksamkeit. Sowohl auf dem Gebiet der Tafelmalerei als auch der Skulptur konnte dieser Bestand sinnstiftend ergänzt werden, etwa mit qualitätvollen Beispielen von Daniel Mauch, Tilman Riemenschneider oder aus dem näheren Umkreis des Hans Multscher. Weitere Höhepunkte sind Neuzugänge aus der Hand Lucas Cranachs d. Ä., so die 1546 entstandene überaus lebendige Version des Themas „Christus segnet die Kinder“.

Die bedeutendste Ergänzung stellt jedoch die „Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen“ von Hans Holbein d. J. dar. Das Bild Holbeins zählt zu den berühmtesten und wohl schönsten Gemälden des 16. Jahrhunderts. (wuerth.com)

Wie man aus dem Film im Würth-Museum erfährt, hat das Bild 40 Millionen € gekostet….

Übrigens gibt es viele weitere Würth-Dependancen in Europa!

DIE KUNSTDEPENDANCEN IN DEN KONZERNGESELLSCHAFTEN DER WÜRTH-GRUPPE

Kunst und Kultur gehören zum Unternehmen Würth. Ihre starke Präsenz und die vielfältigen Aktivitäten sind eine Folge gelebter Unternehmenskultur. Die Museen am Stammsitz der Adolf Würth GmbH & Co. KG in Künzelsau, die Kunsthalle Würth und die Johanniterkirche in Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg) sind ebenso wie die zehn Kunstdependancen in den europäischen Landesgesellschaften der Würth-Gruppe Ausdruck dieses besonderen Engagements. Seit 1999 haben nach und nach Kunstdependancen in den Landesgesellschaften von Dänemark, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Spanien und der Schweiz (Arlesheim, Chur und Rorschach) eröffnet.

Die Ausstellungen, die überall integriert im Kontext der jeweiligen Firma stattfinden, ermöglichen auch hier ein inspirierendes Neben- und Miteinander von Kunst und geschäftlichem Alltag. Das Ausstellungsprogramm basiert durchweg auf der in Deutschland angesiedelten Sammlung Würth von moderner und zeitgenössischer Kunst. (wuerth.com)

Also zusammenfassend ein Ganztagesausflug in diese Region lohnt sich. Oder vielleicht ein Kurzurlaub, denn in den Sommermonaten gibt es viele weitere Sehenswürdigkeiten im Hohenloher Kreis zu entdecken!!!!!

Hier ein Link!

Sehenswürdigkeiten in Hohenlohekreis – Übersicht aller Sehenswürdigkeiten | RouteYou

Rhön – Sonne und Schnee Mitte Januar

Immer wieder unglaublich. In Würzburg ist alles grün, das Wetter schauderhaft wie meine Schwiegermutter sagt. Der Nebel will nicht aus dem Maintal verschwinden. Die Wetter-App und die Rhön-Webcam verspricht Sonnenschein. Wanderung suchen….. Aha. Eisernes Kreuz bei Gefäll, 7,5 km. Mit Aussicht auf Einkehrschwung. Das machen wir. Keine 80 km weit von Wü. Die Sonne strahlt seit der Raststätte Rhön. Wir sind früh dran. Der Parkplatz am Eisernen Kreuz kaum belegt. Wir gehen über die Staatsstraße dem Rundweg “Schwarze Berge” nach. Es geht bergauf, Brooks freut sich und wirft sich wiederholt in den Schnee.

Niemand weit und breit….

Es knirscht so herrlich unter den Schuhen. Wir saugen die frische Schneeluft ein. Erholung pur. Das Spiel aus Sonnenlicht und Schatten einfach ein Augenschmaus. Erholsame Stille, denn wir treffen über zwei Stunden lang keine Menschenseele. An der Schutzhütte vorbei, dann geht aber der geräumte Weg nicht mehr weiter. Also ein Stück zurück…. und dann Richtung Kissinger Hütte wieder am Parkplatz vorbei. Da ist jetzt schon einiges los. Ein Blick hinunter zum Basaltsee erfreut das Auge.

Es knirscht….

Es geht entlang der Loipe auf dem Winterwanderweg zur Kissinger Hütte. Wir haben Hunger. Vor der Hütte stehen einige Wanderer und winken ab, drinnen stehe man Schlange. Corona lässt grüßen. Also zurück zum Auto und unterwegs irgendwo einkehren. Ein Wurstbrötchen vielleicht trotz Freitag. In Oberbach, die geräumten Schneewälle rechts und links der Straße, die Enge, wenn ein Auto entgegenkommt, erinnern mich an die Kindheit, als es mit meinem Vater durch die kleinen Käffer zum Skifahren in die Rhön ging und es die heutige Umgehungsstraße noch nicht gab. Keine Metzgerei oder Bäckerei in Oberbach, dasselbe in Riedenberg, die Metzgerei hatte nur bis 12 Uhr auf. Dann Mittagspause. Wo kaufen die Leute hier bloß ein? Es ist halb drei. Zurück nach Würzburg. An der Raststätte Rhön dann doch Pommes im Freien gefuttert. Abends gibt´s ja noch selbstgemachte Pizza. So ein schöner Tag.

Gesamtstrecke ca. 10 km.

Leider war die Kissinger Hütte überfüllt…..
Der Basalt-See
Winterwanderweg Richtung Platz
Traumhaft….
Den Schnee genießen… Fellpflege!

Süddeutschland-Trip III

Landsberg am Lech

Am Besten beginnt man den Stadtrundgang am oberen Ausgang der Schlossberg-Tiefgarage: Stadtrundgang zum Rathaus. Sehenswert sind die zahlreichen Landsberger Stadttore.

Entzückende kleine Geschäfte in der Altstadt laden zum Stadtbummel ein.

Maximilian von Bayern grüßt unten im Rathaus auf dem Weg zur sauberen Toilette.

Süddeutschland-Trip II

Mit Google Maps also nach Bernried am Starnberger See, wunderbar über kleinste Sträßchen. Es ist früh kurz nach 10 Uhr. Geboostert soll man sein, sonst braucht´s 2 G plus. Vom Parkplatz geht´s abwärts zum Museum, das an einen Frachter mit verschiedenen Decks erinnert.

Man kann hier locker einen ganzen Tag verbringen, so viel gibt es dank der Sammelleidenschaft Lothar Buchheims ( 1918 bis 2007) zu entdecken. Und es gibt natürlich alles über sein Leben und den Lebensalltag zu erfahren. Deutlich wird , dass sein Museum, wie er es ausdrückte, kein Mausoleum darstellt. Das Buchheim-“Museum” spricht alle Sinne an, nicht nur innen, sondern auch im Außenbereich mit Kunstobjekten. Die Lage direkt am See gewährt wunderbare Fotomotive.

Absolut sehenswert und so gut getroffen sind diese Cafe-Besucher……

Blickwinkel von einer der zahleichen Museums-Balkone

Gut essen, lässt sich´s im Museums-Restaurant….

Nach einem kurzen Abstecher nach Starnberg fuhren wir nach Hersching an den Ammersee, wo es die längste Uferpromenade Bayerns gibt? Leider war das Wetter äußerst stürmisch…..

Fortsetzung folgt…..

Süddeutschland-Trip Januar 2022

Unsere Trip-Stationen

MindelheimBad Wörishofen – Irsee – Kaufbeuren Landsberg am Lech – Dießen – Bernried – Starnberg – Hersching – Landsberg am Lech

Mindelheim – sehr zu empfehlen das Hotel Kunstmühle. Der Bach fließt unter dem Gasthof hindurch. Im äußerst gemütlichen Restaurant verströmen das Holz und die alten Antriebseinheiten und -räder der Kornmühle eine coole Atmosphäre.

Von der Kunstmühle aus ist es nur ein Katzensprung in die Altstadt von Mindelheim. Sie gefällt durch die schönen Bürgerhäuser und das tolle Rathaus.

Am Rathaus: Georg von Fundsberg

Rund um Mindelheim gibt es zahlreiche Wanderwege.

Wanderung zur Mindelburg

Mindelburg – eine trutzige Burg auf dem Bergrücken- Hier wohnte einst der Schorsch der Landsknechte:

Georg von Frundsberg gilt als der „Vater der Landsknechte“. Er verstarb im Sommer 1528 auf der Mindelburg. Bereits im frühen 16. Jahrhundert war der militärische Ruf der deutschen Landsknechte mit dem der Schweizer Reisläufer vergleichbar.

Auf Kneipps Spuren – Bad Wörishofen

Da das Wetter trüb war und kein Schnee lag, machte das Kurbad einen wenig erbaulichen Eindruck. Zudem war Anfang Januar vieles noch im weihnachtlichen Ferienzustand. Auf dem Krippenweg ging es durch den Kneipp-Ort…..insgesamt wirkt der Ort schon angestaubt.

Von der räumlichen Tiefe her eine der schönsten Krippen…

15 km von Wörishofen entfernt liegt das weitläufige Kloster Irsee. Hier befindet sich eine Euthanasie-Gedenkstätte.

Im Großteil der Anlage ist heute eine psycho-somatische Klinik untergebracht. Zudem gibt es einen Pater Ruppert Mayer- Gedenkraum.

In der gemütlichen Klosterbräu-Gaststätte lässt sich´s gemütlich sitzen.

Kaufbeurenmittelalterliche Stadt

Nur etwa 8 km von Irsee liegt Kaufbeuren. Kaufbeuren (mittelalterlich: Buron / im schwäbischen Dialekt: Beira) ist eine kreisfreie Stadt am nordöstlichen Rand des bayerischen Allgäus. Die frühere Reichsstadt ist mit 44.662 Einwohnern die viertgrößte Stadt im Regierungsbezirk Schwaben. Kaufbeuren ist vollständig vom Landkreis Ostallgäu umgeben und liegt etwa in der Mitte zwischen München und Lindau.

Ihr bekanntestes Wahrzeichen dürfte wohl der Fünfknopfturm sein.

Weiter ging es nach Landsberg am Lech. Unser Hotel “Easy Viena Hotel Landsberg” liegt im Gewerbegebiet etwa 5 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Wenn man in die Stadt will parkt man am besten in der Von-Kühlmannstraße oder im Parkhaus am Schlossberg.

Mit lautem Getöse fließt der Lech. Imposant auch bei Nacht.

Der Münster vom Dießen

Fährt man von Landsberg Richtung Starnberger See kommt man in Dießen am Ammersee vorbei. Ein Stopp am Marienmünster lohnt sich auf jeden Fall.

Dießen am Ammersee ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech am südwestlichen Ufer des Ammersees. Zur Unterscheidung von anderen Orten gleichen Namens bezeichnete man den Ort früher als Bayerdießen.

Fortsetzung folgt: Bernried – das Buchheim Museum am Starnberger See

Eine Winterwanderung und eine Würzburger Geschichte – Ich wünsche Euch allen “Frohe Weihnachten” und Gesundheit! Habt euch wohl!

So ähnlich wie in bei Michel aus Löneberga /Smaland 🙂

Gestern am frostigen Mittwoch hat´s mich wieder mal gepackt. Um 7.30 Uhr war´s schon klar, das wird ein pfundiger und sonniger Wintertag. Was gibt´s da Schöneres als ein Trip in die Rhön. Schnell noch mal die Rhön Cam Seite am Computer gecheckt.  Da liegt auch noch Schnee am Nabu-Haus/ Rotes Moor. Tee gekocht, ein paar Happen für den Hund und los. Herrlich schon die Fahrt durch die frostige Landschaft. Minus 6,5 Grad. Oben am Parkplatz des Nabu-Hauses ein Tagesticket gezogen. Brooks wartet schon erwartungsvoll hinter der Heckklappe. Mütze auf, Rucksack und Handschuhe an. Los geht´s. Ich glaube, ich bin die Stecke zum Wasserkuppe schon an die 30 mal gelaufen, mit  und ohne Schüler, allein, mit Familie und Freunden.

Einfach Naturerlebnis pur diese etwa 14 km (Hin- und Rückweg zusammen!). Zunächst umwandern wir das rote Moor und ich wundere mich, dass der Weg so licht ist. Hier wurden massenhaft Bäume gefällt. Die Stämme fein säuberlich am Rand des Weges gestapelt.

Das frisch geschlagene Nadelholz verströmt  seinen typisch harzigen Geruch in der kalten Wintersonne. Kleine Schneeflächen, tiefgefrorene Eispfützen und die verschiedensten Eiskristalle auf Pflanzen, Holz und Boden glitzern in der Sonne. Winteridylle wie aus dem Bilderbuch. Ich fühle mich gerade so richtig in die Taiga Sibiriens versetzt. Die Sonne wärmt schön den Rücken. Kein Mensch weit und breit. Brooks springt umher und beißt Brocken des verharschten Schnees ab. Auf der Höhe, wenn man den Waldweg hinter sich gelassen hat, mache ich ne kurze Rast, schlürfe heißen Tee und gebe Brooks ein paar Leckerli. Herrlich der Blick auf die Wasserkuppe.

Zwischen den Schneeverwehungen die kleinen Maulwurfhügel. Kein Wind weht heute zum Glück. Jetzt gibt´s zwei Möglichkeiten. Direkt zur Wasserkuppe oder über die Kaskadenschlucht. Ich wähle den Weg über den Fuchsstein zur Fuldaquelle. Der Weg entlang des langen Parkplatzes der Wasserkuppe ist in der Sonne schon aufgeweicht. Blöd. Da der Bratwurststand beim “Deutschen Flieger” oben zu hat, laufen wir den Weg hinter zum Skilift. Winterbetrieb. Die Schneekanonen schießen Schneekristalle in die Luft.

Es ist ordentlich Betrieb auf der Piste. G2 im Gasthaus. Curry-Wurst mit Pommes für 4,50 €. Das sind zivile Preise. Dann noch die wärmende Sonne auf einer Bank genießen.  Sonniger Rückweg – entlang der Straße auf der Wiese. Und dann geht´s auf den Holzstegen durch das Rote Moor, immer zauberhaft und mystisch. Bei diesem Wetter und der Landschaft muss ich immer an den Roman und die Verfilmung “So weit die Füße tragen” denken: die Birken, der weiße Schnee, die Moorlandschaft…..diese Stille. Schön war´s. 

Der Radiergummi – eine Würzburger Geschichte!

Meine zwei ersten Jahre der Grundschulzeit verbrachte ich an der neuen Hauger Schule. Das war eine schöne Zeit. Der Schulweg von der Wallgasse bis zur Semmelstraße war kurz. Gelaufen bin ich jeden Tag mit meinem Freund Thomas M. Allerdings war der Heimweg schöner. Da spielten wir immer Ritter. Die Anorakkapuze wurde stets aufgezogen und der Rest baumelte am Rücken runter, das war der Rittermantel. So zogen wir meist zu viert vom Hinterausgang in der Wallgasse zur Neutorstraße. Ein Halt wurde meist am Ende der Neutorstraße eingelegt. Gegenüber vom heutigen „Pan di Zucchero“ befand sich ein kleiner Laden, zu dem drei oder vier Stufen hinaufführten, der für kleine „Rittersleut´“ Bärendreck bereithielt. Für vier Zehner waren wir täglich eingedeckt, um unseren kleinen Kreuzzug zu Ende zu führen. Im schönen Hof der Semmelstraße 67 schauten wir nach, ob der dicke Boxer von Herrn Loos  zu sehen war, „Ritter“ lieben Hunde. Wenn er da war, dann wurde der durchgeknuddelt, obwohl er fürchterlich muffte. Dann ging es weiter zum Bäckerbrunnen und dann ins Ladenzimmer der Metzgerei, in der mich schon der Leberkäs-Duft erwartete. Der Leberkäs der Metzgerei Martin galt als der beste der Stadt. Noch heute schwärmen die Leute davon. Meine Mutter stand meist im Laden und bediente. Meist gab es kurz nach eins Mittagessen, das wir im kleinen Ladenzimmer an einem mickrigen Tisch neben dem dampfenden Leberkäsbräter einnahmen. Täglich gab es Suppe, Hauptgericht und Nachspeise – freitags fleischlos. Da von 13 Uhr bis 14 Uhr Mittagspause war, konnten wir fast ungestört zu Mittag essen. Bisweilen jedoch, als ich in der 3. Klasse in der Pleicher Schule war, kam oft ein ungebetener Gast, der an der Ladenzimmertür im Hof klopfte: Frau Motzel, meine Klassenlehrerin, eine ausgezehrte, alte silberlockige Jungfer, um deren beinahe skelettierten Extremitäten dunkelblaue Baumwollhosen schlotterten. Mutter musste sie dann immer schnell für ihre großen Einkäufe (75 g Fleischwurst, 1 Knäudele und 100 g Hackfleisch) bedienen. Ich war stets froh, wenn sie wieder weg war. So funktionierte damals eine Sprechstunde mit den Erziehungsberechtigten. Nachdem der Tisch abgeräumt war, wischte Mutter den Tisch und das Katholische Volksblatt wurden fein säuberlich auf dem Tisch ausgelegt. Zeichen für mich, dass jetzt neben dem Leberkäsbräter die Hausaufgabenzeit unter dem wachsamen Auge meiner Mutter begann. Ich bin Linkshänder und man hatte mir unter Nachdruck beigebracht, rechts zu schreiben. So holte ich die Hefte mit der Erstklasslineatur heraus und begann zu schreiben. Währenddessen war das Geschäft wieder offen und Kunden mussten bedient werden. Ich gab mir Mühe und schrieb mit Bleistift bzw. nun mit Füller fein säuberlich auf Orthografie achtend. Mutter kam und kontrollierte. „Hm, da hast du ein Wort vergessen! Das schreibst du gleich noch einmal!“ Ratsch – und schon war die Din A5 Seite herausgerissen und die zweite Hälfte des Blattes auch. „Gib dir Mühe!“. Kurze Zeit später. „Da hättest du mehr Abstand zwischen den Wörtern lassen müssen. Das hast du so ´neigeknört“. Ratsch – Seite raus. „Löschblatt unter die Hand, dass ja kein Fettflecken drauf kommt.“ Das Heft wurde nun schon merklich dünner. Ein erneuter Versuch. Mir taten schon die Griffel weh, die „Schreibkraft“ ließ nach. Pfeife – verschrieben! Mutter jetzt recht angesäuert: „Jetzt müssen wir radieren.“ Der blaue Anteil des Radierers schmiert. Der Leberkäsbräter dampft munter vor sich hin. Jetzt ist auch noch ein Fettflecken drauf. Noch einmal. Wieder verschrieben. Es wurde der hellblaue Radierer erneut strapaziert. Die Lineaturseite wurde durch den wiederholten Einsatz des Radierers zunehmend aufgeraut. Tintenkiller gab´s noch nicht. „Pfeife – jetzt ist das Schreibblatt auch noch durchgerubbelt. Geh´schnell zum Schreibwaren „Kurtze“ und kauf´ ein neues Heft!“ So fiel es mir leicht die deutsche Orthografie zu erlernen. Meine Mutter übrigens, hatte nie eine schöne Schrift besessen. Das Wort Weißwurst war bei ihr nur mit Fantasie zu lesen. Zwei W im Abstand, nach jedem ein waagrechter Strich! Martinsche Kurzschrift halt. Leberkäse: Lstrichkstrich! Geht doch!