Grand Funk Railroad – das Powertrio aus Flint Michigan

Die 800 m² große Plakattafel (= engl. billboard) mit den Konterfeien der drei Musiker auf dem New Yorker Time Square war nur eine Aktion des GFR-Managers Terry Knight.

Die Plakattafel (übersetzt billboard) am New Yorker Time Square

Dieses Power-Trio aus Flint/ Michigan zog mich schon beim ersten Anhören voll in den Bann, obwohl ich durch meinen Cousin Matthias zuerst das Album des späteren Grand Funk-Quartetts mit Craig Frost an den Keyboards “We ´re An American Band” hörte und dann das Folgealbum “Shining On” rauf und runter spielte.

Was machte Grand Funk Railroad so erfolgreich?

Vor allem der Gitarrist Mark Farner, der zusätzlich E-Piano, Orgel und Harp spielte, zog mich mit seinem Gesang und dem Gitarrenspiel in den Bann. Ich bewunderte seine lange Mähne und diesen muskulösen Oberkörper mit dem Metall-Armreif am Oberarm. Don Brewer (drums, vocals) mit, wie jemand einmal meinte, größten “weißen Afrolook und Mel Schacher (bass), der wunderschöne farbige Hosen trug.

Das riesige Din-A2 – Plakat aus einer deutschen Pop-Zeitschrift ( Bravo war´s nicht!) aus dem Madison Square Garden (1972) hing über Jahre in meinem Zimmer. Grand Funk Railroad war ein Trio mit unbeschreiblichem Drive und Groove im Zusammenspiel. Klar – Mark Farner reglementierte wohl nie für sich ein Gitarrengott zu sein, aber er hatte den Draht zum Publikum, ließ den Funken überspringen und spielte absolut banddienlich. Irgendwie rebellenhaft und unkonventionell. Diese kongeniale Bindung zwischen Band und Publikum kann man beim Anhören der Livescheiben und Betrachten der Live-Videos deutlich spüren. Vor allem bei dem Animals Cover “Inside Looking Out” baute das Trio mit dem treibenden Groove und der bandtypischen Dynamik eine tolle Spannung auf. Grand Funk Railroad wurde vom Publikum geliebt, von den Kritikern der damaligen intellektuellen Musikmagazinen wie Sounds, Rolling Stone und Melody Maker etc. gehasst und zerrissen. Wahrscheinlich war auch in gewisser Weise der Band der Erfolg nicht gegönnt. Denke, dass dies eine große Rolle spielte. Der Neid auf eine Band, deren Mitglieder keine musikalischen Genies an den Instrumenten waren oder vertrackte Musikstücke zum Besten gaben und blitzschnell die größten Stadien füllten. Meine Liebe zu Grand Funk Railroad teilte keiner meiner Freunde (meine drei Cousins mal ausgenommen). Grand Funk Railroad war in den frühen Siebzigern Drive, Schweiß, Emotion und echte Ehrlichkeit in der Liebe zum Publikum: We Are All Brothers and sisters….und ein Statement von Don Brewer verdeutlicht noch eine andere Facette des Erfolgs:

Brewer: “I remember seeing a lot of big groups who thought they were so cool. They’d turn their backs on the audience and play to themselves. I felt insulted. An audience is there to be entertained. They paid for a show, not to see a jam.”

Da wirkte nichts aufgesetzt. Übrigens war 1969 nach zwei Tagen Led Zeppelin Tour mit Vorprogramm Grand Funk Railroad schon wieder Schluss. GFR stahl Led Zeppelin die Show, so dass der Manager Peter Grant Grand Funk Railroad aus dem Vorprogramm schmiss:

Why Led Zeppelin Kicked Grand Funk Railroad Off The Tour (chaospin.com)

“The audience loved us, they just absolutely loved us, and then we went to Detroit, our stomping ground, Olympia. And Led Zeppelin manager Peter Grant comes out and stops the show, he told Jerry, he picks him up by the collar – ‘Stop the show, I’m gonna pull the power.’”

Right after, the promoter Terry Knight comes and literally shoos them out the stage saying ‘due to contractual agreements, Grand Funk has to leave the stage now. Get the hell out of here!’

“We started making exit, all these boos, and then the bottles of whiskey, bottles of wine, bottles of beer. Oh my god, the show stopped right there for an hour and a half before Zeppelin took the stage,” continues Farner telling.

“But that gave time enough for at least half the audience to empty out, and so Mel and I went out and sat in the theater, in the seats about halfway and watch Led Zeppelin for a few songs.”

So, after being kicked off, Grand Funk Railroad frontman also tells what he thinks of comments about Led Zeppelin not being good of a live band. “More theatrics than actual spot-on jamming playing,” says Mark Farner. But even during expressing his agreement to that, you can understand this is not because of what Led Zeppelin did to them, but only his honest opinions from his kind answer.

Ein Augenzeuge berichtet:

I WAS THERE IT WAS COBO HALL DETROIT AND BACKSTAGE THE WIND BLEW AND TE SHIT FLEWW HALF WAY THROUGH GFR S SET GRANT SHUT THE POWER OUT …WHEN TERRY KNIGHT CAME UPON HIM TO TURN THE SHIT BACK ON GRANT GRABBED HIM BY HIS COLLAR AND PULLED HIM OFF THE FLOOR TO HIS EYE LEVEL AND SAID TAKE THE BAND OFF …IMEADIATLY AND THE SHOW WAS NOT CONTINUED!!!!

Dieses Bild hing über Jahre in meinem Zimmer, allerdings in Farbe. Ein super Bild, das den Drive von GFR einfängt.

Der Zerriss in den Medien

Es ärgerte mich wahnsinnig, dass Mark, Don und Mel im damaligen aktuellen Rocklexikon in Zitaten so verrissen wurden: “Überschwindel” (Rolling Stone, New York Times) als gepanschte Cream, als Band, die nur durch 120 dB Lautstärke auffalle oder die Rezensenten nur ” pompöse Mittelmäßigkeit, völligen Mangel an Phantasie, Humor und künstlerischer Empfindsamkeit (Melody Maker) heraushören konnten (Rocklexikon S. 318). Doch die Publikumsresonanz war eine ganz andere. Nach dem Atlanta-Pop-Festival-Auftritt stürmten die Fans die Bühne und trugen die Musiker auf ihren Schultern davon (Circus) . Zudem kam es vor und während der Konzerte zu tumultartigen Szenen.

Die Uschi aus dem Beat-Club präsentiert hier einen GFR-Konzertausschnitt, der die GFR-Manie wundervoll dokumentiert:

1970 gastierte die Band dreimal im Madison Square Garden. Das letzte Mal 1974. Im Vorprogramm war übrigens damals, die in Deutschland nicht unbekannte Suzi Quatro zu sehen. Sie stammt übrigens auch auch wie die GFR-Musiker aus der Regionvon Detroit, nämlich aus dem Vorort Grosse-Pointe.

Dec 18, 1970Grand Funk Railroad / Humble Pie  
Dec 18, 1970Grand Funk Railroad / Humble Pie  
Nov 13, 1970Ten Years After / Buddy Miles Express / Brethren    
Oct 16, 1970Jackson 5  
Sep 19, 1970Led Zeppelin    
Sep 19, 1970Led Zeppelin    
Jun 20, 1970Ginger Baker’s Air Force  
May 13, 1970Creedence Clearwater Revival / Booker T & the MG’s / Wilbert Harrison    
Feb 13, 1970Sly and the Family Stone / Grand Funk Railroad / Fleetwood Mac    

Grand Funk Railroad wurde 1968 von Farner und Brewer, beide aus Flint, gegründet und Schacher aus dem Nachbarort Owosso vervollständigte das Trio. Farner und Brewer hatten bereits bei Terry Knight and the Pack (Mark Farner Bass!) zusammengespielt. Die Band flog aber wegen Terry Knight auseinander, der anscheinend charaktermäßig nicht einfach war. Es verwundert demnach, dass Brewer Terry Knight als Manager, Sprachrohr, Verleger und Produzent verpflichtet, was sich wenige Jahre später rächen wird. Vertraglich wurde ausgehandelt, dass allein Terry Knight in allen Bandangelegenheiten das Sagen hatte. Ein fataler Fehler, der zu diesem Zeitpunkt wohl recht naiven jungen Burschen.

Der Name lautete zunächst Grand Trunk Railroad nach einer Bahnlinie durch Flint. Knight organisierte den ersten Auftritt in Buffalo/ New York.

Ihren Durchbruch erlebten Grand Funk Railroad auf dem Atlanta Pop Festival am 4. Juli 1969, auf dem sie ohne Gage spielten und fälschlicherweise in der Ansage als Grand Frank Railway angekündigt wurden. Ein Jahr später waren sie hier die Headliner! Ermutigt durch das große Faninteresse, sprach Knight anschließend bei Plattenfirmen vor und erreichte, dass Capitol Records die Gruppe unter Vertrag nahm. Ihr erstes Album hieß On Time und beinhaltet die fünf wohl bekanntesten Songs der Anfangszeit: den Opener jedes Konzerts “Are You Ready?” “Into The Sun” “Heartbreaker” “Time Machine” und “T.U.N.C” (rückwärts gelesen ergibt sich das amerikanische Wort für “Fotze”). T.N.U.C war ein 8.43 min. lang und beinhaltete ein Don Brewer Schlagzeugsolo. Hört man das Album heute an, merkt man, dass kaum Overdubs gemacht wurden, teilweise sind auch kleine Verspieler oder Unsauberkeiten auf Band gelassen worden. Knight soll laut Rocklexikon die ersten drei Alben absichtlich verzerrt haben, um den Sound der Livekonzerte und der “6000” Watt-Anlage (Rocklexikon S. 319) authentisch herüberzubringen. Großartige oder lange Gitarrensolos fehlen hier, der Leadsound ist relativ sauber, angezerrt, bisweilen hat Mark Farner ein Fuzz-Pedal verwendet. Als Gitarre hat Mark Farner mit Sicherheit seine grüne Live-Gitarre, eine Eastwood Messenger mit überklebten F-Löchern, verwendet. Als Verstärker verwendeten Schacher und Farner richtige Lautstärke-Monster der Firma West, die mit KT 88 Röhren bestückt waren. In Schachers Verstärker war ein Fuzz- Effekt eingebaut. Der Bass-Sound ist so derart füllend und drückend. Habe allerdings gelesen, dass Humble Pie mit ihren Halfstack – Marshalls lauter gewesen wären. Marks Eastwood-Klampfe war ein sonderbares Teil, aber mit charakteristischen Sound. Noch heute gibt es übrigens die Firma und die veränderte Mark Farner – Gitarre ist erhältlich : Link Messenger – Electric Guitar – Eastwood Guitars.

Das Album “On TIme” wurde in drei Tagen aufgenommen und klingt transparent wie eine Demo-Aufnahme. Unglaublich für damals war auch die Tatsache, dass die Band innerhalb von zwei Jahren sechs Langspielplatten veröffentlichte : On Time – Grand Funk – Closer To Home – Live Album – Survival und E Pluribus Funk

Produktion und Sound der Alben

“Technically each of these half-dozen releases was a disaster to professional earsOn Time sounded dry, lifeless and could almost be mistaken for a set of demos. The cover, with the band holding clocks and various artefacts, was laughable. But somehow through this fog of crass and rank amateurism Grand Funk sounded exciting, intriguing and new

More rhythm and blues than heavy metal, the band proved to be an antidote to the self-indulgent prog noodlings and blatant bubblegum pop of the time. But nothing would ever capture the power of their live shows… 

“There was a rawness,” agreed Brewer. “The pure excitement and energy that we felt on stage went right to the audience. When I listen to the early recordings, you just hear this innocence. Our audience connected with it, but the journalists couldn’t feel it.” 

Grand Funk Railroad – die Arenakönige, die selbst die Beatles übertreffen

Aside from their countless hit singles and albums, Grand Funk Railroad were proving their immense popularity as a live act from the end of the 1960s onwards. In the final month of the decade, for example, they were playing at the Fillmore East in New York; in 1970, they starred at the Cincinnati Pop Festival, then the New York equivalent, sharing the bill with Jimi Hendrix.

Numbers didn’t lie

But on 5 June 1971, even the media representatives who had never liked their populist hard rock style had to concede that GFR had become one of the biggest bands of their generation. The numbers didn’t lie: they sold out their forthcoming appearance at Shea Stadium in New York, breaking the box office record held by The Beatles.

The Liverpool idols first appeared at the stadium in August 1965, to a record audience of 55,600, and then again a year later. The impending Grand Funk concert — with support by Humble Pie — matched that attendance record, but sold out in a mere 72 hours, whereas The Beatles’ show took considerably longer. 55,000 tickets went on sale at 10am that Friday, priced at $4, $5 and $6, and by Monday morning they were gone.

Band manager Terry Knight, talking after a poorly-attended press conference to announce the Shea date, observed the media’s sniffy attitude to the band by saying: “Any person in the business knows that to announce you’re playing Shea Stadium is news…the fact of the matter is, it is news to announce that anybody is gonna play Shea Stadium. But it’s equally big news to announce that no American entertainer in history has ever attempted it before.”

Knight concluded: “It was never our goal to ‘sell out’ Shea Stadium; we just want to fill it with our people.”

Royal Albert Hall und Hyde Park

1971 spielten sie in der ausverkauften Royal Albert Hall, obwohl sie in Großbritannien kein Airplay erhielten. In New York waren die 46000 Tickets für den Madison Square Garden innerhalb von acht Stunden vergriffen. Nach Veröffentlichung des Abums “Survival” konzertierten sie im Londoner Hyde Park vor 100000 Leuten und gingen anschließend auf Europa-Tour.

Alle Alben wurden binnen kürzester Zeit Millionenseller, nicht nur für E Pluribus Funk gab es vor Erscheinen schon über eine Million Vorbestellungen.

Jedoch müssen sie live wirklich, so die Meinung vieler Fans, der Hammer gewesen sein. Wenn man heute die Statements Mark Farners hört, beispielsweise über harte Drogen oder den Konsum von Marihuana spürt man einfach, warum das Publikum die Band liebte.

Wer sich für die zahlreichen Konzerte der Band interessiert findet hier alle Daten zum Teil mit den Setlists:

Grand Funk Railroad Concert Map by year: 1970 | setlist.fm

Die Grand Funk Alben von 1969 bis 1971 im Überblick

ON TIME

Debut-Album wie oben schon erwähnt

GRAND FUNK – das rote Album

GRAND FUNK LIVE

Doppelalbum

CLOSER TO HOME

SURVIVAL

E PLURIBUS FUNK

Eines meiner Lieblingsalben. Fette Gitarren- und Bass-Sounds, rockige Stücke und gesellschaftspolitische Texte.

Footstomping Music – ein Klassiker der GFR-Live-Konzerte. Mark Farner an Gitarre und Orgel. “Come on everybody…let´s have a good time….. everybode gets into the groove…

People Let´s Stop The War – Anti-Vietnam-Kriegs-Song

Upsetter – coole Abmischung im Panorama

I Come Tumbling – eine der rockigsten GFR-Nummern mit schönen Break-Solos, wild, Message liebt eure Brüder und Schwestern….

Save The Land – “Look out for the Land rush….”

No Lies – love, peace and harmony

Loneliness – orchestrales GFR-Werk, der Schluss könnte fast zu einem Karl May-Film passen, textlich geht´s um die Ausbeutung der Erde, Geburtenkontrolle…

Loneliness cries deep from my soul,
Keeps trying to tell me about the world growing so cold.
Too many people trying to take from my earth,
But we can’t live without controlling our birth.Deep inside a voice cries out for you,
It’s not alone ’cause, people, I been cryin’ too.
If we don’t stop what we all see is wrong,
I guarantee you mankind won’t live long.There’s a land, a glorius land,
It’s right here on earth.
Understand what you can from the land,
Your life is it’s worth.
Woah-oh, woah-oh, woah-oh-oh.
Woah-oh, woah-oh, woah-oh-oh.
Woah-oh, woah-oh, woah-oh-oh.To face the problems that everyone’s found,
We must replace what we took out of the ground.
Pray for your brother, let your soul find a way,
Help one another, oh, please listen to what I say.…

Terry Knight – Millionenklagen und Bruch mit der Band

E Pluribus Funk war auch das letzte Album unter der Knechtschaft von Terry Knight. Auf der Rückseite des runden silbernen Geldmünzen-Covers (Grand Funk hatten ab Survival immer besonders gelungene Cover-Gestaltungen) ist übrigens das 55000 Zuschauer fassende New Yorker Shea-Stadium abgebildet, welches binnen 72 Stunden ausverkauft war und GFR damit den Beatles Rekord brachen.

Wie Mark Farner erzählt, verdiente jedes Bandmitglied in den ersten zwei Jahren etwa 350.- $ die Woche. Als die Mitglieder Abrechnungen der Plattenfirma Capitol sahen und sich der überall ausverkauften Arenen erinnerten, zählten die “Naiven” zwei und zwei zusammen (M. Farner). Knight wehrte sich, da er ja der Band den Plattenvertrag vermittelt , Konzerte ausgemacht und große Investitionen getätigt hätte, was ja auch im Knebelvertrag vereinbart war. Unglaublich, wie die Jungs über den Tisch gezogen wurden. Zudem störte sich Knight an Farners politischen Texten und versuchte sie zu zensieren.

“Suddenly the band discovered they were earning minuscule royalties and had also lost a pile of cash in bad investments. Other resentments began to surface involving Knight’s abilities as a producer, and there was a punch-up between Knight and Schacher. The censoring of Farner’s political beliefs became a major bugbear. The barbs (? birds?) began to fly in the public arena, and suddenly the press became interested. 

Farner: “For the first two years we were on a salary of $350 a week. We didn’t realise the amount of money we were making. Then finally we started getting some record royalties and put two and two together.” 

But as far as Knight was concerned, they were coming up with five: “They began to believe their own press. They began believing the absurdity of the statement that they had sold $120 million worth of records. They started to believe my hype.” 

Knight claimed the band hadn’t actually sold out Shea Stadium, although the promoter disagreed. But one thing was certain: the whole scenario was rapidly beginning to turn into a shit sandwich, without the bread. 

Brewer: “All of a sudden this rock’n’roll fantasy was a nightmare. It was your worst dream from Hell.” 

Grand Funk decided that they wanted out straightaway and initiated legal action. 

Knight: “They thought I had the lion’s share [of the money]. I’m the one who got them the record contract, I’m the one who put up the investments, and I’m the one who battled from day one to put them where they were. Here’s a group I fought for, I spilled blood for, and I had gone to war for!” 

Knight proceeded to counter-sue Grand Funk for $57 million dollars for breach of contract. Ironically if the band had waited three months before taking action they would have been out of their contract with Knight anyway! D-U-M-B or what? 

Knight: “In the end Grand Funk gave me all the money they had and all of their investments to me in payment for wrongfully walking out on their contract, three months early. How stupid is that?” 

Knight also kept the rights to the publishing of the band’s songs recorded thus far and sold them back the rights to use the Grand Funk name.

Also hätten Grand Funk doch drei Monate warten sollen, dann wären sie aus dem Vertrag herausgekommen. Dumm gelaufen.

Als die Band 1972 im Madison Square Garden ein Konzert gab, wollte Knight das gesamte aufgebaute Equipment konfiszieren, das wurde wohl wegen drohender Krawalle verhindert, aber nach Konzertende wurde dies in die Tat umgesetzt. Hier die näheren Umstände:

Im Frühling 1972 reicht es: Die Musiker feuern Knight. Der antwortet mit einer Klage und möchte stolze 57 Millionen US-Dollar sehen, ein Betrag, von dem Grand Funk Railroad noch nicht einmal zu träumen wagen. Am 23. Dezember 1972 spielt die Band ein Konzert im Madison Square Garden in New York City. Knight taucht auch auf — mit einem Vollstreckungsbescheid, der ihm erlaubt, das gesamte Equipment der Musiker zu pfänden. Dank der hiesigen Polizei darf immerhin die Show zu Ende gespielt werden, doch direkt im Anschluss verstauen Knight und seine Helfer sämtliche Instrumente der Band in einem großen LKW und verduften. „Sie schuldeten mir eine Menge Geld, und ihr Equipment war eine Menge Geld wert“, beharrt Knight. „Außerdem wollte ich ihnen eine Lektion erteilen.“

Terry Knights tragisches Ende

2004 wurde Terry Knight vom Boyfriend seiner Tochter Danielle erstochen. Er wurde nur 61. (Terry Knight – Wikipedia ) Der Wikipedia-Eintrag über Knight ist interessant auch bezüglich der Beziehung zu den Beatles und Twiggy

(Quelle : Grand Funk Railroad: the forgotten story of a true American band | Louder (loudersound.com))

Die Zeit nach Terry Knight

Phoenix – der Asche entstiegen – das Album nach Terry Knight

Nach E Pluribus Funk war “Phoenix”, das einzige von der Band selbst produzierte Album. Erinnert der instrumentale Eingangssong noch ein wenig an Footstomping Music, Die folgenden Songs zeigen GFR in neuem Soundkostüm. Weniger im Power-Trio-Sound der Anfangstage, sondern zurückhaltender und durch Craig Frost an den Keyboards breiter aufgestellt und größerer Stilbreite. Abwechslungsreicher souliger Rock-Blues mit gesellschaftspolitischen und ökologischen Texten. Ein echter Klassiker der Rockgeschichte – leider nur wenig beachtet.

Grand Funk̰ Railroa̰d̰-Phoenḭx̰ 1972 Full Album HQ – YouTube

Tracks von “Phoenix”

I JUST GOTTA KNOW – typischer Mark Farner Lyrics

Hey, people are you ready to get in the streets
To be your own police?
Are you ready to start tonight
To stand up and fight for your rights?

Woah … oh, I gotta’ know
I gotta’ know
I gotta’ know
I gotta’ know

Young people would you do the patriotic thing?
Are you ready to stand up and sing
That you’re tired of the war and all that shit?
Oh, tell me, are you ready to do your bit?

Woah … oh, I gotta’ know
I gotta’ know
I gotta’ know
I gotta’ know

You gotta’ take a stand
Give your brother a helping hand
We got to start today
So tomorrow our kids can play
We better do what’s right
So we don’t have to fight
No more

‘Bout the only way I see that we can change the plan
Is to vote and get our man
The man whose not afraid
And one whose not over-paid

FLIGHT OF THE PHOENIX – schmissiges Instrumental mit schönen Orgelsounds, electric violin , Südstaaten-Country Rock-Feeling

TRYING TO GET AWAY – interessante Keyboardsounds (Clavinett/ Orgel) und trockene Gitarrensounds

I been out on the road with my thumb in the air
I’m a long way from home but I just don’t care
The dust from the road makes it dry in my mouth
When it’s cold up north, that’s when I head south

‘Cause I been tryin’ to, tryin’ to get away, yeah
Tryin’ to, tryin’ to get away, yeah

I passed through New York just the other day
The smog was bad but not as bad as L.A
Sometimes I wonder what the world’s comin’ to
Sometimes I wonder what I’m gonna’ do

‘Cause I been tryin’ to, tryin’ to get away, yeah
I been tryin’ to, tryin’ to get away, yeah

I been out on the road with my thumb in the air
I’m a long way from home but I just don’t care
The dust from the road makes it dry in my mouth
When it’s cold up north, that’s when I head south

Tryin’ to, tryin’ to get away
Tryin’ to, tryin’ to get away

SOMEONE – ruhiger Beginn, dann rockend und fordernd, superschöne Keyboard-Sounds, Harmoniegesang der Extraklasse.

Why, oh why, oh why should I care for someone
Who doesn’t care for me?
I played the game I was subject of, it was all in vain ’cause I fell in love with someone
Who doesn’t care for me, for me
I hate the game and what it costs, to feel the pain for the love I lost to someone
Who doesn’t care for me

Why should I even care for someone
Who doesn’t really care for me?
I’m not excited lovin’ someone
Who doesn’t really care for me

Ohhh, ohhh, ohhh …
Ohhh, ohhh …

SHE GOT TO MOVE ME – hätte soundmäßig auf E Pluribus Funk sein können – einfach cool vom Feeling her, als wenn man im Probenraum stehen würde, trockener Sound, klasse Hammond-Sounds, wie auf dem ganzen Album, die Gitarre hat einen speziellen Sound;

GOTTA FIND ME A BETTER DAY – der Beginn mit zweistimmiger Gitarre erinnert fast ein wenig an die Allman Brothers, Südstaaten-Swamp-Blues mit fetter Hammond, gute Gitarrenarbeit und Harmonika-Solo von Mark Farner – zum Ende nochmal kurz Allman Brothers-Flair

SO YOU WON´T HAVE TO DIE

eines meiner Lieblingsstücke von “Phoenix” – der gesellschaftspolitische und christliche Text setzte sich bei mir ins Ohr, schön der Beginn mit Akustikgitarre

The way of life is tough these days, it’s hard to get along
But Jesus came and he talked to me, and that’s why I wrote this song (ein herrlicher Text)
He told me of my brothers in a far and distant land
He said that it’s gettin’ crowded on Earth, and it’s time we made some plans
Time we made some plans

He said overpopulation is the problem of today
There’s too many children on the Earth, and more on the way
If you don’t start some birth control, then you won’t last too much longer
It’s best that we let it save our souls, so we can get much stronger
Get much stronger

Ahhh …

I’m afraid of overpopulation
I don’t want to die of suffocation
The world is full of pollution
And Jesus is the solution

He said we’re gettin’ near the end, and I’m as close as you are
If you take Jesus as a friend, you’re gonna’ be a big star
Star that shines in the sky above, a light you cannot sever
You will be with him above, and you will shine forever
Shine forever

RAIN KEEPS FALLING – mit ersklassigem Wah-Sound, bluesig, gute Chorgesang

I remember the night so well.
The rain was fallin’ but I just couldn’t tell,
If it was you that was callin’ to my love-sick brain.
But the rain kept fallin’ on my window pane.

Out of the night the thunder rang in my ear.
I can’t fight the feelin’, lord, that brings forth my fears.
I wish it was over, lord, please stop the rain.
The rain that’s fallin’ on my window pane.

The rain that’s fallin’ on my window pane.

Every night the rain’s on time, I can feel it in this heart of mine.
But I don’t know what to do.
Well, I guess I could go back home, ’cause you know back home is where I belong.
But it just ain’t home without you.

And I don’t know what to do, baby.

Well, I guess I’m a looser but it just don’t seem fair.
I lost all my life so tell me, why should I care?
The night that you left me is the night that it came.
And the rain’s still fallin’ on my window pane.

The rain keeps fallin’ on my window pane.
The rain keeps fallin’ on my window pane.

ROCK ´N´ROLL SOUL – 13 Wochen in den USA Charts – Platz 29, eines meiner GFR-Lieblingssongs, der Refrain würde den Rolling Stones auch gut stehen, wenn sie nur so singen könnten 🙂 – ein Grand Funk Railroad-Klassiker, der auch im Konzertprogramm stets zu finden war.

FREEDOM IS FOR CHILDREN Schöne E-Piano und Keyboard-Sounds, ruhiger Beginn,

PHOENIX ein absolut gelungenes GFR-Album. Man hört die Spielfreude, die Lust neue Sachen auszuprobieren. Craig Frosts Keyboardspiel ist das Sahnehäubchen. Einen besseren Albumtitel hätte man gar nicht wählen können nach dem juristischen Desaster mit Terry Knight. Sauber selbst-produziertes Album mit einem frisch-lebendigem und transparenten Sound! Absolut empfehlenswertes Album!

WE ´RE ÁN AMERICAN BAND und SHININ´ON

Die nachfolgenden beiden GFR Alben wurden von Todd Rundgren produziert. Der Sound entfernte sich noch weiter von den Anfangsjahren. Beide Alben knüpften locker an die Erfolge früherer Tage an. Mit “We ´re An American Band” kam ein Single-Charts-Erfolg, der mit dem Cover von “Locomotion” noch mal getoppt wurde.

Erwähnenswert ist, dass das Artwork bei beiden Scheiben etwas ganz besonders war. “We ´re an American Band” kam im durchsichtigen goldenen Vinyl mit den nackten GFR-Musikern im Heu und mehreren runden GFR-Aufklebern mit dem Band-Emblem.

“Shinin´On” kam mit echter 3-D-Brille zum Heraustrennen.

Die Songs von “We ´re an American Band” waren super produziert und klingen auch heute noch cool: Railroad – stampfend, Black Licorice mit tollen Clavinet-Sounds und Hammond-Solo von Craig Frost, Stop Looking Back, Walk like a Man….

Grand Funk We’re an American Band 1973 Full album///+ – YouTube

“Shinin´On” – mit dem soundmäßig irren Titeltrack, in dem ein toller Delay-Gitarreneffekt eingebaut wurde. Das klingt richtig spacy!

Shinin’ On (Remastered 2002) – YouTube

Ein detaillierter Rückblick auf die beiden Alben folgt in einem zweiten GFR-Teil demnächst hier!

All The Girls In The World Beware

Gefälliges Album von 1975 im neuen Sound mit Bläsern, nettes Platten-Cover mit den montierten Musiker-Köpfen auf Arnold Schwarzeneggers Astral-Körper

GOOD & EVIL – mit mehr als 7 min eines der besten Stücke auf dem Album, fantastisch wuchtig-schleppender Schacher-Bass, Super-Groove, raumfüllende schöne Gitarrenlinien, irgendwie mystische Stimme – eine gelungene Studioarbeit

BAD TIMES – war ein Hit, schöner Pop-Song mit schönem Refrain, Platz 4 in den USA Charts

SOME KIND OF LOVE – der große Hit des Albums, eine Coverversion von John Elisson. Hier zeigt Grand Funk seinen guten Gesang – fast A-Capella.

MEMORIES – Love-Song von Mark Farner komponiert

LOOK AT GRANNY RUN RUN – Cover von Jerry Ragovoy, cool- swingende Rhythm´n´Blues-Nummer mit Bläsersätzen; mit Wechselgesang von Mark Farner und Don Brewer

LIFE – rockige Nummer

RESPONSIBILITY – funkig-soulige Nummer, schöne Gesang- Hooklines

RUNNING – treibende Nummer mit Bläsersätzen, Grand Funk im Bigband-Sound, zwischendrin fast ein Polkarythmus – empfehlenswert, sehr abwechslungsreiches Stück mit verschiedenen Bridge-Teilen, Chapeau Don Brewer für diese Komposition.

ALL THE GIRLS IN THE WORLD BEWARE – funkiger Titel mit Percussion und groovigem Schacher-Bass-Riff, der Mann konnte Bass spielen

WILD – swingende R´n´B-Nummer mit Bläsern, schöne Chorsätze

Caught In The Act – ein Super – Live-Doppelalbum auf der 1974er Tournee aufgenommen

Mit eines der besten Live-Alben. Kann man auch soundmäßig noch heute gut anhören mit allen Hits und Klassikern der Band.

Born To Die

Das wohl makaberste Platten-Cover aller Zeiten, zur Freude der Kritiker- die vier Funk-Musiker endlich in offenen Särgen aufgebahrt.

DUES – rockige Nummer mit besinnlichem Text, knackige Bass-Linie, Klasse Chöre und typisches Mark Farner Solo am Ende

“Dues”

I think I’m headed for a terrible accident.
Made more plans than anyone who ever paid their rent.
I’m not stupid and I might be havin’ too much pride.
Surgeon general has determined that I may as well die.

Jesus are you watching or have you gone blind.
Evil souls are upon us and we’re surely runnin’ out of time.
(coole Gesangszeile von Mark Farner)

[CHORUS]
I tried religion and some holy roller steals my tenth.
In the grave yard I ain’t strong enough to jump the fence.
Some men they say they got more soul than both my shoes.
Makes me wonder can we ever stop payin’ dues.

I might be workin’ on a scene that I can never act.
Everybody’s gonna think that my mind is cracked.
I don’t care because it’s my right to win or lose.
Makes me wonder can we ever stop payin’ dues.

Crazy, am I crazy for wanting so much more.
My mind says I can’t ever give up but I still can’t be sure.

[CHORUS]

Can we ever stop payin’ dues.
Can we ever stop payin’ dues.
Can we ever stop payin’ dues.

BORN TO DIE – Titeltrack, Text über einen verstorbenen Cousins Farners und die Begrenztheit des Lebens…schönes Gitarrensolo, griffiger Refrain

POLITICIAN – Appell an Politiker..

SALLY – beschwingter Love-Song, mit schöner Harp-Melodie, Platz 36 in Billboard Charts USA

I FELL FOR YOUR LOVE – griffiger Refrain, Love Song “Love is so hard to find…”

TAKE ME – kam auch als Single heraus, 5 Wochen, Höchstplatzierung 53

GENEVIEVE – cooles Instrumentalstück mit schönem Bassriff, typische Mark-Farner-Gitarre; , kurzes einprägsames Solo

LOVE IS DYING rockt

TALK TO THE PEOPLE – Soul-Nummer mit zu Beginn schönem Saxophon-Intro und später abwechselnden Solos zwischen Gitarre und Saxophon

GOOD THINGS – Rhythm´n´Soul

BARE NAKED WOMAN – Bonus-Track/ Demo aus dem Studio, Blues-Nummer von Mark Farner gesungen, Bluessolo

Good Singing, Good Playing – das letzte gemeinsame Album der alten Besetzung

– von Frank Zappa produziert!!!!

Grand Funk Lives – Album mit Dennis Bellinger am Bass,

What´s Funk

Für Gear-Heads – Verstärker und Gitarren

Hier die von Mark Farner im Laufe der Jahre bis heute verwendeten Gitarren. Es sind keine Originale, sondern von einem Fan nachgekaufte Klampfen.

Ganz links die Eastwood Messenger, die Gibson SG und zwei rote Micro Frits-Gitarren und die Alu-Gitarre von Veleno….

My Mark Farner guitar collection. Left to right: 1969 Muicraft Messenger, 1970 Micro-Frets Signature, 2006 Veleno Original, and 1977 Gibson L-5S.

Veleno® Tribute Aluminum Guitar – YouTube

Mark Farners Fuzz-Pedal

Hör-Reaktionen auf GFR

Interessante Videos der Band

Grand Funk Railroad – Into The Sun – 1970 – YouTube

Grand Funk Railroad Documentary – YouTube

Grand Funk Railroad — Texas Pop Festival — 1969 – YouTube

Der nachfolgende Clip ist sehr amüsant. Grand Funk spielt in einer TV-Show 1969 (wahrscheinlich Ende 1969) Mr. Limousine Driver (vom 2. Album). Schöne Mädchen in kurzen Röcken, Männer im Smoking tanzen verzückt wie in Trance. Die Szenerie wirkt äußerst strange, auch da GFR zum Vollplayback spielt. Wenn es live gewesen wäre, hätte es alle aus dem Studio geblasen. Krasses, skurriles Video.

Hugh Hefner & Barbie Benton welcome Mark, Don, & Mel to The Mansion to perform “Mr. Limousine Driver” & “Please Don’t Worry.” The Mansion wasn’t really setup for a rock band to perform live back then, thus the lipsync.

Grand Funk Railroad — Mr. Limousine Driver — 1969 – YouTube

Mark Farner Gallery

Micro Frets Gitarre
Mark Farner of Grand Funk Railroad performs on stage in 1974 in Amsterdam, Netherlands. He plays a Gibson L5S guitar. (Photo by Gijsbert Hanekroot/Redferns)
Eastwood Messenger mit eingebautem Fuzz!

Alle Songs von GFR mit Erscheinungsdatum findet man unter diesem Link.

charts.org.nz – New Zealand charts portal

Chartplatzierungen findet man hier:

Chartsurfer.de – Musik

Grand Funk Railroad Part II folgt demnächst!

Ein musikalischer Leckerbissen: Markus King “El Dorado”

Markus King (1996 geboren) ist Sohn des Blues-Gitarristen Marvin King und begleitete seinen Vater schon mit acht Jahren auf den Bühnen. Mit seinen ersten Bands ließ der aus South Carolina stammende Gitarrist, Southern Rock erklingen. Beinahe hätte er die Schule geschmissen, konzentrierte sich dann nach seinem Schulabschluss auf seine Musikkarriere. 2015 erschien mit Soul Insight das Debütalbum der nach ihm benannten Band, die bis 2018 insgesamt drei Alben veröffentlichte.


El Dorado heißt übersetzt eigentlich der Goldene, man assoziiert allerdings damit ein Goldland in Südamerika. Die gleichnamige CD von Markus King trägt diesen Namen zu Recht. Das 2020 erschienene Solo-Debut-Album beinhaltet 12 Songs.

Auf dem Album sind zahlreiche Begleitmusiker an wirklich diversen Instrumenten aufgelistet, die das Album durch ihr Mitwirken bereichern. Teilweise meint man wie im Song “One day she is here” ein ganzes Orchester vor sich zu haben. Dennoch wirkt die Scheibe nie überproduziert, sondern schafft bei jedem eine äußerst intime (Musik-Club-) Atmosphäre.

“Young Man´s Dream” beginnt wunderbar relaxed mit Akustikgitarre und seiner einfühlsamen Stimme, als säße man irgendwo auf der Veranda einer Ranch in den Südstaaten bei feucht-warmen Außentemperaturen. Im ersten Moment musste ich an Norah Jones denken. Mutig eine CD mit einem so ruhigen Stück zu beginnen , wobei nach und nach weitere Instrumente und Chorgesang hinzukommen.

“The Well”, übrigens sind alle Texte im Booklet enthalten, ist dem Southern Rock zugeneigt mit schönem zweistimmigen Southern Riff, das in die Beine geht.

“Wildflowers &Wine” – ruhige Blues-Nummer mit Fender Rhodes Piano, toller Stimme und schönen Chören. Stelle mir vor in einem Musik-Club in Nashville zu sitzen. Im Mittelteil ein absolut trockenes Solo auf einer Gibson ES-Halbakustik gespielt, das unter die Haut geht. Das Stück hätte Janis Joplin auch gut gestanden. Das Arrangement mit Bläsern und Chören ist voll gelungen. Im nachfolgenden Clip spielt er das Stück solo.

“One Day She´s Here” – funkige Soul-Nummer, Markus´ Stimme ist echt der Hammer, die Nummer groovt einfach. Der Refrain besitzt Ohrwurmcharakter.

“Sweet Mariona” – mit schöner Akustikgitarre und Steel-Gitarre versprüht Südstaaten-Country-Feeling.

“Beautiful Stranger” – wieder Fender Rhodes Electric Piano zum einfühlsamen Gesang dieses Country Waltz. Liebe diese atmosphärische Musik. Cooles Solo. Man lässt sich einfach Zeit. Die Stimme erinnert mich an Michael Bolton.

“Break” – kommt mir etwas zu schwulstig, Barmusik weit nach Mitternacht, wenn Stehblues angesagt ist und die Streicher auch noch die Bögen laufen lassen. Dennoch stimmige Komposition mit erstklassigen Chorsätzen.

“Say You Will” – treibende Rocknummer, die Solos erinnern an Joe Bonamassa.

“Turn It Up” – erinnert mich an Canned Heat oder vielleicht noch mehr an den Australier Jimmy Barnes.

“Too Much Whiskey” – natürlich im Southern Sound, kann ich mir mit den Slide-Gitarren, und der Harp in einer Monnshine-Bar in Tennessee vorstellen, flüssiges Gitarrensolo obenauf.

“Love Song” – souliges Stück mit Gospel-Anleihe, Glockenspiel-Klänge interessant, schöner Groove

“No Pain” – hat so durch die Percussion-Instrumente ein bisschen Latin-Charakter, läuft wundervoll, wunderschöne, jazzige Gitarren-Sounds, die auch Santana gut zu Gesicht stünden.

Eine absolute kurzweilige Cd, die man gerne zum Relaxen auf der Terrasse oder im Auto anhört, wozu auch beiträgt, dass kein Stück länger als 4:48 ist. Zudem sind die Solos kurz gehalten. Hier tun ja leider Gitarristen oft zu viel des Guten. Lieber kurz und dafür brillant. Absolut empfehlenswertes Album von Markus King. Mit Sicherheit wird er nach der Pandemie auch wieder in Deutschland zu sehen sein. Der Typ ist einfach authentisch und meiner Meinung nach glaubhafter als Joe Bonamassa. Zudem besitzt er eine ausgezeichnete Blues-Stimme. Das muss wohl in den Genen liegen.

Zum Schluss noch einige Live-Eindrücke. Viel Vergnügen!

Live im Studio

Für Guitar-Freaks sein Rig Rundown…..

Gary Moore “How Blue Can You Get” and Mike Fleetwood & Friends “Celebrate The Music Of Peter Green”

Erschienen am 30.4. 2021, beinhaltet die CD bzw. Vinyl-Platte “How Blue Can You Get” acht unveröffentlichte Titel Gary Moores.

Das Musiker – Lineup

Gary Moore Vocals & Gitarre

Pete Rees Bass (außer auf “Lookking At Your Picture)

Vic Martin Keyboards (außer auf “Looking At Your Picture”

Darrin Mooney Drums (“I am Tore Down” “In My Dreams” “Done Something Wrong”

Graham Walker Drums “Stepping Out” “Love Can Make A Fool Out Of You” “How Blue Can You Get” “Living With The Blues”

“I Am Tore Down” , als Live-Version auf Essential Montreux von 1999 bekannt, kommt flüssig und flott mit langen Stratocaster-Solopassagen, lebendige Studioversion, 6.10 min

“Stepping Out” – allen Bluesfreunden aus dem “Beano”-Album von John Mayall ein Begriff, Gary Moore hörte nach eigenen Angaben die Scheibe damals rauf und runter, kommt auch soundmäßig im Vintage-Gewand und ist mit 3.18 min etwas länger als das Original.

“In My Dreams” (Gary Moore) – typische Gary Moore-Ballade im Stile von “Parisienne Walkways” oder “Still Got The Blues” mit einprägsamen Refrain und ins Ohr gehender Gitarrenlinie. Wirklich einfühlsam gesungene Nummer.

“How Blue Can You Get” – Cover nach Leonard Feather – angezerrter Vintage-Gitarren-Sound der reinen Art. Ein absolut cooles Eingangssolo – mit schönen Pausen, die einen spitz auf den nächsten Ton machen. Recht trocken aufgenommen, Slow Blues der feinen Sorte. Schöne Breaks im Mittelteil. Mehr als 7 Minuten lang.

“Looking At Your Picture” (Gary Moore) – könnte soundmäßig aus der Zeit von “A Different Beat” stammen, denn hier wurde ein Drum-Looping unter die Gitarre gelegt – rauer Country-Blues und für Gary Moore sehr ungewöhnlicher Slide-Sound, Gary Moore BFG-Gitarre? mit heruntergestimmter E-Saite.

“Love Can Make A Fool Of You” (Gary Moore) – Balladeskes Stück wie “In My Dreams” im Blues-Gewand, mit Soloteil, durch den die Lautsprecher bei den Studioaufnahmen durchmussten – die armen.

“Done Something Wrong” – war von Gary Moore schon mal für das Album “Old New Ballads Blues” aufgenommen. Gefällt mir hier besser, da insgesamt ruhiger und relaxter, Wie bei der früheren Version spitzklingendes Slidesolo.

“Living With The Blues” (Gary Moore) – Slowblues mit jazzigen Akkorden gewürzt, sehr intim, vielleicht das beste Stück des Albums und gut 7 Minuten lang, wunderschöne dynamische Licks, die er hier erklingen lässt. Wahrscheinlich hat er hier (wenn man jetzt wüsste, wann die Aufnahme gemacht wurde) eine oder die (Greeny)Les Paul mit dem bekannten Out-Of-Phase-Sound in der Mittelstellung verwendet. Da wäre man gern im Studio dabei gewesen. Brilliant und exzellent. Gesangsmäßig auch erste Sahne. Chapeau. Nach wiederholtem Anhören könnte ich mir vorstellen, dass das Stück vielleicht für das Album “Old New Ballads And Blues” vorgesehen war.

Ein sehr empfehlenswertes neues Gary Moore – Album, sauber produziert und mit erstklassigem Sound. Schöne Bluescover und gelungene Eigenkompositionen. Die Aufmachung der CD wirkt hochwertig. Gefälliges Cover-Artwork von Roy Koch. Die Liner-Notes, ein Rückblick auf Gary Moores Karriere, stammen von Harry Shapiro, der auch die Biographie ” I can´t wait until tomorrow” verfasst hat. In der Box-Set-Edition sind Plektren (Cut Outs only), Aufkleber, Bieruntersetzer und eine Postkarte enthalten.

Mike Fleetwood & Friends “Celebrate The Music Of Peter Green”

Der offizielle Trailer

Mitwirkende

Noel Gallagher – Kirk Hamett – Billy Gibbons – JJonny Lang – John Mayall . Christine MCVie, Pete Townshend – Steven Tyler – Biil Wyman uv.m.

Das war knapp, denn kurz vor Ausbruch der Pandemie am 25. Februar 2020 im Londoner Palladium aufgenommen. Wenig später wäre das Aufgebot der Musiker unmöglich gewesen. Zelebriert werden auf den beiden CDs die frühen Jahre Fleetwood Macs mit Peter Green. Peter Green war eingeladen, ließ sich aber, wahrscheinlich aus Altersgründen, an diesem Abend entschuldigen. Wenn Gary Moore noch gelebt hätte, wäre er an diesem Abend mit Sicherheit dabei gewesen. Zumindest war an diesem Abend seine Gitarre , die zwar immer als Peter Greens Gitarre bezeichnet wird, obwohl sie eigentlich über 30 Jahre im Besitz von Moore war, auf der Bühne mit Kirk Hammett. Er hat sie 2014 gekauft.

Das ganze Konzert wird auch in den Programm-Kinos zu sehen sein.

Großes Manko ist leider, dass aus dem Booklet nicht hervorgeht, wer bei welchem Stück genau mitmacht. Das wird man dann wohl beim Ansehen des Filmes bzw. der youtube-Clips wissen. Zum Glück kündigt Mick Fleetwood in seinen Ansagen meist die Sänger an.

Disk I

“Rolling Man” –mit dem Green-Out Of Phase Sound, Rhythm ´n´Blues – Nummer

“Homework”

“Doctor Brown” – gesungen von Billy Gibbons, cooler Shuffle.

“All Your Love” John Mayall am Mikro und am Fender Rhodes, sein Gesang naja. Keine Ahnung, wer das Solo spielt.

“Rattlesnake Shake”Steven Tyler (Aerosmith) und Billy Gibbons, etwas schwerfällig, läuft vor sich hin.

“Stop Messing Around” – featuring Christine McVie – die Gitarre klingt nach “Greeny”. Ob da Kirk Hammett spielt? Klingt nach Blues-Session so wie es wahrscheinlich war.

“Looking For Somebody” – Gesang Christine McVie, das Stück hat Atmosphäre…..

“Sandy Mary”

“Love That Burns” – von vielen u.a. Bernie Marsden oder Gary Moore interpretiert. Weiß jetzt nicht, wer da singt…. John Mayall? Klingt teilweise wie Albert Collins. Nicht schlecht. Schöne Slide-Gitarre.

“The World Keep Turning” – mit Noel Gallagher am Mikro. Das hört sich super an mit Cajon und Akustikgitarre.

“Like Crying” – Akustikstück mit Noel Gallagher – Country-Feeling, prima.

“No Place To Go” – dritte Akustik unplugged Nummer –

“Station Man” mit Pete Townshend am Singen. Die Stimme ist anscheinend fertig.

Disk II

“Man Of The World” – mit Neil Finn – das hört sich lieblich an, man meint, das Zeitrad wäre um 50 Jahre zurückgedreht.

“Oh Well”Steven Tyler / Billy Gibbons (Part 1) – man hört zu Beginn das typische Steven Tyler Bellen –

“Oh Well” Part II mit David Gilmour erinnert es an Pink Floyd

“Need Your Love So Bad” mit Jonny Lang an der Gitarre, das hört sich wirklich gut an – wie Eric Clapton auch im Gesang.

“Black Magic Woman” – featuring Rick Vito, klingt blechern, ja metallisch, mit dem Out Of Phase Sound. Am Ende gibt es noch eine Art Gitarrenzwiegespräch ….auf geringem Niveau.

“The Sky Is Crying” – Bill Wyman und Jeremy Spencer – schöner geschmackvoller Beginn mit Slide-Gitarre, interessante Version.

“I Can´t Hold” – Bill Woman/ Jeremy Spencer wieder – Slide-Gitarre schön – Song ähnlich wie das bekannte “Dust My Broom”.

“The Green Manalishi” – Billy Gibbons und Kirk Hammett

“Albatross” mit Dave Gilmour an der Hawaii-Gitarre…..klingt wie die singende Säge.

“Shake Your Moneymaker” – Steven Tyler/ Billy Gibbons – fetzige Version mit Session-Charakter

Im Film mit Sicherheit durch die wechselnden Akteure .recht unterhaltsam anzuschauen. Es war eine Session wohl und so klingt es auch. Die Beiträge sind doch recht unterschiedlich, wobei mir die Titel mit Gallagher, Spencer und Lang am besten gefallen.

Neuerscheinungen zum 30.4. 2020: Mike Fleetwood Celebrate The Music Of Peter Green und Gary Moore “How Blue Can You Get”

An Mike Fleetwoods Konzert am 25.2. 2020 nahmen teil: Billy Gibbons, David Gilmour, Pete Townshend, John Mayall, Christine McVie, Zak Starkey, Steven Tyler, Bill Wyman, Noel Gallagher, Pete Townshend, Neil Finn, Kirk Hammett und Jeremy Spencer. Der legendäre Produzent Glyn Johns kam als Executive Sound Producer hinzu. Die Stammbesetzung der Band war Fleetwood selbst, zusammen mit Andy Fairweather Low, Dave Bronze, Rick Vito, Jonny Lang und Ricky Peterson. Die CD erscheint am 30.4.

Eine Besprechung der Doppel-CD gibt es dann ab 3.5. 2021 hier.

Zum 30.4. 2021 erscheint auch “How Blue Can You Get” von Gary Moore

Trackliste

I’m tore down

Steppin’ out

In my dreams

How blue can you get

Looking at your picture

Love can make a fool of you

Done somebody wrong

Living with the blues