Gary Moore – Part VII – Interviews und Pressekonferenzen und wieso der russische Präsident Dmitri Medwedew Luftgitarre spielte….

Im  6. Teil erzählte ich,  wie Gary Moore etwa eineinhalb Stunden vor Konzertbeginn in Gießen und Heidenheim einen ausgiebigen Soundcheck zur Freude der bereits wartenden Fans hinlegte. Dass dies immer so war, kann man auch in H. Shapiros Gary Moore Biographie nachlesen:

„Gary left nothing to chance, and he was accused of over-rehearsing by some band members. Two hours before a gig, psychologically, Gary was already on stage.” (H. Shapiro S. 293)

Hier zum Glück ein wunderbarer Ausschnitt eines Soundchecks anlässlich des Monster Of Rock Festivals  von 2003. Gary spielte im Vorprogramm von Whitesnake. Er promotete auf der Tour „Scars“ und die gleichnamige CD mit Darrin Mooney (Drums) und Cass Lewis (Bass).

Pressetermine. Was so alles gefragt wird….

Wie oft Gary Moore wohl interviewt wurde? Wie vielen Pressekonferenzen er sich stellen musste? Wenn man im Internet recherchiert, findet man schon recht viele. Wahrscheinlich wären es um ein Vielfaches mehr Treffer gewesen, wenn zum Zeitpunkt der 80er bzw. 90er Jahre die Digitalisierung weiter vorangeschritten wäre.

Interessant ist es schon, wenn man  die Interviews der Chronologie nach ansieht, wie sich Gary, nicht nur körperlich verändert hat. Am Beginn noch jugendlich, nervös und schüchtern wirkend, später dann gelassen und ruhig. Aber immer irgendwie mit trockenem Humor ausgerüstet (der manchem vielleicht auch sauer aufstieß oder zu Unrecht einen schroffen Eindruck Garys hinterließ) und stets äußerst eloquent. Er redet keinen Unsinn daher. Er ist ein Musikconnaisseur der feinen Art. Und wie oft hat er ein Instrument dabei, um seinen Stil, seine Spielweise zu demonstrieren. Nicht selten, vor allem bei den Pressekonferenzen, kann er einem auch leidtun, ob der teils naiven und von wenig Musikkenntnis zeugenden Fragen. Das kann nerven und auf die Stimmung schlagen. Interessant hier  das Mienenspiel Garys. Im Folgenden nun eine Aufstellung von Interviews, die ich im Netz finden konnte. Habe versucht kurze inhaltliche Hinweise  zu geben. Viel Vergnügen!

1984 Dokumentation über Gary Moore – irische Wurzeln,  Liveausschnitte Irish Tour

Gary Moore im englischen Jugendprogramm. Witzig, wie die Band vor Hause Nr. 73 steht.

Gekonnt führt er Gitarren und Effekte für den Jugendsender vor! Bei 0:50 stellt er Peter Greens Les Paul vor und spielt die ersten paar Töne von „Albatross“. Was für ein Ton!!!!

1986 Interview

Die attractive Amanda Redington interviewt Gary Moore (Monsters of Rock show on Sky Channel ). Topics: Wurzeln, Touren, Rock Guitar Hero Image , anstehende Festivals mit Queen und Emerald Aisles Dokumentation. Ein nettes Interview. Gary recht locker.

Radiointerview 1990

Gary Moore VH1 1994

Spielt hier im Studio zum Tape von “One Day”, alle Videos gibt es als Special Edition von “Ballads & Blues”. Gary spielt hier noch über einen Marshall JCM 900. Die DSL-Amps kamen erst drei Jahre später oder so, Gary referiert auch kurz über Spieltechniken wie Vibrato, seine Guitarheroes Clapton, Hendrix, Beck, Green u.a. und demonstriert entsprechende Licks. Er schüttelt alle Sounds aus dem Handgelenk. Irre. Am Ende spielt er seine irische Ballade “Johny Boy” an.

Interview 1999

Interview 1999 mit Studio Live-Aussschnitten zu „A Different Beat“

Ab 8:24 erhält man einen Eindruck über sein damaliges Setup. Die Kamera schwebt kurz über den Gitarrenständer ( kein Vergleich zu der gigantischen Gitarrenhypertrophie eines Joe Bonamassa!), eher sparsam, mit 4 oder 5 Gitarren, darunter zwei Gibson ES Semiakustische. Interessant das Pedalboard mit Vox Wah Wah, Narshall Bluesbreaker II (den habe ich auch!), Tubescreamer (der wurde bei seinem Nachlass versteigert!), erwähnenswert noch ein Marshall Supervibe (ich habe den Nachfolger Marshall Regenerator), Marshall Fußschalter für den DSL und einen Ampswitcher für das Fendertopteil. Dazu sind noch weitere Pedale von Ibanez und Boss zu sehen, die ich hier nicht nenne.

Beim Kameraschwenk sind auch die vier Verstärker zu sehen: zwei Marshall DSL und zwei Fendertopteile. Wahrscheinlich das zweite  jeweils  als Ersatz. Habe leider keine Ahnung um welche Fender Topteile es sich handelt. Sie sind ca. 5 cm höher als Marshall Topteile…? Fender Twin Reverb? Abgesägte Fender Twin Kombos? Naja vielleicht weiß einer von euch, was das für Verstärker sind. Ich denke, Twin Reverbs.

VH1 Different Beat Interview 1999

Live snippets of Fairfield Hall , Croydon

Interview 2003 Monsters of Rock – mit Soundcheck-Ausschnitten

Musikradar 2004 Interview mit Gary Gitarrenvorführung

Interview in Finnland 2004 mit Gitarre, unglaublich mit welcher Inbrunst er selbst  bei einem Interviewtermin spielt.

2007 Close As You Get Interview (mit wunderbaren Live-Musikausschnitten zur CD!)

Gary at Marshall Factory Interview 2008

Hier geht es natürlich um Marshall Amps, aber auch über die Musikszene in all den Jahren.  John Mayall s Bluesbreaker Album “Beano” war für Gary, wie er in vielen Interviews erklärt, die Initialzündung. Bei Skid Row, er war 16, spielte er einen 50 Watt Marshall. Gefragt nach seinen frühen Einflüssen nennt er lachend Hank Marvin. Er liebte dessen Sound. Natürlich auch die Beatles. Der Song „Hard Days Night“ war laut Gary nicht einfach , sondern tricky zu spielen. 1980 war Gary zum ersten Mal in der Marshall Factory und orderte drei 100-Watt Amps plus zahlreiches Boxenwerk. Ein sehr lebhaftes und humorvolles Interview. Am Ende dann die Frage nach seinen Lieblingsamps und momentan verwendeten Verstärkern.

Interview bei Planet Rock 2008

Gary Moore über George Harrison, BB King … Planet Rock/ Radio Broadcast) präsentiert Garys favourite tracks.

John Mayall & The Bluesbreakers with Eric Clapton Hideaway Jimi Hendrix Manic Depression The Beatles Here Comes The Sun BB King The Thrill Is Gone Fleetwood Mac Black Magic Woman Thin Lizzy Sarah

Ein ganz tolles Interview, in dem Gary viel Hintergrundwissen zu seinen Lieblingstracks und zur 60er Musikszene einbringt. Gary als unterhaltsamer Erzähler.

Letztes Interview  Guitar Talk

Auf was es beim Gitarrenkauf ankommt. .. Telecaster, ES 335, Les Paul, Out Of Phase, Peter Green Sound..Jazz… Francis Rossi…firealarm….

Pressekonferenzen

2009 Pressekonferenz Budapest/ Ungarn

In den letzten Jahren (2007/ 2008/ 2010) tourte Gary Moore wiederholt in Russland.

2010 Jekatarienenburg

Ein Journalist fragt Gary nach Eric Clapton. Gary: ” He is boring.”

In den Kommentaren zu der Pressekonferenz schreibt einer:

I love that he wasn’t afraid to say what he thinks, most musicians have to be very reserved in their opinions just to avoid the media.”

Während der Tour in Russland wurde Gary auch gefragt, ob er in Israel eine Tour machen würde:

On tour in Russia, he declared that he wouldn’t visit the ‘criminal state’ of Israel ‘because of its racist policies against the Palestinian people’ . This is one of the straightest statements of support for boycott from an artist. 

Interview 2010 in Odessa mit Konzertausschnitten

Die Russlandtourneen, vor allem die von 2010, waren recht abenteuerlich, wenn man Harry Shapiros Gary Moore Bio Glauben schenken darf .(H.Shapiro, S.329 ff) :

Flüge, in einer in die Jahre gekommenen Maschine, um die großen Distanzen zu überwinden, Transfer mit schweren Limousinen, die sich auf unerklärliche Weise ihren Weg durch den Verkehr bahnten. Darrin Mooney erinnert sich: „ … and I don´t know what they  (the cars) had in front, but everyone was getting out the way. I think these things are organized by people you don´t fuck about with. We had the the Moscow Hells Angels looking after us.”

Ende 2008/9 wurde Gary für eine Pre-New Year´s Party im Kreml in Moskau zu gebucht  (H. Shapiro S. 223). Für den Auftritt gab es eine Gage von £ 250 000 plus Kost und Logis für Band und Crew im Ritz Carlton Hotel in Moskau. Premierminister Wladimir Putin und der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew.und 40 Freunde, ich denke Oligarchen, waren an diesem Abend anwesend um Gary Moore zu hören.

Graham Lilley erinnert sich: riesige Tische, Tafelsilber…  zwei Bühnen, Videowand, Orchester, Opernsänger, ein russisches Popduo, die Mariachi Band und Gary Moore…. ( H. Shapiro, S. 323)

Gary spielte nur fünf Songs. Als er „The Blues is alright“ intonierte, fingen die Leute an zu tanzen.

Nahe der Bühne saßen die Oligarchen. Sie wollten vor dem Beginn Garys Auftritt die Setliste sehen. Sie verlangten dann, „Still Got The Blues“ als erstes Stück hören zu wollen. Dick Meredith, der Tourmanager musste den gefürchteten Weg zu Garys Garderobe antreten und war sicher, dass Gary den Wunsch mit „Fuck Off“ ablehnen würde. Aber Garys Antwort war die folgende:

„He´s paying me so much money, I´ll play it backwards if he wants.” Dick Meredith blieb das Bild des Luftgitarre spielenden russischen Präsidenten Medwedew in Erinnerung. Da es zwischen Weihnachten und Neujahr war bezahlte Gary die Crew doppelt. ( Shapiro, S. 323)

Interview Tschechien 2010

Lustige Fragen gab es da in Tschechien u.a. : Was ist der Unterschied zwischen Garys neuen Gitarren und der alten 59er? Garys Antwort: 400000 Pfund

Interessant ist bei allen Interviews Garys Mienenspiel. Seinen trockenen Humor dürfte nicht jeder verstanden haben und so nicht selten Garys Art als sehr schroff empfunden haben.

Das Gitarrenmagazin “Gitarre & Bass”, dem Gary im Laufe seiner Karriere viel Interviews gab, hat auf seiner Homepage eine nette Zusammenstellung zu Gary Moore mit vielen Videos.

https://www.gitarrebass.de/thema/gary-moore/

Zudem bietet die Zeitschrift ein kostenloses Gary Moore – Special mit zahlreichen Interviews und Equipmentseiten als Download:

Download here: https://www.gitarrebass.de/shop/gary-moore-sonderausgabe/

Eine Kuriosität zum Schluss:

Gary Moore als Autotester von Jaguar, Corvette und BMW: Welchen Sound haben Sportwagen und wie laut ist ein Marshall Amp im Vergleich? Gary am Steuer auf der Rennstrecke unterwegs! Ein herzerfrischender, humorvoller Beitrag, wenn Sportwagen mit dem Sound von Marshallverstärkern und Musikstilen verglichen werden!

Bei 10:46 sieht man sein damaliges Setup, das etwas untypisch ist. Wahrscheinlich hat er an diesem Abend einen Z-Amp und einen Larry-Amp neben seinen Marshall Amps getestet. Das Eingangssolo von STGB ist hier zu hören.

https://www.youtube.com/watch?v=Oj0HA1ln2GA (German version)

Thanks to Diana Lewis (LOTS) for the following youtubelinks to complete the interview collection!

Fortsetzung folgt!

Literaturverzeichnis

Gitarre & Bass Special „Gary Moore“ (Interviews, Workshops, Features), März 2011

Harry Shapiro Gary Moore “I can´t Wait Until Tomorrow” – The Official Biography, London 2017

Rich Maloof Jim Marshall – The Father Of Loud, San Francisco 2004

Bernie Marsden Where´s My Guitar? England 2017
Vic DaPra Burstbelievers IV,Anaheim 2018

Guitarist Magazine Issue 340, April 2011

Guitarist Magazine Issue 403, February 2016

Guitarist 100 Guitar Heroes, England 2013

Lord OF The Srings – Gary Moore Fan Site

Groundguitar.com Gary Moore’s Guitars and Gear

Guitar Player Magazine Gary Moore Gets to the Heart of Electric Blues on ‘Close As You Darrin Fox Updated: Nov 15, 2017 Original: Apr 4, 2015

Marshall Amplification,  Interview at Marshall Theatre2008

Gary Moore – Part VI

Gary Moore Memorial Baum und jährliche Tributkonzerte in Budapest

Jedes Jahr zu Garys Geburtstag gibt´s  in Budapest ein Gary Moore Memorial-Konzert. Das findet auf einem alten Urkrainenkutter mit Namen A38 statt. Zoltan Csilag ein Freund von mir organisiert das jährliche Zusammentreffen. Vielleicht spielen wir  mit „Earl Grey“ auch irgendwann einmal auf dem Schiff 🙂 . Darren Main, der Personal Manager (Mädchen für alles) ist jedes Jahr dabei, sowie Garys Bruder Cliff, der übrigens auch in GB ein bekannter Gitarrist ist. Natürlich sind jede Menge Mitglieder der Lord Of The Strings Facebookgemeinschaft (Lots) mit von der Partie. Neben ein bis zwei Tribute-Bands spielten bereits bekannte Gitarristen wie Henrik Freischlader, Markus Deml und viele andere auf. Ein absolut empfehlenswerter Event und Budapest ist eh immer eine Reise wert.

photo cmartin A 88
photo gmartin A 38
photo cmartin A 38
photo cmartin A 88

photo gmartin “Gary Moore”-Memorial Tree (= Sakura = Japanische Kirschblüte) Den Baum findet man am Eiffel Square (Westbahnhof) in Budapest)
photo cmartin

Gary Moore in Würzburg

Live durfte ich Gary Moore leider nur dreimal erleben, obwohl er in meiner Heimatstadt fünfmal aufspielte:

1976 mit Colosseum II in der Frankenhalle

1983/ 1985 im Rockpalast

1990 Carl-Diem-Halle

Juni 1990 mit der Midnight Blues Band in Würzburg. Glasklarer Sound wie auf der CD.

Freitag, 7.3. 2008 in der Hessenhalle in Gießen

Samstag, 15.3. 2008 in der Karl Rau-Halle in Heidenheim

photo Cmartin Heidenheim

Zwei unvergessliche Konzerte, denn eigentlich waren es „vier“. Wie bitte? Ich fahre stets frühzeitig zu Konzerten und war auch bei beiden Terminen wohl schon zwei Stunden vorher vor Ort. Und es hat sich gelohnt, denn Gary Moore pflegte beim Soundcheck einige Stücke mit der Band ausgiebig zu proben. Auch in Gießen und Heidenheim war es so. Vor allem in Gießen war es  visuell möglich dem Master durch eine Glasscheibe beim Soundcheck zuzuschauen.

photo cmartin / Garys Setup in Heidenheim, rechts Marshall DSL, links ein Handwired Marshall

Der Sound war erstklassig, da nur wenig gedämpft und somit audiovisuell ein echtes Erlebnis. Vor allem bleibt mir „ I love you more than you will ever know” bei beiden Proben in allerbester Erinnerung. Es zeigte, dass er ein Solo niemals gleich spielte und auch beim Rehearsal mit Leib und Seele dabei war. Wow. Die „Vorspiele“ dauerten  jeweils ne gute halbe Stunde. Hier zwei Konzertkritiken.

Übrigens gibt es vom Auftritt in Heidenheim einen Videomitschnitt auf youtube und die letzte veröffentliche CD „Live From London“ entspricht programmmäßig den Auftritten  Im März 2008.

Gary Moore – Tribute

Natürlich gibt es viele Gary Moore-Tribute Bands. Auch mit Earl Grey haben wir etwa 13 Stücke im Programm, die Gary Moore im Laufe seiner Karriere(Peter Green-Nummern, Thin Lizzy, BBM und aus den Soloalben STGB, Power Of The Blues, Bad For You Baby) gespielt hat.

Nennenswerte Gary Moore Tribute CDs gibt es von Henrik Freischlader, für den Gary  Moore nach eigenen Worten die Initialzündung war, und von Bob Daisley (zeitweise Bassist der Gary Moore Band).

Fortsetzung folgt!

Monthly Guitar October: Old Flames

Come and Go! Old flames from 84 to 2006

59 Reissue 1985 ( I could cry that I sold that one! Used in “Klopstock”.)
83 LP Custom, 85 Reissue, Goldtop 30th Anni, , 1982 LP Deluxe
1987 Les Paul Standard Black. Later on I had a second one in black.
the two Schons, two Fender Strats, LP Custom cherry burst, and a special run Gibson Les Paul Amber with Gold hardware ( To bad that I sold her.)
Second right Les Paul Standard flame 1999 (played in Hugo For Sale), 2006 Light burst, 2005 LP Amber (far right)

September activities….

Changing strings for upcoming Earl Grey rehearsals, jams and studio work
Jam in Schweinfurt / photo Harald Reuther
photo Haral Reuther/ Yannick Steinborn/ Oliver Tuschinski
photo Harald Reuther/ Johannes Arndt
photo Harald Reuther/ Erik Griessmann

Gary Moore – Part V

photo cmartin

Neben den zahlreichen Videos von offiziellen Livemitschnitten gibt es natürlich eine Vielzahl von inoffiziellen Konzertschnipseln bzw. Aufnahmen privater Art.

Dass Gary kein abgehobener Star war, sondern ein interessierter Musiker, der Jams mit unbekannten Musikern in kleinen Clubs liebte, wird in den folgenden Videos deutlich. Zunächst ein Pubauftritt der Band Gypsy and the Wolf mit “Crossroads“. Gary soliert auf der Akustik-Gitarre.

Mit Gypsy and the Wolf wird im folgenden Video “Johnny Be Good” gejammt.

Ein Hitchcock-mäßiges Video ist der Clip von Gypsy and the Wolf. Unbedingt bis zum Ende ansehen. Auf dem Soundtrack spielt Gary Gitarre.

Gary jammt mit den “Perils”

At the “Hope for Haiti” benefit at The Old Market, Hove, 10th April 2010.

“Let’s just get out there again and play” said Gary.

An diesem Abend spielt Gary über ein Marshall DSL-Top.

Jam mit Otis Taylor

Gary hat oft an Charity Gigs mitgewirkt.

Intensiv sind diese Aufnahmen aus dem Ranelagh Pub in Brighton. Das „Gary Moore Trio“ hautnah. Bass Pete Rees, Schlagzeug Steve Dixon. Schätze mal die Gitarre war sakrisch laut. Gary Moore pur mit trockenem Marshall Sound. Die superb klingende 58er Les Paul Reissue VOS Washed Cherry gehörte mit Sicherheit zu einer seiner Lieblingsinstrumente. Sie ist auch auf der DVD von Montreux 2010 zu hören. Hier hat sie in Garys Händen den „Blues-Sound“ schlechthin. Das Ganze erinnert an die Zeiten des britischen Blues aus den 60er Jahren.

„ Love you more than you will ever know” wurde an diesem Abend auch zelebriert. Vielleicht eine der besten Versionen, die er gespielt hat. Das fast vierminütige Vorspiel ist „göttlich“ – so dynamisch und meisterlich in der Tonformung. Schade, dass der eigentliche Soloteil nicht aufgenommen wurde. Wahrscheinlich hat der Akku der Kamera nach ca. 8 Minuten schlappgemacht.

Cancer Aid Research UK vom 8. August 2009

Gary Moore spielt Jazz-Rock – erinnert an die Tage mit  Colosseum II. Gary Moore ist in den ersten 40 Minuten zu hören. Neben zwei Jazz-Rock-Titeln , die die Band um Mo Foster präsentiert,  lässt Gary auch Parisienne Walkways und Pretty Woman erklingen. Leider ist der Amateur-Mitschnitt soundmäßig weniger gut. Gary Moore scheint an diesem Tage in bester Spiellaune gewesen zu sein. Gary spielt eine R9 in vermutlich Washed Cherry über ein Marshall Top (Typ? JCM 800?). Ich mutmaße mal, dass es die R9 ist, die er bei Session Musik in Frankfurt/gekauft hat.

Gary bei Session Music

Hochzeitsauftritt

Besonders interessant ist ein Auftritt Garys während einer Hochzeit eines Verwandten oder  Freundes in Frankreich oder in der französischen Schweiz. Unglaublich, welch´guten Sound er aus einem kleinen Peavey-Verstärker herausholt. Es liegt halt in den Fingern.

Garys letzter Auftritt in Großbritannien

Ein Mitschnitt aus Charlotte Street , London W1, Live Blues Club  am 6. April 2010. Danke hier für den Upload! Man streitet darüber, ob es der letzte Gig war. In dieser Besetzung und in diesem kleinen Club jedenfalls. Der Gig mit den “Perils” fand am 10. April 2010 in Hove bei Brighton statt.

Pete Rees, Bass

Vic Martin, Keys

Steve Dixon, Drums

Im Hintergrund sieht man übrigens Garys Gitarrenroadie über all die Jahre: Graham Lilley.

Dieser ist oder war aber nicht nur Roadie und Tourmanager gewesen, sondern auch in Garys Firma „Orionstar“ involviert. Graham ist  1964 geboren. Neben Joanne Rendle (Garys Ehefrau) und Colin Maurice Newman hat Graham auch einen Direktor-Posten bei Orionstar Limited inne. Interessant ist, dass Garys Geburtstag in der Firmenübersicht mit April 1953 angegeben wird.

MOORE, Robert William Gary

Correspondence address

1a, The Droveway, Hove

Role RESIGNED

Director

Date of birth

April 1953

Resigned on

6 February 2011

Nationality

British

Occupation

Musician

Im 25 minütigen Video sieht man Graham mit Ohrenstöpseln im Hintergrund wirken. Zuerst spielt Gary eine Gibson Firebird, später dann wieder die 58er Les Paul aus dem Ranelagh-Club. An der Seite stehen noch zwei Les Pauls. Wahrscheinlich seine Goldtop Darkback, die er 2008/09 häufig verwendete (siehe AVO-Session 2008 in Basel und eine R9?. Verstärker ist ein Handwired Marshall Topteil mit dazugehöriger Box.

Jam mit Buddy Whittington

Blues Jam BB King, Luther Allison von 1996

Hier noch ein relativ unbekannter Titel aus der 97er EP “I found my love in you”.

Noch ein schöner Titel von Jim Capaldi featuring Gary Moore unverkennbar an der Gitarre.

Literaturverzeichnis

Gitarre & Bass Special „Gary Moore“ (Interviews, Workshops, Features), März 2011

Harry Shapiro Gary Moore “I can´t Wait Until Tomorrow” – The Official Biography, London 2017

Rich Maloof Jim Marshall – The Father Of Loud, San Francisco 2004

Bernie Marsden Where´s My Guitar? England 2017
Vic DaPra Burstbelievers IV,Anaheim 2018

Guitarist Magazine Issue 340, April 2011

Guitarist Magazine Issue 403, February 2016

Guitarist 100 Guitar Heroes, England 2013

Lord OF The Srings – Gary Moore Fan Site

Groundguitar.com Gary Moore’s Guitars and Gear

Guitar Player Magazine Gary Moore Gets to the Heart of Electric Blues on ‘Close As You Darrin Fox Updated: Nov 15, 2017 Original: Apr 4, 2015

Marshall Amplification,  Interview at Marshall Theatre2008

Fortsetzung folgt!

Gary Moore Part IV

Gary Moore und Marshall

In Rich Maloofs Buch “Jim Marshall – Father OF Loud” nennt Jim Marshall die Meilensteine der Marshall Historie und ordnet sie berühmten Gitarristen zu. Gary Moore ordnet er folgende Amps zu::

JTM 45, 1974 X, DSL50/100 und witzigerweise den kleinen MG 10 als Practise Amp, den er wohl bei Planet Rock im Radiosender dabei hatte.

Gary Moore war von Anbeginn ein Marshall-Botschafter. Auf einer Marshall-Promo-DVD von 2007 präsentiert er zusammen mit Brian Downey (drums) und Pete Rees (bass)  den Bluestitel „Only a Fool Will Never Learn“. In dem Video ist er auch mit dem schon Demenz kranken Jim Marshall zu sehen, dem er den Arm auf die Schultern legt.

Im Marshall Katalog von 2007 wird er mit Bild und folgendem Statement zitiert: „Nothing else is like a Marshall – you don´t just hear the sound, you feel it.“ (Father Of Loud p. 230/ Marshall Katalog 2007)

Gary Moore und Gibson

Die Geschichte, wie Gary zu der berühmten Peter Green Gitarre kam, will ich hier nicht mehr aufwärmen. Entsprechende Artikel sind haufenweise im Netz zu finden. Manche wissen vielleicht nicht, dass der Halsbruch der „Greeny“durch einen Autounfall zustande kam:  In das geparkte Auto, die Gitarre lag im Kofferraum, fuhr ein PKW hinein.

A lot of the tone is in the neck itself because it has a pretty beefy neck. And a lot of people don’t know this, but the neck has been cracked off. That’s because when it was in Gary Moore’s boot of his car he got rear ended and the neck got broken off. So it got put back on.

“For those out there who don’t know, whenever you break a neck on a Les Paul and you get it repaired and plug it in – always sounds better. Always sounds better. It’s quite a price to get your guitar to sound better.

“But once this guitar was repaired and Gary Moore got it back I think he was blown away by how much better it sounded. I don’t know what it is. Added mass, I don’t know what it is.”

Garys Zusammenarbeit mit Gibson war besonders intensiv als Gibson USA eine Gary Moore Signature auflegten. Diese wurde von 2000 -2002 produziert. Gary hat seine eigene bis 2009 intensiv verwendet. Die Gary Moore Les Paul war die erste Gibson mit Burstbucker-Tonabnnehmern.

Der Burstbucker wurde erstmals auf der Gary Moore Signature gesichtet und klingt etwas edgier als die Classic 57er Modelle. Das liegt daran, dass die Wicklungszahlen auf den beiden Humbuckerspulen nicht identisch sind (eben weniger exakt als bei den 57ern). Im Vergleich zum #1 hat der Burstbucker #2 etwas mehr Wicklungen – gerade diese Modelle sind sehr gesucht – mehr Gain und Sustain und somit bestens geeignet für die Stegposition, aber immer noch die typischen PAF-Vorteile: Singen ohne Ende!

1988 brachte „Heritage Guitars“ – Gitarren Company früherer Gibson-Arbeiter- eine Gary Moore Signature CM 150 heraus. Sie ist beim ersten Montreux-Auftritt am Anfang zu sehen.

Gibson-Gary Moore BFG

2008/9 brachte Gibson in Anlehnung an seine Lemonburst Les Paul eine GM Signature heraus. Gary  spielte auf der Bad For You Baby Tour eine rote Version. Es gibt ein Promo-Bild, das Gary mit der Signature zeigt. Auf der Gitarre sind ein P 90 und ein Burstbucker 3 montiert. Die Gitarre ist gekammert und klingt sehr perkussiv. Kostete die Gitarre 2009 um 1000.- €, so steigen die Preise für die heute nicht mehr gebaute BFG locker auf 1700. – €.

photo cmartin
photo cmartin

2013 wurde die Signature von 2002 nochmals aufgelegt, allerdings ähnelte die Gitarre mehr einer Les Paul Studio.

2010 präsentierte der Gibson Custom einen Nachbau der Greeny/Gary Moore- Les Paul – Gitarre unter der Bezeichnung CC1 (Collector´s Choice). Die Gitarre wurde zu einer der beliebtesten Sammlerstücke und wird im Preisbereich von 30 000.- € gehandelt.

Fender

John Cruz vom Fender Custom Shop baute 2016 exakte Repliken von Garys roter Strat . Kostenpunkt heute ab 16000.- €. Preise steigend, da insgesamt nur 60 Gitarren existieren.

Garys Humor

Gary hatte einen trockenen Humor. Als er 2008 in Heidenheim spielte, warf er ins Publikum: „You know Al Kooper?“ Applaus und Zustimmung brausten in der Halle auf. Gary schob ein „All of you?“ nach. Anderes Beispiel die Flachserei mit Francis Rossi: „Even Francis Rossi couldn´t do that…” Oder auch witzige  Songtitel gibt es wie „Flight Of The Snow Mouse“ oder hinsichtlich Insekten „Rather Bee Or Wasp“.

Rory Gallagher und Gary Moore

Die zwei Irishmen waren Ende 60er gute Freunde und liehen sich gegenseitig Sachen wie Gitarrensaiten aus. Siehe auch Text von „Business As Usual“.

Rory Gallagher

“Ich lernte Rory kennen, als ich 14 war. Er hatte gerade seinen Umzug nach Belfast hinter sich gebracht und suchte neue Bekanntschaften. Ich war deutlich jünger als er, aber das machte ihm nichts aus. Er nahm mich unter seine Fittiche. Rory war einer der ehrlichsten, nettesten und aufrichtigsten Menschen, die ich kenne. Als ich ihn das letzte Mal traf, das war einige Monate vor seinem Tod (im Jahr 1995 – Anm.d.Red.), lebte er im Conrad Hotel im Londoner Stadtteil Chelsea Harbour. Er saß an der Bar und trank Bailey’s aus Biergläsern. Wir gingen schließlich auf sein Zimmer, und er zeigte mir seine imposante Gitarrensammlung. Ich spielte ihm das BBM-Album vor – und er war total hin und weg. Ein wunderbarer Abend. Als ich ging, umarmte ich ihn und sagte: „Ich liebe dich, Mann!“ Danach haben wir uns nie wiedergesehen. Aber ich bin froh, dass ich Teil seines Lebens sein durfte .”

George Harrison und Gary Moore

Waren gute Freunde, wobei George Gary oft aufzog. Einen toller Auftritt beider gab es 1992 in der Royal Albert Hall.

Aus einem Interview mit Classic Rock:

“Ich war elf Jahre alt, als ich die Beatles in meiner Heimatstadt Belfast live gesehen habe. Die Mädchen um mich herum schrien wie verrückt, doch ich nahm davon keine Notiz. Schließlich war ich damit beschäftigt, die ganze Zeit wie ein Wilder auf- und abzuspringen, da ich aufgrund meiner geringen Körpergröße sonst überhaupt nichts gesehen hätte. Ich erinnere mich auch noch gut an den Auftritt der Beatles bei der TV-Show „Sunday Night At The London Palladium“. Ich wollte unbedingt ›Help!‹ auf der Gitarre lernen und schaute George Harrison auf die Finger. Aber an diesem Abend spielte er etwas völlig Krudes.

Einige Jahre später zog ich nach Henley-On-Thames und traf dort George das erste Mal – nämlich bei Alvin Lee von Ten Years After zu Hause. Wir verstanden uns gut, und so ergab es sich, dass ich ihn öfter besuchte. Außerdem bot er mir an, beim Traveling Wilburys-Song ›She’s My Baby‹ mitzuwirken. Ich dachte, dass mein Part nie veröffentlicht werden würde – doch als ich wenig später in den Staaten war, lief der Track im Radio rauf und runter.

George liebte es, die Leute zu ärgern. Einmal unterhielten wir uns über Eric Clapton. Ich war total sauer, weil ich ihn in der „South Bank Show“ gesehen hatte und er sich dort aufführte, als wäre er der größte Gitarrist aller Zeiten, auf einer Augenhöhe mit Jimi Hendrix. George meinte daraufhin nur: „Aber er ist doch auch besser als Hendrix, schließlich hat er mehr zu bieten als nur ein kurzes, wildes Aufbäumen.“ Das passte mir gar nicht, und wir gerieten ziemlich aneinander. Doch damit nicht genug. Als wir später über Blues diskutierten, behauptete Harrison: „BB King ist kein Blueser, er macht Pop.“ Ich war außer mir und antwortete: „Ich verpisse mich. Sofort.“ Wutentbrannt stand ich auf und rannte zu meinem Auto. Er kam hinter mir her, um sich zu entschuldigen, und mir tat die Sache auch ziemlich leid. Doch George war ein Sturkopf, der unbedingt das letzte Wort haben musste. Also setzte er nach: „Im Vergleich zu Ravi Shankar können sie ohnehin beide nichts.

Neal Schon und Gary Moore

Lernten sich während eines Konzerts in London kennen. Später tourte Thin Lizzy im Vorprogramm von Journey durch die USA und dann spielte Gary in den 80er auf großen US-Festivals mit Journey.

On Sunday (April 5) — one day after what would have been Gary‘s 68th birthday — Schon took to his social media to share a video of him playing along to a Moore solo, and he included the following message: “We did a lot of shows together and jammed many times but I’ll never forget the first time I met him with the original JOURNEY line up in London -we played Hammersmith and he came back afterwards and we talked for a long time and we became great friends. Miss him and have nothing but great memories of us hanging on tour and playing. God Bless Brother”

Bernie Marsden und Gary Moore

Gary spielte auf Bernies Hochzeit. Eine nette Anekdote gibt es über den Versuch Garys Bernies Les Paul „The Beast“ abzukaufen.

Gary Moore und Keith Richards

“Auf einer Party stand er (Keith) eines Abends plötzlich neben mir und reichte mir einen Joint. Ich nahm ihn, und er sah mir einige Zeit beim Rauchen zu und ging dann weg. Einige Minuten später kam er wieder und sagte: „Übrigens: Ich habe ganz vergessen, dir zu sagen, dass ich Lepra habe!“

Ginger Baker & Jack Bruce

“1994 spielte ich mit den beiden bei BBM. Die meisten Leute glaubten damals, dass Ginger und Jack im Grunde Cream wiederbeleben wollten, aber Eric keine Lust darauf hatte, sodass sie sich nun nach etwas Neuem umsehen mussten. Doch das ist falsch. Ich habe BBM gegründet, nicht sie. Es machte mir viel Spaß, mit Ginger und Jack zusammenzuarbeiten. Baker war zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht so cholerisch wie später. Er rauchte den ganzen Tag Joints, um runterzukommen. Außerdem hatte er im Grunde fast keinen Kontakt zu mir und Jack. Nach den Gigs zog er sich in seinen eigenen Backstageraum zurück, während wir anderen rausgingen, uns mit den Leuten unterhielten und uns die Drinks in den Rachen schütteten. Das war nichts für Ginger – er hielt uns sicher für komplette Vollidioten. Das machte mir nichts aus, denn ich hatte einen Heidenspaß mit Jack. Er war wie ein großer Bruder für mich. Das einzige echte Problem bei BBM war, dass wir alle noch andere Projekte hatten, die unsere Zeit beanspruchten. Ständig gab es Terminkonflikte, und das machte die ganze Sache ziemlich anstrengend.”

Led Zeppelin

“Ende der Sechziger spielten wir in den USA und kamen schließlich auch nach Los Angeles. Dort waren wir für fünf Shows im Whiskey A Go-Go gebucht worden. Jeden Abend stand die komplette Mannschaft von Led Zeppelin vorne an der Bühne und sah uns zu. Schließlich kamen wir ins Gespräch, und sie fragten uns, wo wir denn wohnen würden. Da die Gage nur gering war, hausten wir in einem heruntergekommenen Motel am Stadtrand. Daraufhin buchte uns die Band eine Suite im legendären Hyatt Hotel – auf ihre Rechnung! Sie waren alle so unglaublich nett zu uns – und wir hatten Spaß ohne Ende. Außerdem bekam die Band die heißesten Groupies ab.

Eines Abends feierten wir in Robert Plants Zimmer. Darin gab es sogar ein Doppelbett, das auf einem gigantischen Podest platziert war. Unser Schlagzeuger musterte Plant und das Bett mit neidischem Blick und meinte dann schließlich: „Robert, wenn du darin aufwachst, bist du bestimmt total rallig…“ Plant sagte nichts, schlief aber kurz darauf ein, ein gutaussehendes Mädchen im Arm. Als er eine halbe Stunde später wieder fit war, sprang er sofort auf und zog die Lady hinter sich her ins Badezimmer.

Einige Zeit später traf ich Robert und Bonzo im Londoner „Speakeasy“ wieder. Wir feierten die ganze Nacht durch, und Bonham übernachtete schließlich bei mir. Ich hatte damals ein kleines möbliertes Zimmer am Belsize Park. Während John noch schlief, sagte ich all meinen Kumpels Bescheid: „Kommt vorbei und seht euch das an – John Bonham liegt bei mir auf dem Fußboden und schläft!“

Albert King

“Da ich Blues liebe, wollte ich eine Version von ›Oh, Pretty Woman‹ aufnehmen, was Albert ja bereits während seiner Zeit bei Stax Records getan hatte. Er hörte davon und ließ anfragen, ob er mitspielen dürfte. Natürlich, was für eine Frage. Ich hatte jedoch Bammel, denn es gab eine Zeile in seiner Version, die ich nicht richtig verstand. Es klang nach „She’s The Rising Sun“, aber ich war nicht sicher. Schon vor Kings Besuch im Studio beschlich mich ein komisches Gefühl, dass ich mich mit dieser Sache in die Nesseln setzen würde. Und genug so war es dann auch. King kam rein und sagte in ruppigem Ton: „Lass mich das Tape hören!“ Da saß er dann, mit gespreizten Beinen und blütenweißem Anzug, und er lauschte aufmerksam, wobei er keinerlei Zweifel aufkommen ließ, wer hier die Autoritätsperson im Raum war: er nämlich. Als schließlich besagte Zeile im Lied kam, sprang er auf und schrie mich an: „Halt sofort das Tape an! Das ist falsch! Es heißt: ‚Sure Is The One‘!“ Ich antwortete zerknirscht: „Tut mir wirklich leid, Albert. Ich konnte es nicht richtig verstehen.“ Er darauf: „Aber es ist so drauf, nicht anders.“

Von diesem Zeitpunkt an verhielt er sich mir gegenüber stets wie ein Schuldirektor. Ständig verbesserte er mich. Und zwar bis zu dem Tag, an dem er im Studio stand und ein Feuerzeug suchte. Er kramte herum, und irgend-etwas fiel klackernd auf den Boden. Ich sah nach unten – und sah etliche Patronenhülsen wegrollen. Ich fragte ihn entsetzt: „Albert, was zu Geier soll das denn?“ Er sagte nichts, sondern zog eine Visitenkarte aus seiner Jackentasche. Darauf stand: „Hilfssheriff“. Die Grenzbeamten hatten ihn nur aufgrund dieses „Jobs“ mit einer Knarre und einer ganzen Ladung Munition an Bord der Concorde gelassen! Er transportierte die Waffe einfach im Case seiner Flying V-Gitarre. Und er unterbreitete mir auch ein Angebot: „Wenn du je Probleme hast, dann ruf mich an!“

Phil Lynot

Als ich zu Skid Row stieß und ihm das erste Mal begegnet bin, spielte er noch nicht Bass, sondern war lediglich Sänger. Ich mochte ihn sofort, und er mich offensichtlich auch, denn er bot sich direkt an, mir Dublin zu zeigen – denn ich war ja gerade erst dorthin gezogen (1968, im Alter von 16 Jahren – Anm.d.Red.). Es war ein großartiger Tag, doch abends gingen wir in einem Restaurant essen. Phil nötigte mich dazu, etwas zu bestellen, von dem er wusste, dass es mir absolut nicht schmecken würde. So konnte er sich ungeniert meinen Teller schnappen und alles wegfuttern. Und all meine Drinks wegschlürfen. Ich dachte mir nur: „So läuft das also hier…“ Und genau so lief es fortan immer, wenn wir aus waren. (lacht)

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Phil noch am Leben wäre, wenn er in einer anderen Zeit gelebt hätte. Heutzutage ist es doch schon fast chic und trendig, an der Nadel zu hängen. Das macht den Künstler noch „mystischer“ und unnahbarer. Daher wäre er wohl in irgendeiner hippen Londoner Entzugsklinik und würde die ganze Zeit versuchen, mit irgendwelchen Topmodels zu vögeln. Doch damals lagen die Dinge anders. Man konnte noch nicht mal professionelle Hilfe suchen, denn wenn das rauskam, war man als Musiker erledigt, weil einen die Presse in Grund und Boden schrieb. Sogar nach seinem Tod las man überall schreckliche Dinge über Phil. Es macht mich nach wie vor sehr traurig.

Gary Moore und Peter Green

“Als Peter Eric Clapton bei John Mayall’s Bluesbreakers ersetzte und die Band in Belfast spielte, habe ich ihn das erste Mal live gesehen. Es war unglaublich. Ich hatte noch nie zuvor so einen Gitarrensound gehört. Später, als wir mit Skid Row im Vorprogramm von Fleetwood Mac durch die USA tourten (Green ist einer der Fleetwood Mac-Bandgründer – Anm.d.Red), bekam ich eine Chance, ihn persönlich kennenzulernen. Er lud mich ein, nach der Show hinter die Bühne zu kommen. Ich machte mir beinahe in die Hose, so nervös war ich. Doch er sagte zu mir: „Mir gefällt dein Stil. Hast du heute Abend noch was vor?“ Ich entgegnete ihm, dass ich noch einen zweiten Gig hätte und weg müsste. Doch nach diesem Auftritt fuhr ich zu ihm ins Hotel, und wir redeten die halbe Nacht über Musik und Gitarren. So begann unsere Freundschaft. Außerdem half er mir und der Band, wo er konnte. Green erzählte jedem, dass ich der aufregendste Gitarrist sei, den er seit Hendrix gesehen hätte. Als ich das hörte, schwebte ich wochenlang auf Wolke Sieben.

Jahre später nahm ich ein Album mit seinen Songs auf – BLUES FOR GREENY. Ich spielte sie alle mit der Les Paul-Gitarre ein, die ich ihm vor Jahren abgekauft hatte. Daher kam ich auf die Idee, dass es doch eine coole Sache wäre, ein Foto von ihm, mir und der Gitarre für das Booklet zu schießen. Also trafen wir uns, um das Bild zu machen. Er war ein bisschen durch den Wind bei der Session. Schließlich nahm er die Gitarre in die Hand und sagte: „Ah, tolles Stück. Ich habe meine verkauft.“ Ich antwortete: „Peter, das ist deine.“ Er darauf: „Nein, kann nicht sein. Dazu ist sie zu alt.“ Ich wiederum: „Nun, der Deal ist auch schon länger her.“ Green überlegte, sagte nachdenklich, dass sie wirklich wie seine alte Gitarre aussähe, nahm die Les Paul noch einmal in die Hand, spielte einen Akkord und sagte dann: „Ja, wirklich: Treffer!“

Literaturverzeichnis

Gitarre & Bass Special „Gary Moore“ (Interviews, Workshops, Features), März 2011

Harry Shapiro Gary Moore “I can´t Wait Until Tomorrow” – The Official Biography, London 2017

Rich Maloof Jim Marshall – The Father Of Loud, San Francisco 2004

Bernie Marsden Where´s My Guitar? England 2017


Vic DaPra Burstbelievers IV,Anaheim 2018

Guitarist Magazine Issue 340, April 2011

Guitarist Magazine Issue 403, February 2016

Guitarist 100 Guitar Heroes, England 2013

Lord OF The Srings – Gary Moore Fan Site

Groundguitar.com Gary Moore’s Guitars and Gear

Guitar Player Magazine Gary Moore Gets to the Heart of Electric Blues on ‘Close As You Darrin Fox Updated: Nov 15, 2017 Original: Apr 4, 2015

Marshall Amplification,  Interview at Marshall Theatre2008

Fortsetzung folgt!