“Neal Schon Story” – Part V – Hendrix, Bonamassa und Neals Gitarrenwelt

Neal – der Rhythmusgitarrist

Nicht viel weniger als seine solistischen Fähigkeiten beeindruckt mich seine fantastische und kreative Art die Rhythmusgitarrenlinien zu spielen. Welch´ wunderbares Können Steve Perrys Gesang zusätzliche Struktur und besonderes Fundament zu geben.

Schon auf den ersten drei Alben Journeys gefällt mir diese einzigartige Kunst , wie die filigranen, oft Hendrix-artig, Akkorde gesetzt sind, so melodiös, wobei ihm nach eigener Aussage George Tickner so manchen Kniff und außergewöhnliches Chording zeigte. Auch auf den späteren Alben gibt es hier ausgezeichnete Beispiele durch die Perrys oder Augeris Gesang so gut zur Geltung kommen konnten.

Einige Exempel:

Trial By Fire

Journey – Trial by Fire – YouTube

2018 mit Journey Through TimeLights” und “Still The Ride

Journey Through Time Exclusive – “Lights & Still They Ride” – YouTube

Neal auf den Spuren Jimi Hendrix`

Immer wieder scheint in Schons musikalischer Werkstatt die Affinität zu Jimi Hendrix durch. Sei es, dass er Hendrix – Stücke jammt oder Hendrixsche Rhythmik und Akkorde verwendet.

Dave Mason w/ Neal Schon, John McFee and Ross Valory – All Along The Watchtower, Santa Barbara 2016 – YouTube

JOURNEY 2004 NEAL SCHON – VOODOO-CHILD LIVE!!! – YouTube

PAUL RODGERS and NEAL SCHON : HEY JOE – ( Acoustic ) . – YouTube

Leider finde ich nicht mehr das youtube-Video aus dem kleinen Club in San Francisco. An jenem Abend spielten Paul Rodgers und Neal „Little Wing“. Eine wunderbare Version in Bild und Ton. Zum Glück fand ich diesen Live-Audio-Clip.

Little Wing – Paul Rodgers & Neal Schon – YouTube

1993 brachten die beiden als Album das „The Hendrix Set“ heraus.

Stone Free – Paul Rodgers & Company – YouTube

Gary Moore Im Vergleich/ Billy Cox Gesang

GARY MOORE STONE FREE. – YouTube

Moore spielt mit weniger Gain und Verzerrung, eine ziemlich raue Version, die Gitarre sehr prominent im Vordergrund.

Neals Version mit Delay und Vibratoeinsatz, vom Aufbau ziemlich ähnlich, Die Gitarre ist mehr in den Hintergrund gemischt.

Gary Moore – Manic Depression – YouTube

Paul Rodgers – Manic Depression – YouTube

Neal Schon und Joe Bonamassa

Seit etwa zwei Jahren sind Neal Schon und Joe Bonamassa scheinbar in engerem Kontakt. Neal, so ist auf seinem Instagram-Account zu erfahren, sammelt jetzt auch vermehrt Vintage-Instrumente.

Neal Schon und Joe Bonamassa mit Jimmy Barnes

Jimmy Barnes – Going Down Alone feat Neal Schon & Jonathan Cain – Official Video – YouTube

Neal and Joe Bonamassa In Las Vegas

Neal Schon Solo – Journey – Lovin’, Touchin’, Squeezin’ 10-26-19 The Colosseum @ Caesars Palace – YouTube

Live From Nerdville with Joe Bonamassa – Episode 3 – Neal Schon – YouTube

Joe Bonamassa, Neal Schon, & The Three Kings Band- “Oh, Pretty Woman” Shoreline Amphitheater – YouTube

Joe Bonamassa with Neal Schon (Journey) “Nobody Loves me but my Mother” at Caesar’s 10-27-2019 – YouTube

Neal Schons Gitarrenwelt

Zu Beginn sieht man Neal  mit seiner 1968er Les Paul Goldtop mit P-90 Pickups. Später wurden diese durch Humbucker (1977/ Fleischman Konzertmitschnitt) ersetzt. Zudem hatte er eine Les Paul Custom mit drei Pickups im Einsatz

Neal Schon “Any Way You Want It” Journey Guitar | 1984 Gibson Les Paul Limited Edition Super Custom – YouTube

Die 1963erFender Stratocaster verwendete er ausschließlich für das Album „Infinity“.

Im Nachfolgenden einige Werbeanzeigen mit Neal Schon bzw. Neal Schon Gitarren:

1980er Departure Tour, Neal verwendet eine Ovation-Electric-Gitarre.

1983 Roland Synthesizer-Gitarre, Aria-Gitarre (auch im Konzertfilm Frontiers and Beyond zu sehen)

1986 Schon-Signature-Gitarre, zuerst von “Jackson“, dann von Larrivée gebaut. Es gab zwei Versionen. Zum einen die NS- Deluxe und NS-Reverse mit Riegelahorndecke. Der Hals ist durchgängig, die Flügel angeleimt. Zwei Single-Coil und ein splitbarer Humbucker in der Stegposition, Fünfweg-Schalten. Entweder gab es diese Gitarre mit “Ferrari”-like Saitenhalter oder mit Floyd-Rose-Tremolo.

Neal “Schon” guitar by Larrivee

Meine Neal Schon Guitar (Monthly Guitar September/ October 2019)

Monthly Guitar October: Schon NS-Deluxe – conny-martin.de (conny-martin.de)

Meine Neal Schon Reverse Custom ( Monthly Guitar April 2019)

Monthly Guitar/ April Schon Custom Reverse Signature Guitar – conny-martin.de (conny-martin.de)

1993 Tom Anderson, Dommenget-Les Paul

1999 PRS-Guitars

PRS Neal Schon LTD Private Stock #3749 Semi-hollowbody Electric Guitar Demo – Sweetwater Sound – YouTube

2005/6 Gibson Les Paul Signature

Die Gitarre wurde nach Neals Vorstellungen produziert. Der Hals-Korpusübergang wurde zurückgenommen, dadurch noch besserer Zugang zu den hohen Lagen.

Weiteres Equipment und Rig Rundowns

Neal Schon 2 – YouTube

Neal Schon Pedal Board Overview – Guitar Interactive Magazine Issue 19 – YouTube

Rig Rundown – Journey’s Neal Schon (2014) – YouTube

Rig Rundown – Journey’s Neal Schon – YouTube

NEAL SCHON MARSHALL AMP SPOT – YouTube

PRS Neal Schon Private Stock – YouTube

PRS – Neal Schon Private Stock – YouTube

NAMM ’13 – Neal Schon and Paul Reed Smith on the NS-14 and NS-15 Signature Guitars – YouTube

Auch Neal hat wie viel andere Gitarrenhelden eine Lagerhalle für sein Equipment angemietet.

Hier einige Bilder aus seinem Lagerraum Mitte der 90er Jahre!

Hier ein Video von Dave Amato von REO Speedwagon und seiner Gitarrensammlung. Ohne Kommentar!

“Neal Schon Story” Part IV – A Journeyman is always busy – Projekte noch und noch von Jan Hammer über Sammy Hager und Joe Cocker zu Paul Rodgers

Neal Schon- Soloalben und mehr oder minder erfolgreiche Nebenprojekte

1981 beginnt mit dem Album „Untold Passion“ die Zusammenarbeit mit Jan Hammer. Neal spielt auf diesem Album vor allem mit dem Gitarren Synthesizer von Roland. Jan Hammer ist für die Keyboards und das Drumprogramming/ Schlagzeugspiel verantwortlich. Bass spielt Colin Hodfkinson.

„It´s Alright“ – Neal singt den wave-igen-Titel

“I Am Talking To You” – erinnert etwas an eine Police-Nummer mit rasantem Zwischenteil

Neal Schon & Jan Hammer – I’m Talking To You (1981) (Music Video) WIDESCREEN 720p – YouTube

„On The Beach“ – funky Rhythmen im Wechsel mit journeyliken Harmonien

„Untold Passion“ – Bachsche Harmonik, schönes Solo

„Arc“ – Fusion-Stück – könnte auf einem Jeff Beck-Album der 80er zu finden sein!

„I Am Down“ im Stile eines modernen Jimi Hendrix

„Peace Of Mind“ – typisches Journey-Chording, eine kurzes Instrumentalstück, mit schönem Bass-Linien von Colin Hodgkinson

Schon & Hammer „Here To Stay“ 1982

„Time Again“Pink Floyd-Vibe

„Long Time“ – gute Gesangshookline mit Beatlesfärbung

„So Hot“  Neal Schons „Superstitious“ – Neal setzt hier auch die Talk-Box ein. Sehr abgedrehte Sounds.

In gewisser Weise ist dieses Album radiotauglicher. „No More Lies“ spielte Neal auch innerhalb des „Journey“-Programms.

Neal Schon & Jan Hammer -No More Lies HD – YouTube

Der schnelle Rocker „Self Defense“ (Co-Autor Steve Perry) mit Steve Smith (dr.) Ross Valory (Bass), Background Vocals Steve Perry erschien nochmal überarbeitet auf dem „Generations“-Album

Kompositorisch besonders gelungen „Don´t Stay Away“ mit schönen Vokalharmonien.

1983 – HSAS Neal Schon und der Red Rocker

Kurzlebige Band bestehend aus Sammy Hagar Schon Kenny Aaronson Michael Shrieve , die das Album “Through The Fire” live einspielte.

Cooles Cover von Whiter Shade Of Pale, Wunderschön , wie Neal Schon hier die Rhythmusgitarre spielt. Die Gelegenheit “Whiter Shade Of Pale” in einer Trio-Besetzung zu hören, gibt es wohl recht selten.

HSAS (LIVE) “WHITER SHADE OF PALE” – YouTube

HSAS – Through The Fire (Full Album) – YouTube

Soundmäßig war HSAS eine Fortführung des Hammer/Schon-Projekts – Roland-Synthesizer-Gitarrensounds vermischt mit Hardrockelementen – allerdings mit Sammy Hagar um vieles mehr publikumsorientiert.

Die späten Achziger

Ende der 80er war Neal ein gern gebuchter Gitarrist für Studioaufnahmen. So ist er auf dem  Album von Joe Cocker „Cocker“ 1986 „Don´t You Love Me Anymore“solistisch zu hören.

1987 folgte Michael Boltons Album „The Hunger”. Hier ist Neal mit dem sagenhaften Solo auf „Sitting On The Dock Of The Bay“ zu hören Im Studio war Neal mit dem ersten Solo an sich zufrieden, aber Michael Bolton meinte, er könne das noch besser und so entstand dieses erstklassige Solo. Neal ist im Video von Michael Bolton zu sehen. Auch hier wie im Studio spielte er seine Signature Schon-Gitarre mit dem typischen Sound, den diese Gitarre hat.

In San Francisco  nahm Jimmy Barnes 1988 sein Album “Freight Train Heart” auf. Cain und Schon waren wieder wie bei Bolton im Studio dabei und später im Video von „Too Much Ain´t Enough Love“ auch zu sehen. Neal brilliert auf dem Stück mit einem virtuosen bluesigen Solo- dynamisch und einfach geil.

Jimmy Barnes – Too Much Ain’t Enough Love – YouTube

Neal ist auch auf weitern Titeln wie „Still On Your Side“ oder „Do Or Die“ zu hören. Empfehlenswerte Scheibe mit dem tollen Gesang von Jimmy Barnes.

Bad English – Poser Band, die erste

Aus Wikipedia

„Nach dem Ende seiner Band Journey im Jahre 1988 beschloss Jonathan Cain (Keyboard) zusammen mit Ricky Phillips (Bass) eine neue Band zu gründen, deren Ausrichtung etwas rockiger ausfallen sollte, als es bei Journey der Fall war. Beide spielten bereits Ende der 1970er Jahre zusammen bei The Babys, deren ehemaliger Sänger John Waite kurz darauf ebenfalls zu den neu gegründeten Bad English stieß. Waite konnte zu diesem Zeitpunkt bereits auf einige Erfolge als Solokünstler zurückblicken, darunter der Nummer Eins-Hit Missing You. Mit Neal Schon (Gitarre), ebenfalls früher bei Journey aktiv, fand sich schnell der passende Gitarrist. Als Schlagzeuger schlug Schon den jungen Deen Castronovo vor, der damit die Formation komplettierte.

Das im Jahr 1989 veröffentlichte Debüt-Album, schlicht Bad English betitelt, erwies sich sofort als Erfolg. Mit den beiden Singles When I See You Smile und Price of Love gelang es Bad English, die Top Ten der amerikanischen Single-Charts zu knacken. Der Veröffentlichung des Albums folgte eine erfolgreiche Tour, die sich über elf Monate erstreckte. Die Band machte sich kurz darauf an die Aufnahmen eines Nachfolgealbums, die allerdings von gewissen Spannungen begleitet wurden. Während Schon und Phillips eine härtere Richtung einschlagen wollten, favorisierten Waite und Cain eher softeres Material. Zudem zeigte sich Waite unzufrieden mit dem Produzenten des neuen Albums, Ron Nevison, was schließlich dazu führte, dass er seine Gesangsspuren mit einem anderen Produzenten aufnahm. Noch vor Veröffentlichung der zweiten Platte Backlash war die Auflösung von Bad English bereits beschlossene Sache. Das Album verkaufte sich ordentlich, konnte aber nicht an die Erfolge des Debüts anknüpfen. Nach dem Ende der Band schlossen sich Schon und Castronovo Hardline an. John Waite agierte wieder als Solokünstler, ebenso wie Jonathan Cain. Ricky Phillips veröffentlichte unter anderem ein Album gemeinsam mit dem ehemaligen Toto– und Le-Roux-Sänger Fergie Frederiksen.

Bad English – When I See You Smile (Official Video) – YouTube

Bad English – Price of Love – YouTube

“Possession” – cooler Rocksong, mit guten Gesangslinien und Klasse Gitarren – typisches 80er Poser-Video. Nächstes ebenso.

Bad English – Forget Me Not – YouTube

Bad English – Heaven Is A 4 Letter Word – YouTube

Eine schöner Titel mit geschmackvollen Cleansounds „Don´t Walk Away“.

Bad English Dont Walk Away – YouTube

Wie oben erwähnt war das zweite Album sogleich das Ende der Band. Vielleicht besser so.

„Time Stood Still“ mit schönem akustischen Gitarrenvorspiel.

Time Stood Still – Bad English (1991, AOR/Melodic Rock from USA) with lyrics – YouTube

Zur gleichen Zeit veröffentlichte Neal Schon das erste richtige Solo-Album „Late Night“.

Dieses Album ist meiner Meinung nach eines seiner besten. Es verfügt über stimmige Songstrukturen und einen gewaltigen Sound. Die Mixtur aus Instrumentalen und Stücken mit Gesang ist ausgewogen. Neal brilliert hier mit einem hymnenhaften Gitarrenspiel und diesem genialen Gespür für einprägende Melodien.

Le Dome und Late Night  – schöne Melodiebögen und rasante Läufe wechseln sich ab, dann wieder cleane Sounds. Fast orchestral ! Anhören!

„The Theme“ – baut gekonnt Spannung auf –

The Theme – YouTube

„I ´ll Cover You“ verbreitet arabisches Feeling –

Neal Schon – I’ll Cover You – YouTube

“Rain Is Coming Down” – verhaltener, ruhiger Beginn ab 3:38 Zeppelin lässt güßen

„Smoke Of The Revolution“ – Rock-Funk, cool von Neal gesungen, Gitarrenlicks zum Genießen

Smoke of The Revolution – YouTube

„Inner Circles“  wie ein Relikt aus den Journey-Anfangstagen

Neal Schon: Late Nite- Inner Circles – YouTube

„Blackened Bacon“ – witziger Kurztitel der mit voll verzerrter Gitarre beginnt, aber dann in akustischen Country-Blues mündet.

Hardline – Poser-Band II

Aus Wikipedia

Gegründet wurde Hardline 1991 von den Brüdern Johnny und Joey Gioeli, nachdem beide zuvor bereits in mehreren Bands zusammen gespielt hatten, unter anderem bei Brunette. Als Unterstützung holten sie Neal Schon und Schlagzeuger Deen Castronovo ins Studio. Ebenfalls zum ersten Line-Up gehörte Bassist Todd Jensen. 1992 veröffentlichten Hardline ihr erstes Album Double Eclipse, das mit Platz 17 der Billboard Charts einen vergleichsweise großen Erfolg hatte. Das Video zur Single Takin’ Me Down wurde auch bei MTV bekannt.

Aus dem Album „Double Eclipse“ mit typischen Poser-Videos!

Hardline Takin’ Me Down HQ – YouTube

Hardline – Can’t Find My Way (Official Video) (1992) From The Album Double Eclipse – YouTube

HARDLINE ~ 1992 ~ “HOT CHERIE” – YouTube

Neal Schon Interview über Hardline, Einflüsse und vieles mehr

NEAL SCHON (COMPLETE) INTERVIEW 1993 – YouTube

Bereits nach dem ersten Album fiel diese Bandbesetzung wieder auseinander. Habe irgendwo in einem Schon-Interview gelesen, dass Neal mit den gesanglichen Leistungen in Live-Konzerten nicht zufrieden war. Schon kümmerte sich in der Folge um andere Projekte wie Paul Rodgers & Company, Castronovo und Jensen verließen ebenfalls die Band.

Neal Schon und Paul Rodgers (Free/ Bad Company/ Queen)

1993 nahm Paul Rodgers mit den zu Beginn der 90er Jahre angesagten Gitarristen das Album “Muddy Waters Blues“ auf. Auf der CD waren u.a. Slash, Jeff Beck, Gary Moore Brian May Richie Sambora, Buddy Guy, Trevor Rabin, Neal Schon uv.a. zu hören. Nach der CD-Veröffentlichung kam es dazu, dass Paul und Neal mit Deen Castronovo (Bad English/ später Journey/ Drums) und Todd Jensen (Bass) gemeinsam auf Tour gingen. Ende 1993 waren sie auch auf Deutschland Tour. Ich wollte mit meinem Schwager ein Konzert in Neumarkt in der Oberpfalz besuchen. Das Konzert fiel leider aus, da die Band auf dem Weg in die Oberpfalz einen Unfall mit dem Bandbus hatte. Schade. Zum Glück gibt es einige Clips von einem Clubauftritt der Band:

Paul Rodgers & Company – Good Morning Little Schoolgirl (live) – YouTube

PAUL RODGERS WITH NEAL SCHON 1993 (LIVE) – YouTube

PAUL RODGERS and NEAL SCHON : HEY JOE – ( Acoustic ) . – YouTube

1993 brachten Rodgers und Schon ihre selbst produzierte fünf Stücke umfassendes „The Hendrix Set“ Album heraus. Darauf werde ich später noch mal  im Vergleich zu Moores „Blues For Jimi“-Album zurückkommen.

Beyond The Thunder – Jazz and Fusion

Das zweite Album auf dem Higher Octave Label zeigt Neal eher in einem Jazz-Fusion-LatinSoul-Mix. Unverzerrte Gitarrensounds, Semi-Akustik und Akustikgitarrensounds dominieren.

Anspieltipps

„Big Moon“ – Jazz-Gitarren-Sound, relaxter Titel, geht mit schönen Melodien ins Ohr

Neal Schon-Big moon – YouTube

„Bandalero“ – spanisches Gitarrenfeeling

„Zanzibar“ – klanglich ähnlich wie „Bandelero“ aber mit melancholischem Charakter

„Espanique“ – Nomen est Omen, so wie der Titel, einprägende Melodien, schnelle Akustikgitarrenläufe, santanische Perkussion eingeschlossen

Sy Klopps B lues Band

Herbie Herbert, Journey-Manager und Hobby-Sänger, gründete die „Sy Klopp Blues Band“. Eine richtige Spaß-Combo, die den Blues liebt. Auf dem Album „“Old Blue Eye Is Back“ spielt Neal die Solo-Gitarre.

Band Line-Up

Sy Klopps (Herbie Herbert) – Lead Vocals, Lead Guitar, Rhythm Guitar
Norton Buffalo – Harmonica
David Denny – Rhythm Guitar
Greg Errico – Drums
Gregg Rolie – Piano
Neal Schon – Lead Guitar
Ross Valory – Bass Guitar
Herman Eberitzsch – Keyboards

Wie es zur Band „Sy Klopps“ kam und was man über Herbie Herbert unbedingt wissen sollte.

1948 geboren, einer der größten Manager im Rockbusiness, ein Perfektionist hinsichtlich der Durchführung von Tourneen. Ohne ihn hätte Journey nie den Superstar-Status erreicht.

Herbie begann sein Wirken im Rockgeschäft als Roadie. 1979 wurde er Journeys Manager.

In 1979, as manager of Journey, Herbie invented efficient logistical systems and profitable business arrangements out of whole cloth, out of his own head, and many of these ideas became standards for the industry. By early 1979 Journey’s fourth album “Infinity” had gone triple platinum without a charting single. Herbie’s dream of success had worked beyond his most fantastical imaginings. The industry woke up one morning and realized that Herbie Herbert was: “Da Man.”

Herbie clearly saw the need to control all aspects of his business and, by doing so, save money, build equity and share wealth for himself and his company. Using this new business model the band carried everything to a show. All risers, platforms, lighting, sound, consoles, barricades, the entire stage, all rigging motors and a complete office, with cases full of typewriters, walkie-talkies, etc., traveled with the band. A crew of 30 people traveled with 6 tractor-trailers, putting up the show in four hours and taking it down in two, night after night. Herbie’s businesses handled every aspect of lights, sound, trucking, promotion, travel arrangements, rigging and stage costs, recording, video costs, equipment, supplies and repairs.

Einen guten Eindruck über die perfekte Organisation einer „Journey“-Tour gibt der folgende Film:

Journey/Steve Perry Documentary – Frontiers & Beyond! (1983) [With Neal Schon & Jonathon Cain] – YouTube

Die Dokumentation gibt zudem einen hervorragenden Einblick über das Tour-Leben in den früheren 80er

Wie man im Rock- Business Geld verdient

Herbie set about teaching the music business how to really make money. He would tenaciously negotiate for the highest yield per unit sold per dollar grossed, whether songs, t-shirts, tickets or CDs. Under Herbie Herbert’s business model all royalties – publishing, licensing, merchandise sales or mail order – were paid directly to the band with no deductions. And all the separate entities of the business were required to be run from the tour profits. Touring was the largest source of income for the band, with Herbie routinely netting 70% of every dollar grossed. Between 1978 and 1988 the members of Journey pocketed over 65% of the gross receipts.

By 1986 Herbie Herbert had become a full time empresario in rock and roll. During the golden years of Journey he sheparded the band through a startlingly long string of record-breaking successes. The accomplishments of Journey are well documented: consistent sellouts, ground-breaking stagecraft technologies, endless touring and record breaking sales statistics. Journey has sold well over 50,000,000 albums worldwide and continues to sell to this day.

Herbie Manager für Europe, Roxette und Mr. Big

In 1987 it was decided that Journey would take a long hiatus. They had been steadily liquidating assets since 1984 and now wanted to sell Nocturne. Herbie and Journey guitarist Neal Schon bought 100% of Nocturne Productions from the remaining members of the band. Herbie continued to have tremendous management success, guiding the careers of Europe, Roxette and Mr. Big. Those three acts sold another 50,000,000 albums worldwide.

Einige Clips der “Sy Klopps Blues Band“

SY KLOPPS BLUES BAND (Berkeley, California, U.S.A) – Wine – YouTube

Blues: Sy Klopps Blues Band – Pretty Woman – YouTubeSY KLOPPS BLUES BAND (Berkeley, California, U.S.A) – Hoochie Coochie Man – YouTube

Fortsetzung folgt!

Literaturhinweise

Fachblatt, 1980 Rolling Stone June 1980

Time 3 Booklet, San Francisco 1992

Guitar Player August, 2001

Gitarre & Bass, Juli 2001

Gitarre & Bass, Juni 2005

Rock It , März 2005    

Neal Schon über Neal Schon von Stev Rosen (Fachblatt 1983?)

Good Times, April 2008

Guitar Player, July 1989

Journey von Fleesh Fischer, Zeitungsartikel von 1980

John Stix, Neal Schon von Journey

Guitar Heroes II, 2007, guitar magazine

Die “Neal Schon Story” – Part III Das Ende von “Journey” – Reunion – und Steve Perrys drei Nachfolger

Neal Schon Story – Part III

Mit Jonathan Cain als Keyboarder entfernt sich die Band von ihrer bisherigen musikalischen Stilrichtung mit Blueseinflüssen. Kritiker hatten allerdings auch nach den drei LPs mit Perry stilmäßige Ermüdungserscheinungen und Langeweile festgestellt. Mit Cain ziehen nun  mehr moderne Keyboard- und Flügelsounds ein. Die bluesige Seite wird zugunsten eher pompöser Klänge zurückgefahren. Das erste Album hieß dann auch bezeichnender Weise „Escape“.

„Don´t Stop Believing“ – Du kommst in Amerika nicht herum, dieses Lied mindestens einmal zu hören. Quasi eine weitere Hymne der Amerikaner. Und jeder kann den Text auswendig und spielt „Luftgitarre“ , wenn Neals Gitarre angewirbelt kommt.  Das Bass-Riff hat Neal übrigens ausgedacht, ebenso die „chugging guitar line and the sweeping chords on the chorus.” (Time 3 Booklet) Als Coverband in Nashville, New Orleans, Memphis, Austin oder sonst wo musste das Stück spielen können.

„Stone In Love“ beginnt mit verzerrten trockenen Chords. Das kurze Solo ist eines von Neals besten. Neal sagt:“ I especially like the end of this song because I wrote all the counterpoints between the guitar and the bass.  I think there is great interplay between Ross and me.”

“Still They Ride”- Fender Stratocaster-Rhythmus-Gitarre bzw. Roland-Synthesizer-Gitarren-Themen, wunderbare Melodiebögen. Und dann dieses super aufgebaute Solo, voller Spannung. Meisterlich.

Journey – Still They Ride (lyrics) – YouTube

“Mother, Father”- dramatisches Stück, das erste Zwischenspiel schrieb übrigens Neals Vater Matthew Schon. Neals melodiöses charaktervolles erstes Solo setzt sich im Gehörgang fest. Klasse. Das Zweite gefällt durch wieselflinke Läufe.

Journey – Mother, Father (Live In Houston 1981) – YouTube

„Who´s Crying Now“ – mit typisch Neal Schon-Outro-Solo zum Mitsingen , kennt auch jeder. Neben Anyway You Want it, Don´t Stop Believing, Lights und Wheel In The Sky in Amerika wohl meist gehört und in Karaoke Bars gesungen!

„Frontiers“ – im 80er- Soundkostüm

Journeys nächstes Album war im typischen 80er Sound. Fette Synthesizer-Teppiche und Neals Gitarre beginnt zunehmend zu  verhallen.

„Seperate Ways“ – kennt auch jeder in Amerika. Neals Solo können nicht wenige mitsummen.

„Send Her My Love“ – breit angelegte Ballade mit viel Hall, schöne Neal Schon Rhythmuslinien und Mitsing-Solo inkludiert.

Die nächsten beiden Stücke sind spieltechnisch originell und fallen aus dem Rahmen.

„Frontiers“: ungewöhnlich für Journey, Synthesizer-Sounds, vertrackter Schlagzeugrhythmus,  interessante Rhythmusgitarre, ohne Neal Solo

Journey-Frontiers(Frontiers) – YouTube

„Backtalk“

Erinnert an „Homemade Love“ von „Departure“ oder an die ersten drei Journey-Alben, gegentaktiges Solo von Neal, wirklich cool.

Journey-Back Talk(Frontiers) – YouTube

„Raised On Radio” – Album und Tour

„Raised On Radio“ läutet das vorläufige Ende von Journey ein. Während der Aufnahmen zum Album mussten Valory und Smith die Band auf Wunsch von Perry verlassen, der mehr und mehr die Geschicke der Band bestimmte. Ihre Arbeit im Studio und auf der nachfolgenden Tournee wurde von Studiomusikern übernommen. Das neue Album „Raised On Radio“ war kompositorisch noch mehr auf den allgemeinen amerikanischen Musikgeschmack ausgerichtet. Soundmäßig weich gespült. Das heißt nicht, dass es schlecht gewesen wäre, aber von dem ursprünglichen journesquem Sound der 70er Jahre meilenweit entfernt. Insgesamt klingt es mehr wie ein Steve-Perry-Soloalbum. Neal erhält nur wenig Raum, ausufernde Solos sind ehe seit dem Einstieg Perrys verschwunden. Was Live jedoch anders war. Dennoch enthält das Album einige coole Nummern, die die Klasse Neal Schons zeigen. Es gibt eine große Anzahl von melodiösen Gitarreneinwürfen und gekonnter Solos:

Journey – Girl Can’t Help It (Official Video) – YouTube

„Positive Touch“ – cooles Solo in der Songmitte (1:49 – 2:10) und spannende Rhythmusgitarre; die Fade Out- Melodie wird allerdings von einem Saxophon übernommen

„I´ll Be Alright Without You” – fast schon eine Disko-Nummer, mit tollen Gitarrenlicks und souligem Solo, übrigens wie bei „Girl Can´t Help It“ spielt hier Neal auf der 1986er Tour sein Signature-Gitarrenmodell.

Raised On Radio I’ll Be Alright Without You S Perry Journey – YouTube

„Be Good To Yourself“, auch hier mit seiner Signature Gitarre und langes Fade Out Solo.

Journey – Be Good to Yourself (Official Video – 1986) – YouTube

Valory und Smith wurden  auf der Tour durch die in den beiden Videos zu sehenden Randy Jackson  (bass/bacground vocals) und Mike Baird (dr) ersetzt.

Live-Mittschnitt von 1986

Journey Live in Philadelphia 1986 – YouTube

Nach dem Ende der Tournee kam es schließlich zum Bruch und die Band löste sich auf. Cain und Schon gründeten gemeinsam Bad English, während sich Perry einer Solokarriere widmete.

Tipp:

Wer einen guten Überblick über „Journey“ und Neal Schon haben will, dem sei die CD-Box „Time3“ ans Herz gelegt. Neben den wohl bekannten Titeln sind auf den drei CDs sehr reizvolle unveröffentlichte Songs gelandet. Die Liner Notes zu jedem Song auf den CDs sind wirklich reizvoll und geben Einblick über die Entstehung der jeweiligen Komposition. Absolut empfehlenswert.

Journey – Timeout bis 1996 (Neals Nebenproduktionen und Kollaborationen wie die Zusammenarbeit mit Jan Hammer, Sammy Hagar, Bad English, Hardline,  Jimmy Barnes und Paul Rodgers werde ich einem Extra-Kapitel vorstellen.)

1991 ein erster Wiederauftritt von Neal, Steve Perry und Jonathan Cain bei dem Bill Graham-Gedenkkonzert. Man merkt, dass Perrys Stimme ziemlich nachgelassen hat. Meiner Meinung nach der letzte Auftritt in dieser Rumpfbesetzung, denn trotz Reunion von 1996, gab es keinen Auftritt mehr mit Steve Perry. Neal spielt die weiße Strat über einen Gitarrenvorstufe (Fabrikat?). Wenig Effekte und trockenes Signal. Journey performt hier ohne Rhythmusbegleitung. Cool, das Solo in „Lights“.

Journey – Full Concert – 11/03/91 – Golden Gate Park (OFFICIAL) – YouTube

1996 – Reunion für Trial By Fire

Im Jahr 1996 kam es schließlich zu einer Wiedervereinigung in der Besetzung Perry, Schon, Cain, Valory und Smith und dem Album „Trial by Fire“. Die Band konnte natürlich in der veränderten Musiklandschaft nicht ganz an alte Erfolge anknüpfen, schaffte aber den Sprung in die Top-Ten der Billboard Hot 100 und konnte mit “When You Love a Woman“ einen Single-Hit verbuchen.

Die fast 10-jährige Journey-Schaffenspause hatte „Journey“ gut getan. Das neue Album kann meiner Meinung nach mit der Güte der frühen Alben locker mithalten. Das Album von Kevin Shirley (Joe Bonamassa u.v.a.) produziert, hat einen modernen Gesamtsound. Rockiges und Balladesques halten sich die Waage. Die Arrangements der Songs sind absolut gelungen und gesangsmäßig äußerst kreativ.

Anspieltipps

„Can´t Tame The Lion” – pure Neal Schon-Showtime, wirklich ein rasanter Ritt durch das ganze Stück. Die Finger flitzen. Das Solo ab 1:33 super. Highlight ist aber das Fade Out – Solo ab 3:00. Absolutes Neal Meisterwerk.

journey can’t tame the lion – YouTube

„Still She Cries“ – schönes Gitarrenintro

Journey – Still She Cries – YouTube

„Trial By Fire“ – gefällt durch die wunderbare etwas andere, aber typsche Neal Schonsche Rhythmus-Linien. Außerordentlicher guter Gitarrensound, leicht angezerrt, ab 2:05 kurzes stimmungsvolles Solo

Das Album sollte mit einer großen USA-Tournee verbunden werden, doch Perry verletzte (Hüftprobleme) sich kurz vor Beginn der Tournee und war für Monate außer Gefecht gesetzt. Die restlichen Mitglieder waren mit der Situation unzufrieden und beschlossen, ohne Perry weiterzumachen, um weiterhin auf Tournee gehen zu können. Für Perry wurde der Sänger Steve Augeri verpflichtet, der sich bereits bei Tall Stories und Tyketto einen Namen gemacht hatte und gesanglich an Perry erinnerte. Der freiwillig scheidende Schlagzeuger Smith wurde durch Deen Castronovo  (wirkte mit Neal  bei Paul Rodgers/ Hardlineund den Soloprojekten mit) ersetzt, der bereits mit Cain und Schon bei Bad English musizierte. Ein erstes Lebenszeichen sendete die Band mit einem Beitrag zum Soundtrack des Films Armageddon.

„Baby I Am Leaving You“ – Neal spielt Reggae auf dem Hidden Track – cooles Strat-Solo ab 1:00, wahrscheinlich benutzt er hier eine seiner Tom Anderson-Stratocasters, die er auch auf der Tour mit Paul Rodgers &Company (1993/94) verwendet hat. Übrigens hat Neal 1976 auf der Scheibe “Reggae Thing” der Band “Inner Circle” (Love is the drug/ Roman Solders Of Babylon/ Reggae Thing)) mit gewirkt.

Journey – Baby I’m Leaving You – YouTube

Neal Schon mit Inner Circle – ein Reggae- Zwischenspiel

Inner Circle Reggae Thing – YouTube

Inner Circle Roman Soldiers of Babylon – YouTube

Love Is The Drug – Jacob Miller.wmv – YouTube

Journey „Arrival“ – der neue Sänger Steve Augeri

Das erste Album mit Augeri erinnerte von den Songs her und den Sounds an die früheren Journey.vor „Frontiers“. Kompositorisch im Vergleich zu den nachfolgenden Alben ausgereifter und ganz nett. Zudem war nun mit Deen Castronovo ein Schlagzeuger an Bord, der in der Spielweise mehr an Aynsley Dunbar erinnerte und zudem ein vorzüglicher Sänger ist, der stimmlich über die hohe Perry-Falsett-Stimme verfügt.

Hier ein Video für hier lesende Schlagzeuger!

Deen Castronovo mit Journey 2000 in Las Vegas: La Raza Del Sol , geschrieben von Perry und Cain. Es geht hier textlich um die Rolle der „Hispanics“ im Werden der Vereinigten Staaten., Neal Schon steuert hier Santana Sounds bei und wechselweise Soloeinwürfe mit Cains Hammondorgel. Deen am Schlagzeug einfach grandios! Cooles Video!

Journey – La Raza del Sol (Live in Las Vegas – 2000) – YouTube

Deen Castronovo sing t „StillThey Ride” 2009

Journey – Still They Ride (Deen Castronovo) – YouTube

Anspieltipps

„Signs Of Live“

Journey – Signs of Life – YouTube

„Live And Breathe“

Journey – Live And Breathe (2001) HQ – YouTube

„Higher Place“

Higher Place – YouTube

„I Am Not That Way” – schöne Akustik- und E-Gitarre-Sounds, klasse Harmoniegesang

Journey I’m Not That Way 2001 Rare Track – YouTube

Die restlichen Journey LPs erwähne ich hier nur kurz.

Red 13 (Ep)

Generations – die letzte mit Steve Augeri

Auf Grund Augeris Stimmbandproblemen – anscheinend wusste man sich ab 2006 nur durch Lip syncing zu helfen, musste der Sänger das Handtuch werfen und wurde durch Jeff Scott Soto ersetzt.

Ab 2008 folgte ihm Arnel Pineda nach.

Revelation – die Erste mit Arnel Pineda

Eclipse – das bisher letzte Journey Album

Keine dieser Scheiben hat wirklich den Esprit früherer Jahre. Auch Neal bringt durch die vielen Side-Projekte, über die hier später noch zu sprechen wird, sich anscheinend nicht mehr mit voller Kraft ein. Journey seit 1996 mit drei verschiedenen Sängern eigentlich jährlich auf Tour, spielt bei jedem Konzert halt das „Dirty Dozen“ , das die Leute hören wollen. Neuere Stücke fließen nur spärlich ein.

Nach Neals Aussage soll 2021 ein neues Album erscheinen, ohne Valory und Smith, da gab es Ärger. Wahrscheinlich sind Randy Jackson am Bass und Narada Michael Walden am Schlagzeug mit von der Partie.

Fortsetzung folgt!

Fachblatt, 1980 Rolling Stone June 1980

Time 3 Booklet, San Francisco 1992

Guitar Player August, 2001

Gitarre & Bass, Juli 2001

Gitarre & Bass, Juni 2005

Rock It , März 2005    

Neal Schon über Neal Schon von Stev Rosen (Fachblatt 1983?)

Good Times, April 2008

Guitar Player, July 1989

Journey von Fleesh Fischer, Zeitungsartikel von 1980

John Stix, Neal Schon von Journey

Guitar Heroes II, 2007, guitar magazine

Die Neal Schon Story – Part II oder wie man einen Sänger loswird

Wie man einen Sänger loswird – Herbie kann es!

Journey_Manager Herbie Herbert

Wenn man Journeys bzw. Schons Musik nach langer Zeit erneut hört, dann entstehen Assoziationen. Bei fast allen kenne ich eigentlich noch den Ablauf auswendig. Gänsehaut überkam mich beim Wiederhören oft. Während das erste Album „Infinity“ der Steve Perry- Ära, das ohne Zweifel zu einem Alltime-Klassiker geworden ist, noch durchging, vermisste ich beim zweiten „Evolution“ schon teilweise diesen progressiven Ansatz der ersten drei Alben. Aber der Reihe nach. Die Neal Story ist eng mit Steve Perry verbandelt.

Es bereitete der Band keine Schwierigkeiten einen Sänger zu finden. Man engagierte zunächst Robert Fleischman, von dem Konzert-Promoter  Barry Fey empfohlen, obwohl Steve Perry 1976 schon angefragt hatte: … „ a long haired Portuguese tenor with  the look of a baby-faced Wayne Newton, had been around asking if the band needed a singer.”(Rolling Stone, June 1980)

Robert Fleischman ganz rechts

Robert Fleischmann (immerhin Mitkomponist von “Wheel In The Sky”, „Anytime“ und „Winds Of March“), passte einfach nicht zur Band. Sein Auftritt bei einem Journey-Konzert von 1977 zeigt dies deutlich (siehe youtube clips weiter unten). Er wirkt mit seinem aufgesetzten, zappeligen Gehabe irgendwie wie ein Clown, der sich affektiert in den Vordergrund spielen will. Herbie Herbert hörte kurz nach Fleischmans Engagement ein Tape von Steve Perry, war total begeistert und sagte ganz offen, dass man Fleischman loswerden müsse und „ we gotta get this guy (Steve Perry)“. Herbie musste nicht lange auf eine Gelegenheit warten. Eines Konzertabends beschwerte sich Fleischman darüber, nicht genug Spotlight zu erhalten. Herbie antwortete kurz:“You ´re gone. Adios.“

Auf „Infinity“ wurde die Tenor-Stimme Perrys geschickt in die voll durcharrangierten Songs integriert, veredelt  durch  die nun typischen Chorsätze von Rolie, Valory, Schon und Perry. Wie man auf dem 77er Fleischman-Auftritt hört , standen schon weitgehend die Arrangements. Der Produzent Roy Thomas Baker (siehe auch Queen) gab Journey einen neuen Sound: griffige Melodien, einprägsame Refrains und mehrstimmige Gitarrenchöre, die ins Ohr gingen. Die mitsingbaren Gitarrensoli wurden zu Neals Markenzeichen.

Perry und Schon waren ( auch im Verbund mit Greg Rolie) kompositorisch ein ganz großes Team, eine ideale Symbiose. Dabei darf nicht vergessen werden, dass Ross Valorys Bass, Dunbars Schlagzeugspiel und Rolies Hammondorgel einen großen Beitrag zum Gesamtwerk beisteuerten. Komponiert wurde in vielen Fällen mit Akusikgitarre (Neal) und Bass (Perry), nicht selten während langer Fahrten im Tourbus oder bei Rehearsals vor den Auftritten. (Time 3 Booklet)

Anspieltipps

Lights Hendrix-artiges Rhythmus-Chording, wunderbares Solo, der Song wurde ein San Francisco Favorit,

Feeling That Way: Beispiel dafür, wie gut sich die Stimmen Perrys und Rolies im Wechsel so stimmig ergänzten, Stilprägend der gewaltige Chorgesang der Band, der auch live locker bewältigt wurde.

La Do Da rockiger Titel, der an die ersten drei LPs erinnert.

Patiently  wunderbarer Song von Perry und Schon, einfühlsame Stimme von Schons Nylon-Gitarre begleitet und später rockig fortgeführt, um wieder zu den Ausgangsharmonien zurückzukehren.

„Wheel In The Sky“ – 8 Wochen in den amerikanischen Charts; schönes, wohl bekanntes, fast klassisches Gitarrenintro, griffiger Refrain mit Chorgesang, an dem sich viele Top 40 Bands die Zähne ausgebissen haben, und natürlich ein einprägsames Neal Schon -Solo

„Winds Of March“ – hat mir immer mit am besten gefallen, schönes Nylon-String-Intro, einfühlsamer Gesang, der unter die Haut geht, im Refrain mehrstimmige Gitarrenchöre; unerwartet dann der rockige Mittelteil, der ein wenig an Queen erinnert. Erst ein Hammond-Orgel-Solo und dann glitzert Neals Gitarre – sein kurzes Solos endet in mehrstimmigen Gitarrenchören.

In der „Guitar Player-Ausgabe vom August 2001 verrät Neal einiges zu den Aufnahmen von „Infinity“:

Über das Solo in “Feeling That Way”: „I played my 63 Strat through an old 100 Watt Marshall Plexi. There was a long hallway in the studio, our producer Roy Thomas Baker put the amp way dow at one end. He used one mic  close and one as far back as he could place it….. When I listen to the solo now, it sounds like I unconsciously stole the beginning from Elvin Bishop´s “Fooling Around And Fell In Love”. The rest of it sounds like stuff I got from Eric Clapton.”

“Lights”: “ I like the solo because it shows my Hendrix and blues influences. It wasn´t composed- I just winged it. I used my 63 Strat on this solo, as well.”

Soweit ich weiß, hat er durchgängig auf dem ganzen Album die 63er Stratocaster verwendet.

Hier nun einige Videos zum „Infinity“-Album.

Journey – Feeling That Way (Official Video – 1978) – YouTube

Journey – Lights (Official Video – 1978) – YouTube

Deutlich wird das geniale Zusammenspiel der Band in den vielen Videos  der 70er Jahre.

Wahrscheinlich einer der ersten Live-TV-Auftritte im „Midnight Special“. Witzig die Vorstellung der Band durch Ross Valory. Unglaublich wie tight und voll die Band klingt. Neal spielt hier ein Les Paul Custom mit drei Pickups. Exzellent. Ab 12:00 fade out Solo von Neal. Es folgt “Patiently”, Neal zunächst an der 6-saitigen Guild-Jumbo-Gitarre plus Perrys Falsett-Gesang. Erstklassig. Die Überleitung in den rockigen Teil schnörkellos mit parallelen Gitarre- und Gesangslinien. Melodiöses Neal Solo. Energiegeladen dann La Do Da. Pure Energie. Aynsly Dunbar war eine Wucht am Schlagzeug.

Midnight Special 1978 Journey – YouTube

Ein Konzert von 1978

Journey – Full Concert – 06/10/78 – Capitol Theatre (OFFICIAL) – YouTube

PBS Soundstage mit Albert King und Live-Auftritt von Journey mit einigen Titel der Frühphase und „Infinity“-Titeln; Neal spielt bei den Journey-Titeln ein schwarze Les Paul Standard, wahrscheinlich da sie fetter klang als die Stratocaster. Die klingt bei der Blues Jam mit Albert King und Luther Allison ziemlich dünn.

Journey – PBS Soundstage (1978) – YouTube

Noch zwei Videos. Journey spielt im ersten Video Stücke von den ersten drei LPs. Bild- und Soundqualität sind grottig. Selbiges gilt für das Stage-Gehabe von Robert Fleischman.

Journey Live 1977 Part 1 – YouTube

Journey LIVE 1977 part 2 – YouTube

In Youtube Part 3 ab 14:00 versucht sich Fleischman gesanglich am mitkomponierten „Wheel In The Sky“. Hier wird deutlich, auch hinsichtlich der Bühnenpräsenz, dass Steve Perry eine ganz andere Liga war.

Journey live 1977 part 3 – YouTube

Journey live 1977 Part 4 – YouTube

Journey live 1977 part 5 – YouTube

Interessant bei den Clips , dass die „Infinity“-Songs von der Struktur schon ziemlich standen. Also kurz darauf später muss es dann mit Steve Perry ins Studio gegangen sein.

Tour

Mit dem Radioairplay, Radio Werbung, Chartplatzierung und Anzeigen in Musikmagazinen ging es eine 172 Stationen umfassende USA- und Europa-Tour. „Infinity“ erreichte Platin-Status. Das Folgealbum „Evolution“ brachte „Journey“ mit “Loving, Touching, Squeezing“ zum ersten Mal in die Top 20 der USA Charts und natürlich als Headliner in die großen Arenen.

Evolution – das zweite Album aus der Trilogie

Roy Thomas Baker produzierte auch „Evolution“, neu am Schlagzeug Steve Smith.

Anspieltipps:

Evolutions erster Track „Majestic“ – ein kurzes Instrumentalstück mit üppiger Chorarbeit, wurde bei den Live-Konzerten immer vom Band eingespielt.

„Sweet And Simple“ – wunderbarer langsamer bluesiger Titel, auf dem Steve Perry einmal mehr seine extravagante Gesangskunst zeigen kann, besonders bei  2:40. Wunderschön Neals gekonnte Rhythmusgitarre mit wunderschönen Melodiebögen und eingängigem Solo, super A-Capella-Gesang zum Ende hin. Perry schrieb den Song fünf Jahre vor seinem Engagement bei Journey “while contemplating the beauty of Lake Tahoe”. (Time 3 Booklet)

„Just The Same Way“ – der Titel hätte auch auf der dritten „Journey“-Platte „Next“ sein können. Steve Perry und Greg Rolie im Wechselgesang. Neal Schon über den Song im „Guitar-Player“ in der August-Ausgabe von 2001:

„Ross Valory actually came up with the melody at the beginning. I couldn´t figure out how to start the solo, and he hummed that part. I played his line and improvised from there. That was a first take. I played my black Les Paul Pro through a Peavey Mace amp.”

“Do You Recall” – fast denkt man an die Melodie eines Kinderliedes, der Anfang und die Strophe unterliegen einfachen Akkorden, harmonisch  dann ein Meisterwerk die Bridge mit tollem Chor und mehrstimmigen Gitarren, die Gitarre schließt gekonnt an den Falsett-Gesang an und führt ihn als Solo fort. Chapeau Neal.

„Departure“ – Schlussalbum der Trilogie

„Any Way You Want It“ – einer der wohl bekanntesten Songs. Von Schon und Perry im Bandbus komponiert. Typisches Neal Schon Solo. In Amerika nicht selten zu hören von New York bis Nashville. Ein Muss für Coverbands in Nashville und New Orleans.

(1) JOURNEY – YouTube

“Where Were You” mit rockigem Neal Schon-Intro. Geschrieben nach der Tour mit ACDC im Vorprogramm und Neal meinte: “You can´t help being influenced by a band like that.”

“Line Of Fire” – typisch Neal Schon mit Revolver-Schuss zum Ende, eine Idee Steve Perrys.

“People” – Neal singt Lead, tolles Gesangsarrangement

“Walks Like A Lady” – Rhythm und Blues-Titel, mit schönen Stratocaster-Sounds. Neal erinnert sich, dass er die Rhythmus- und Soloparts mit ganz leisem Peavey Mace-Verstärker eingespielt hätte. Das Solo war ein One-Take. Steve Smith übrigens hier an den Jazz-Besen.

Die Veröffentlichung von „Departure“ und die anschließende Welttour läutete leider auch den Abschied von Greg Rolie ein. Schade! Seine Stimme, besonders auch sein Backgroundgesang mit Ross Valory zusammen, und sein Orgelspiel machten einen Großteil des Journeybandsounds aus.  Schön, dass CBS 1981 eine Live-CD der Departure Tour veröffentlichte. Sie gibt einen guten Liveeindruck der drei LPs mit Perry wieder. Auf dem bisher unveröffentlichten Stück „Dixie Highway“ blitzt das starke Zusammenspiel und  die Spielfreude der Band auf. “Dixie Highway” entstand wieder einmal im Bandbus auf dem Weg nach Detroit auf besagten Highway.

JOURNEY ~ LIVE ~ 1980 ~ “DIXIE HIGHWAY” – YouTube

Literaturhinweise

Fachblatt, 1980

Rolling Stone June 1980

Time 3 Booklet, San Francisco 1992

Guitar Player August, 2001

Gitarre & Bass, Juli 2001

Gitarre & Bass Juni 2005

Rock It , März 2005

Neal Schon über Neal Schon von Stev Rosen (Fachblatt 1983?)

Good Times, April 2008

Guitar Player, July 1989

Journey von Fleesh Fischer, Zeitungsartikel von 1980

John Stix, Neal Schon von Journey

Guitar Heroes II, 2007, guitar magazine

Fortsetzung folgt!

Neal Schon – der Zauberlehrling Part I

Neal Schon

Wer gehört zu deinen Lieblingsgitarristen?  Wähle deine 10 Lieblingsgitarristen? So wird man auf Musikerforen gefragt oder es gilt in Musikermagazinen abzustimmen. Habe mir das heute wieder mal überlegt. Wenn ich so zurückblicke, gab es viele, die ich bewundert habe, in vielen Fällen aber nur für kurze Zeit. Eine Schwärmerei für ein Album oder so. Nichts von Dauer.

Meine Top 10 sind von hinten beginnend:  Mark Farner (Grand Funk Railroad), Ronnie Montrose, Bernie Marsden, Peter Frampton, Andi Powell (Wishbone Ash), Laurie Wisefield (Wishbone Ash), Andrew Latimer (Camel), Joe Bonamassa, Neal Schon und Gary Moore

Über Gary Moore habe ich hier ja schon ausufernd geschrieben. Und er ist nach wie vor die Nummer eins für mich, aber dicht gefolgt von Neal Schon.

Warum liegt Neal Schon auf Platz 2?

Seine Band Journey tritt seit Jahren irgendwie auf der Stelle. Vor allem kompositorisch ging es nach Ausstieg Steve Perrys bergab. Letztlich zieht das auch den Gitarristen mit herunter. Auch solistisch gehen mir seine solistischen Ausflüge in ein Soundnirvana starker Verzerrung und überproportional riesigen Hall- und Delayfahnen etwas gegen den Strich. Schade eigentlich. Gerade höre ich mir sein neues Solowerk „Universe“ an. Er kann es noch immer. Aber ich wünschte mir einen knackigen, trockenen, weniger verzerrten Gitarrensound. Es ist wieder mal ein Instrumentalalbum, auf dem er u.a. Klassiker von Hendrix interpretiert. Das schrecklichste Album ist allerdings „Vortex“, ein Doppelalbum, mit dem tollen Doppelalbum von “Electric World” nicht zu vergleichen. Völlig verhallt. Gerade läuft Princes „Purple Rain“. Gott sei seiner Seele gnädig. Hier spielt Schon schon schön melodisch. Die Finger wieseln übers Griffbrett. Die Gitarre singt. Soundmäßig merkt man, dass mit „Kemper“ oder mit “Fractal FX” aufgenommen wird. Warum sagt ihm eigentlich keiner, dass diese Hallräume auf Dauer nicht gut klingen. Die bräuchte er beim besten Willen nicht. Ich möchte ihn mal mit einem kleinen Verstärker in einer Trio-Besetzung in einem Club hören. So wie mit der „Journey Through Time“ – Band– einige Videos sind hier auf auf youtube zu finden. Einfach  nur gut. Da hat er eigentlich den Sound. Wenn ich das jetzt so höre, denke ich mir, Mensch Neal, lass´mal mehr Pausen beim Solieren. Das hat Gary in den letzten Jahren super gekonnt. Man ist dann nämlich als Zuhörer so scharf auf den nächsten Ton, wenn er dann endlich kommt. Das lange Sustain, Neal verwendet den Fernandes-Sustainer-Pickup, ist bisweilen, da überstrapaziert, nervig. Es wirkt halt künstlich. Bei Gary kam es natürlicher. Jetzt läuft ein ganz schönes Fusion-Stück  „She´s For Real“mit guter Melodie, dann wieder arg nervös. Zum Einschlafen ist das nichts. Weiß nicht, ob das ein Cover ist. Habe hier nur mp3s. Die Rhythmik ist cool – gegentaktik. Ob da noch Steve Smith mitspielt? Nee, glaube, das ist Narada Michael Walden. Die Melodie erinnert mich an „Camel“. “What Has Become“ –  typische langsame Journey –Rhythmik – typsches Neal Soloing. Viele Noten. “Lights” – die Journey-Hymne schlechthin – jetzt als Instrumental-Stück. Wieder viele Noten – da fehlt der Gesang. Im Original ist das Solo wirklich genial, ein Song im Song. Hier wieder mal „overplayed“. „Silent Voyage“ erinnert soundmäßig an Schons bestes Soloalbum „Late Night“. Das war wirklich genial – kompositorisch wie soundmäßig. Zwar auch viel Hall, aber weniger künstlich. Warum muss er denn immer so schnell spielen. Kurze Pause, dann wieder schnelle Läufe. Irgendwie immer das gleiche. Ich gehe zum nächsten Titel, obwohl noch zwei Minuten Zeit wären. Da kommt nichts Überraschendes mehr. „Chrome Shuffle“– schöne Bass/Drums-Rhythmik – darüber Gitarre mit Wimmerhaken spielt eine einprägende Methode – schwebend mit viel Hall – was sonst.

„Be Happy“ – schneller hektischer Rhythmus – mit noch hektischer Gitarre, Gewimmer im Hallsoundnirvana. „I Believe“ – Soundgewabber – Ingredienzen: Hall, Verzerrung, Keyboardbrei, dann Schlagzeugeinsatz, geht an mir vorbei – nichts bleibt haften. Während ich bei „Late Night“, „Beyond The Thunder“, „Electric World“, Voice” oder “I On U” sich wundervolle Melodien einprägten, ist hier auf „Universe“ beim ersten Anhören wenig zu finden. Naja doch am Ende hängt Neal noch „Hey Jude“ von den Beatles an.

Da hätte ich mir mehr erwartet. Zum Glück nur mp3-download. Wie gesagt über die Produktionsstätte und eventuelle Mitstreiter kann ich nichts sagen. Vielleicht muss man sich das noch einige Male anhören. Der Gitarrensound erinnert bisweilen auch an Jeff Beck, beispielsweise im ersten Titel. Insgesamt soundmäßig aalglatt. Wenig überraschend. Die Gitarre klingt eigentlich immer gleich. Naja vielleicht hat er immer die gleiche PRS verwendet.

Ganz schöner Zerriss. Eigentlich wollte ich ja nur Positives über Neal schreiben. So erscheint es ja als wenn der gute Neal das Schlusslicht wäre. Aber, liebe Leser/in, das Positive kommt jetzt.

Auch auf der eben arg kritisierten Scheibe, hört man, dass er es in den Fingern hat. Wie feinfühig er spielt, schnelle Bendings, Hammerons und Abzieher in atemberaubender Geschwindigkeit. Er weiß, wie man Töne generiert und Spannung erzeugt. Einer der wenigen, der wunderbare Melodie-Klassiker geschaffen hat. Den großen Durchbruch als Solokünstler hat er bislang nicht geschafft. Er wird wohl als „Journeys“-Gitarrist in die Musikgeschichte eingehen. Während man oft miserable Gitarristengesellen in den Top 100 aufgelistet findet, ist Neal Schon selten in diesen gegenwärtig. Er gilt unter Gitarristen als einer der „most underrated guitarplayers“. Dem kann ich mich nur anschließen, besonders dann, wenn man seine Geschichte kennt.

Auf Neal aufmerksam geworden bin ich 1976, als ich auf einer Fete das Album „Look Into The Future“ von “Journey” hörte. Was für eine tolle Musik. In der Raffinesse und der Musikalität mit Grand Funk Railroad nicht vergleichbar. Fusion Rock garniert mit allerlei Zutaten. Grand Funk Railroad – das war Schweiß, Ekstase, geballte Power und Simplizität. Hier waren  mit Greg Rolie und Neal Schon Santana-Musiker am Werk. West Coast –Musiker  mit einem  ganz anderen Background als das Powertrio/-quartett aus Flint/ Michigan. Dieser Gitarrist Schon mit seinen wahnsinnig schnellen Sololäufen, den tollen Melodien, bluesig-kalifornisch, zog mich in seinen Bann. Da ging die Sonne auf. Höre das mp3 –Album  „Universe“erneut. Gefällt mir jetzt eigentlich ganz gut.

Wie es so kommt, sammelte ich nun alles über Journey und Neal Schon. Abonnierte für einen Haufen Geld den amerikanischen „Guitar Player“. Ich musste alles über diesen Typen mit dem geilen „Afro“ erfahren. Ein richtiger Frauenschwarm, gut aussehend, braun gebrannt, strahlend weiße Zähne. Was sich noch steigerte, nachdem das Bärtchen aus dem Gesicht verschwand.

Nach „Look Into The Future“ legte ich mir das Debut-Album “Journey” zu. Ainsley Dunbar (Schlagzeug) Greg Rolie (Hammond/ E-Piano/ Synth), Ross Valory (Bass) und nur auf diesem Album George Tickner (Rhythm-Guitar). Und natürlich Neal Schon (Lead Guitar). Erstkassige Musik mit spannungsgeladenen Zwischenteilen. Man spürt noch die santanischen Einflüsse.

Neal spielte auf dem Santana Album „Caravanserai“ und „Santana 3“ mit. Es gibt hier einige Videoclips aus dem Beatclub von 1971. Neal (geboren am27.2. 54) war da gerade mal 17 Jahre alt. Wie mir Barb (Schon) Boyle ( Neals Mutter) mal erzählte, war die Band mit Neal auf Europa-Tournee. Also ein riesiges Abenteuer für einen 17-Jährigen. In Italien, so Barb, ließ die Mafia die Musikanlage von Santana verschwinden. Technisch war Neal mit Santana bestimmt schon damals auf gleicher Höhe.

Wenn man die Clips heute ansieht, blickt man in das Gesicht eines „Greenhorns“, das noch im Ensemble der Santana-Musiker schüchtern mit  auf der Bühne steht, auf Solo-Einsätze wartend. Köstlich. Vor “Jungle Strut” beginnt die Band zum 2. Mal nach einer längeren Pause.

Zurück zum bei CBS erschienenen „Journey“-Debut-Album. Mit der langen Gitarrensolospur war man soundmäßig bei “Of A Lifetime” nicht ganz zufrieden und der Produzent Roy Halle, der eigentlich vorher noch keine Rockband im Studio hatte, fragte, ob man die Gitarrensolo-Spur durch erneutes Einspielen nicht fetter machen könnte. “Neal went back in the studio and played the solo´s duplicate in another one-take sweep” (Time 3 Booklet) . Ich denke, das drückt alles über seine gitarristischen Fähigkeiten aus.

Werdegang

Neal, mit italienischen und deutschen Wurzeln, eigentlich also Schön, wurde am 27. Februar 1954 in Oklahoma geboren. Schon als Kleinkind begann er Oboe und Gitarre zu spielen. Neals Vater war ein Bandleader, Arrangeur und Komponist, seine Mutter Barb sang in Big Bands. Matthew Schon spielte alle Blasinstrumente und erteilte Unterricht. Neal besuchte die High School in San Mateo. Mit zehn Jahren begann er Gitarre zu spielen. Neal wie Gary Moore Linkshänder greift aber mit der linken Hand, fing mit zwölf Jahren ernsthaft zu üben an, nahm ein paar Monate Unterricht, doch dann lernte er hauptsächlich nach dem Gehör. Vorbild für ihn waren die großen Gitarristen Beck, Page, Clapton und Jimi Hendrix und Bloomfield. „ Ich hörte mir eine Platte an und dann konnte ich mir denken, wo die Finger der Gitarristen gerade waren. Dann hörte ich mir Sänger an und vor allem Aretha Franklin. Ich versuchte mit meiner Gitarre so zu singen.“ (Interview, Fachblatt 1981?)Neal besuchte die High School in San Mateo und zog mit 15 zu Hause aus. Als Teenager begann Neal in den Clubs von San Francisco zu spielen. Hier traf er mit vierzehneinhalb den Schlagzeuger und Keyboarder von Santana. Man jammte zusammen. Greg Rolie (Keys) und Neal wurden Freunde. Man war 1970 wieder mal im Studio zugange, als Carlos Santana und Eric Clapton vorbeikamen. Man jammte. Tags drauf versuchte Clapton Schon telefonisch zu erreichen. Als Neal ins Studio zurückkehrte, hörte er von Claptons Kontaktversuchen. Er sollte am Abend mit Claptons Band in Berkeley konzertieren. Es war sechs Uhr und Neal sollte eineinhalb Stunden später mit Eric auf der Bühne stehen. Neal hatte kein Auto. Er überredete einen, ihn zum Gig zu fahren. Clapton teilte Neal dort mit, ihn nach der Hälfte des Konzerts auf die Bühne zu holen und als guten Freund vorzustellen. Er müsse dann nichts tun außer zu spielen. Neal kannte alle Clapton Stücke Note für Note. Clapton blickte mehrmals verwundert zu Neal, weil sein Solo aus Neals Verstärker kam. Neal spielte dann eigene Sachen und Clapton war begeistert. Eric wollte Schon für Derek & the Dominoes, Neal schlug das Angebot aus, denn er sah wohl, dass Clapton in naher Zukunft Probleme haben werde und die Band ein Fehlschlag sein würde. Am nächsten Tag fragte Carlos wegen eines Einstieg bei Santana. Eigentlich hätte Neal lieber mit Clapton gespielt, sagte aber dann Santana zu.

1971 und 1972 ging es mit Santana auf Welttournee. Dabei machte man auch in Bremen halt, wo die Clips für den Beatclub mit Uschi Nerke aufgenommen wurden.

Neal spielte auf den beiden Santana Alben Caravanserai und Santana III mit. 2010 traf sich dann die Santana Crew von damals wieder um Santana 4 aufzunehmen. Hier ein Live-Clip von 2016 aus dem “House Of Blues” Las Vegas.

Rolie und Schon verließen dann 1972 Santana. Mitte 1973 bemühten sich der Manager Herbie Herbert um Neal eine Rhythmusgruppe zusammenzustellen, die sich dann als Supergruppe erweisen sollte. Rolie und Schon schlossen sich mit dem Ex-Steve Miller Bassisten Ross Valory, Schlagzeuger Aynsley Dunbar (John Mayall/ Frank Zappa u.a.)und dem Rhythmusgitarristen George Tickner ( der für die unglaublichen Chordings verantwortlich war) Greg Rolie erzählt: “He came up with chordings I have never heard.”(Time 3 Booklet) Tickner war nur auf dem ersten Album vertreten, er folgte dann einer medizinischen Berufung. In einer Radiosendung von KSAN-FM bekam die Band von einem Zuhörer den Namen „Journey“. Nach 6 Monaten intensiver Probenarbeit war der erste Gig im Winterland Ballroom/ San Francisco und am darauffolgenden Tag auf dem Crater Festival auf Hawai noch mit Prairie Prine an den Drums. Nun begann ein endloses Touren, teilweise vor Auditorien, die mit dem Fusionrock überhaupt nichts anfangen konnten. Beispielsweise waren sie einmal als “Special Guest” bei einer “Country Music Show” gebucht. (Time 3 Booklet) Journey wurden dennoch zu einem „local favorite“. Der große Erfolg blieb aus, obwohl bei Colombia Records unter Vertrag. Die ersten drei LPs verkauften sich nur schleppend. Während auf der ersten LP noch an einigen Stellen das Santana-Erbe durchbricht, nicht zuletzt durch Rolies Stimme, ist auf „Look Into The Future“ teilweise Zeppelinesques in durchdachten spannungsgeladenen Jam-Arrangements zu hören.

„Look Into The Future“ Anspieltipps:

„Your On Your Own“, coole Rhythmuslinien, so hätten die Beatles auch klingen können oder Rolie hätte stimmlich auch zu den Beatles gepasst. Die Harmonien auf dem Stück auch. Cool die  mehrstimmigen Melodiebögen – ein Meisterwerk.

“I Am Gonna Leave You” – das Riff wurde später von Kansas auf „Carry On My Wayward Son“ adaptiert, coole Wah Wah-Sounds. Hier der Clip “Journey Through Time” mit Schon und Rolie (2018)

“Midnight Dreamer”, Jam-Stück – grandioses Neal Solo  ab 3:10!! Da wird Santana blass. Die Rhythmusgruppe ist einfach der Wahnsinn. Klasse Melodien!

“It´s All Too Much”George Harrison-Titel, cooles Cover in Journey-Fusion-Bearbeitung

Das dritte Album „Next“ ist kompositorisch, spiel- und soundtechnisch ein Meisterwerk.

Ein Beatles-Album?

„Spaceman“ erinnert an die „Beatles“, wunderbar hier die tollen Solos, vom Sound her knackig, nur angezerrt, klar definierbar.

„People“ – einzigartig, man meint Neal spielt hier die Gitarrenlinien rückwärts, Indian-Mahavishnu Orchestra feel, gesanglich und harmonisch wie die Beatles, den Titel hätte auch George Harrison schreiben können.

„I Would Find You“ – Neal singt hier Lead – bluesiger Titel, Hendrix like, ab 4.50 absolut cooles Fade out-Solo

“Here We Are” – Beatles-Harmonien und glänzende Gitarrenchöre, singt da Ringo Star, Yellow Submarine, doch dann Tempo angezogen und zweistimmige Melodien. Super.

„Hustler“ – eine der rockigsten Journey-Titel, Wah-Wah-Solo, ab 1:30 wildes Solieren!

„Next“ – cooles Riff – typisch Journey bzw. Neal. Dann singt wieder “einer” der Beatles. Einfach abwechslungsreicher Titel. Von der ersten Sekunde bis zur letzten so kreativ durchdacht. Stimmig.

„Nickel & Dime“ – umwerfend. Der schnelle Teil nach der verhaltenen Einleitung geil mit den schönen Piano bzw. Gitarrenlinien. Der Bass Ross Valorys erstklassig. Macht Spaß allein auf den deutlich zu hörenden Bass zu achten. Chapeau.

“Karma” – Indischer Sound, man meint wieder Neal spielt rückwärts. Er singt zum harten Gitarrenriff wie Jimi Hendrix, auch simultan zu Gitarrenlinien.

Journeys Gesang

Herbie Herbert ,(Roadmanager bei Santana/ später der “Journey Manager”) wirft in einem Rolling Stone Interview (12. Juni, 1980) der Band nach dem ersten Album vor nicht gut komponieren, nicht  performen zu können und vor allem nicht singen zu können: „Neal couldn´t say his name without his voice cracking. Greg destroyed his voice …” Schon meinte: „Jamming was the easiest thing we could do.” (Rollinge Stone June, 1980). Nach dem ersten Album begannen sie an ihrem Gesang zu feilen. Herbert schickte sie zur Gesangslehrerin Bianca Thornton. Der Gesang wurde merklich besser. „ And by the third album „Next“ Neal emerged as a lead singer on two trakcs and the group was vocally prepared to support a new musician who would have  equal proficiency with the voice to Neal as a guitarist or Aynsley as a drummer.” (Herbie Herbert/ June,1980 Rolling Stone).

Summa Summarum waren die ersten drei Platten eher für Musiker gemacht. Journeys Anhängerschaft war zu dieser Zeit hauptsächlich männlich. Also keine Musik von der Radiointendanten träumen. Das sollte sich mit dem nächsten Album ändern. Herbie Herbert forcierte die Suche nach einem Lead Sänger.

Fortsetzung folgt!

Literaturhinweise:

Fachblatt- Artikel über Neal Schon? , 1980

Rolling Stone June 1980

Time 3 Booklet, San Francisco 1992

Guitar Player August, 2001

Gitarre & Bass, Juli 2001Gitarre & Bass, Juni 2005

Rock It , März 2005

Neal Schon über Neal Schon von Stev Rosen (Fachblatt 1983?)

Good Times, April 2008

Guitar Player, July 1989

Journey von Fleesh Fischer, Zeitungsartikel von 1980

John Stix, Neal Schon von Journey, Jahr 1980?