Monthly Guitar: Die Akustik-Gitarre Part 2

Die Bauformen der Akustikgitarre sind im Großen und Ganzen traditionell. geblieben, wenn man von den Modellen mit Cutaway mal absieht:

Double 00 , Triple 000, Jumbo und Dreadnought

Double 00 sind vereinfacht die kleinen Korpusgrößen. Dementsprechend sind die Triple 000 größer, es folgen die Großen wie Jumbo und Dreadnought. Natürlich hat die Größe der Bauform Auswirkungen auf Klang und Lautstärke. Hier ist ein recht gutes, differenzierteres und anschauliches Video zu den Klangeigenschaften der verschiedenen Typen Dread, OM, 0, Jumbo, Auditorium, 00 und Parlor

Bau einer Acoustic Steelstring

Decke, Boden Zargen und Hals sind die Hauptbestandteile.

Monthly Guitar November: Die Akustik-Klampfe – eine persönliche Betrachtung Part 1

Wäre doch mal eine wissenschaftliche Untersuchung wert, wie Menschen dazu kommen, das Gitarrenspiel zu erlernen.

Ich denke, dass zum größten Teil Weihnachts- oder Geburtstagschenke daran Schuld sind. Oder sind es doch die Eltern, die Kindern irgendwann ans Herz legen ein Instrument zu lernen? Naja, vielleicht sind es aber Vorbilder, die einen dazu bringen.

Bei mir war´s jedenfalls so. Mein Bruder zupfte die Nylongitarre, die Wanderklampfe. Zudem war das Gitarrenspiel in der Jugendorganisation “GCL” hoch angesehen. Die Gitarristen waren für uns “Pimpfe” wahre Helden, wenn sie am Lagerfeuer Lieder von Peter, Paul und Maria, den Byrds oder Robert dem Zimmermann erklingen ließen.

Die klassische Gitarre mit ihren weichen Nylon-Saiten dürfte aber das Einstiegsmodell in die Welt der Sechs-Saiten sein. Der Anfang ist immer beschwerlich, mit Stahlsaiten noch weit mehr. Obwohl diese Nylonsaiten mit dem breiten Griffbrett und der hohen Saitenlage auch schwer zu bändigen sind. Ausdauer und Übungsfleiß braucht es wie bei jedem Instrument. Und Freunde mit denen man zusammen Gitarre spielen kann. Das war bei mir auch wichtig, um Sachen zu übernehmen bzw. abzukupfern. Da kommt dann entsprechender Ehrgeiz vehementer zu üben auf.

So mit 14 Jahren war bei mir die Akustikzeit vorbei. Die Elektrogitarre fand ich viel spannender, da war meiner Meinung nach mehr herauszuholen. Ich hatte auch eigentlich keine Akustikgitarre mehr, wenn ich mich so recht entsinne. Ja gut als Lehrer im Musikunterricht habe ich später natürlich eine akustische “Schulgitarre” benützt. Zu Beginn der Neunziger habe ich mir einen Ovationnachbau besorgt und mit Savage Blue hatten wir dann sogar drei oder vier akustische Stücke im Programm.

Als wir damals mit der Band im Studio waren, habe ich einen Titel mit einer “Martin”-Gitarre von Thilo Reimers eingespielt. Da ging schon die Sonne auf und der Ovationnachbau verblasste.

Fast 30 Jahre später sitze ich hier und will in meinem “Monthly Guitar Blog” mal über Akustik-Gitarren schreiben. Muss gestehen, dass ich mich bislang wenig mit dieser Materie befasst habe. Also die spanischen Gitarren, die Klassikgitarren lasse ich schon weg.

Es wird nur um Steel-String-Gitarren gehen. Mithilfe des weltweiten Netzes hat man Zugang zu unendlichen Informationen. Wenn man an Steelstring-Gitarren denkt, geht´s gedanklich sofort zu bekannten Songwritern wie Joan Baez, Simon & Garfunkel, Folk- und Bluegrassmusik oder Country & Western-Bands.

Von Vogtland nach Pensilvanya

Am wohl bekanntesten dürfte die “Martin”-Gitarre sein. Gegründet wurde diese Firma 1833. Vater der Firma ist ein Deutscher aus Marktneukirchen, also in dem Ort, wo heute die Musikfirma “Warwick” (Vertrieb von Framus uvm.) ihren Sitz hat. Christian Friedrich Martin , geboren 1796, lernte bei seinem Vater den Instrumentenbau und arbeitete mit 24 in Wien bei Georg Stauffer in dessen Gitarrenmanufaktur. Er heiratete dann eine Wienerin und war fortan in der Gitarrenmanufaktur seines Schwiegervater tätig, bis er zu Beginn der 30er Jahre in seinen Heimatort zurückkehrte. Da gab es allerdings bald Stress mit der sächsischen Instrumentenbauinnung ( Vorwurf des unerlaubten Baus von Instrumenten), was dazu führte, dass Christian Friedrich 1833 nach Amerika auswanderte und in New York eine Musikgeschäft mit angeschlossener Gitarrenbauwerkstätte eröffnete.

Früheste Gitarre mit X-Bracing (1842) photo credit Joseph Brent

1839 übersiedelte die Firma nach Nazareth in Pennsylvania. Es entstand hier nun die Gitarrenmanufaktur, die noch heute dort ihren Sitz hat.

Ob C.F. Martin das X-Bracing erfunden hat, also gekreuzte Leisten auf der Korpusdeckenunterseite, ist ungesichert, waren doch vielleicht auch andere deutsche Gitarrenbauer daran beteiligt. Die wohl bekannteste Martinsche Korpusform, dürfte die Dreadnought sein (benannt nach einer britischen Kriegsschiffklasse “Dreadnaught” = “fürchtenichts”). Diese Bauform wurde 1916 erstmals produziert und besitzt einen Halsansatz am 14. Bund. Den Modellbezeichnungen bei Martin wird gern ein “D” vorangestellt. “D” für Dreadnought. Noch heute ist die Firma in Familienbesitz.

Eine deutsche Doku zu den Martin Gitarren…

Übrigens ich selbst habe keine Akustik-Gitarre von C.F. Martin. Irgendwann vielleicht, wenn ich mich von meinen Elektrischen trenne….

Fortsetzung folgt!!!!

Live aus Darstadt: Konzertmitschnitt von Markus Rill und Maik Garthe

Das war am 20. Mai 2022 ein stimmungsvolles Konzert in der musik-butik in Darstadt. Mit dem nun erschienenen Live-Mitschnitt kann man den gelungenen Gig zuhause genießen. Wie schon in meinem Konzertbericht zu lesen war, sind all die vielen Markus Rill-Gems in der intimen Atmosphäre mitgeschnitten: ” Saddle Up & Ride”, “Everything We Wanted”, “Walk On Water”, “Conscience Country Jail”, … und mein Lieblingsstück “Monochrome”. Begleitet wurde Markus an diesem Abend von seinem langjährigen Mitstreiter Maik Garthe an der zweiten Gitarre und Gesang. “Help Yourself” und “Anymore” Songs aus Maiks Feder, rufen bei mir soundmäßig immer diese John-Wayne- Film-Romantik des einsamen Cowboys auf seinem Ross hervor. Der Sound ist nah und trocken, so wie er eben an diesem Abend war. Man glaubt in der ersten Reihe zu sitzen. Aufgenommen und gemixt hat die Tracks Tommi Neubauer. Gut gemachte und absolut empfehlenswerte Scheibe. Weihnachten kommt! Erhältlich in der musik-butik (www.musik-butik.de) . Im Übrigen sind die Konzerte in der musik-butik immer ein Erlebnis.

Hier der Inhalt der Live-CD!!!

Die anstehende Darstädter Konzertreihe:

16.12. Neubert & Stöhr

20.01. string@work

17.02. Steinbach & Bozen

17.03. 2injoy

www.musik-butik.de

Rebecca King “New Country” – Americana-Roots für´s Ohr

Im Z 87 – Keller sollte am 27. Februar Markus Rill & die Troublemakers konzertieren. Aber “Rills Corona-Troublemakers” waren an diesem Abend auf ein Trio dezimiert. Im Vorprogramm gab es aber dank dieses Umstandes Überraschendes zu hören: Rebecca King (Vocals, Gitarre) und Marcel Largé (Gitarre, Mandoline, Gesang) stimmten mit eigenem Liedgut und Coverversionen auf den Hauptact ein. Das Konzert machte neugierig.

Seit unserem Amerika-Tripp von 2017, der uns vom Osten bis tief in den Süden führte, fasziniert mich amerikanische Folkmusic. Nachdem ich Rebecca King auf Facebook und Instagram wiederentdeckt habe, hörte ich mir ihre CD “New Country” an.

13 Tracks sind auf dem Silberling bzw. auf den Download “Waves” zu hören, wobei drei Kompositionen (On This Road/ Solitude/ Remake) in je zwei Versionen, als Piano oder Acoustic Version auf der CD vorliegen. Jede Version hat ihren besonderen Reiz. Besonders gefällt mir die Acoustic-Version von “Remake” mit dem schönen Drive der Akustik-Gitarre. Auf dem Karton-Cover der CD sind leider keine Informationen zu lesen, wer hier eigentlich außer Rebecca mitwirkt und wo die Stücke (produced/ mixed by Jochen Laubender & Rebecca King) aufgenommen wurden. Eine Ausnahme ist hier die Akustik-Version von “Solitude” auf der Michael Fahrmeier und Frank Leumer wohl in die Saiten gegriffen haben. Klasse aber ist, dass man mithilfe eines QR-Codes auf dem Cover all die persönlichen Texte herunterladen kann.

Mit dem eingängigen “On This Road” beginnt ein bunter Reigen von Eigenkompositionen durch Kings Country-Pop-Universum . Der Opener ist ein Ohrwurm. An wen erinnert mich nur diese Stimme? Später. Schönes Bandarrangement, hat was wavig-treibendes. Abruptes Ende, da hätte ich mir ein Fadeout gewünscht, aber das ist Geschmackssache.

On this road, open road
I feel alive, alive again somehow. On this road, open road
I feel my love, my love for you, for you.
…… zum Mitsingen ein griffiger Refrain!!!!!!

“New Country” ebenfalls in dezenter Bandbearbeitung, sehr eingängiger Refrain mit weiblicher Wohlfühl-Zweitstimme im poppigen Gewand, schöne Gitarrensounds

“Solitude” im Country-Bluegrass-Style mit stimmiger durchgängiger Banjobegleitung. Griffiger Refrain.

Solitude
I would be grateful, if I didn´t need to feel abandoned again, cause oh, this was never my feeling anyway,
……..

“Nearby The River” – schön arrangiert, erinnert mich an die Familien-Gruppe “ThePetersens” . Das Stück verbreitet einfach gute Laune und lädt zum Mitwippen ein.

“What I Never Tried” – Midtempo-Stück. Zweistimmiger Gesang. Kurzes Bluegrass-Solo, ich denke, es ist eine Mandoline. Also dieses Stück könnte aus der Feder von “Fleetwood Mac” aus dem Album “Rumours” stammen. Weiter unten sind ja die Vergleiche von Rebeccas Stimme mit Lady A., Cam, Taylor Swift, The Chicks usw. angeführt. Sicherlich treffend, aber mich erinnert ihre Stimme auch an Stevie Nicks von Fleetwood Mac.

“Bridges For Tides” versprüht Country-Feeling.

“Remake” besitzt wavigen Charakter und interessante Gitarrensounds.

“Alright” – im ersten Moment denke ich die CD hängt, aber dann folgt eine melodiöse poppige Nummer mit “catchigem” Disko-Refrain und Lap-Steel-Einwürfen. Tanzbar. Einfach gut gemacht. Chapeau.

“Clarified” nimmt einen sofort mit. Schöne Gesangslinien. Selbiges gilt für “Heart Is Still Waiting” , das Country-Feeling verbreitet – mit tollen Backgroundvocals und dem unverzichtbaren Dreadnought-Gitarrensound der Singer- und Songwriter

“Bezwingende Songs mit New-Country-Charme, Folk-Flavour und Americana-Feeling – das ist der Sound von Rebecca King.” (Pressetext). Dem kann ich mich nur anschließen. Eingängiges Liedgut von einer charaktervollen Stimme interpretiert und die Eingängigkeit ist keinesfalls abwertend zu verstehen,. Kings Musik verbreitet Lebensfreude und unterhält bestens. Absolut empfehlenswerte CD der sympathischen Sängerin. Könnte mir durchaus vorstellen , dass “The Petersens” den ein oder anderen Titel in ihr Konzertprogramm aufnehmen würden.

Folgende Zitate sind der Rebecca King Homepage Rebecca King & Band (rebecca-king.net) entnommen:

Die Deutsch-Amerikanerin begeistert durch ihre einmalige Stimme voller Sensibilität und Ausdruckskraft, sowie ihre Authentizität, Natürlichkeit und deutlich spürbare Liebe zur Musik. Künstler wie Lady A und The Chicks, Cam und Taylor Swift inspirieren Kings frischen, zeitgemäßen Sound mit warmem Roots-Feeling à la Sheryl Crow oder Gillian Welch. Gemeinsam mit ihrer Band spielt die Singer / Songwriterin einfühlsame eigene Stücke mit starken Texten sowie die schönsten Hits aus Nashville. 

Markus Rill – laut FAZ “Deutschlands, ja Europas führender Americana-Künstler” – schwärmt: “Rebeccas Gesang ist empathisch und expressiv, ihre Stimme ist wandelbar und stets voller Feingefühl. Das findet man nicht oft. Da ist sie eine Ausnahmeerscheinung.”

Rebecca King hat eine wundervolle Stimme. Sie schreibt Songs, die berühren. 

Ihre amerikanischen Wurzeln finden sich wieder in einem für Country Pop Musik typischen und zugleich einzigartigen Sound. 

Sie erinnert an Künstler wie Lady Antebellum, The Dixie Chicks, Cam und die frühe Taylor Swift. 

Gemeinsam mit ihrer Band ruft die Singer / Songwriterin mit inspirierenden Melodien zum Tanzen auf und schafft zugleich eine wohltuende Atmosphäre.

Am 30. Dezember 2022 gastiert Rebecca King mit Band im Z-87 Keller in Würzburg. Also ich bin dabei, man sieht sich! Weitere Termine findet ihr auf ihrer Homepage.

Schönes Wochenende mit Musik von “The Petersens”

In den nächsten Wochen werde ich wieder mehr posten. Monthly Guitar wird auch wiederbelebt. Zudem wird es eine CD-Besprechung von Rebecca King´s CD “New Country” hier geben. Höre mir gerade ihre Titel an. Was gibt´s Schöneres als bei dem Sauwetter gute Musik zu hören oder ein Instrument zu spielen…

Schönes Wochenende!

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