Flash back: Guitar Amplifiers

Am Samstag hat mich einer der Konzertbesucher in Marktheidenfeld gefragt, wie lange ich schon Gitarre spiele. So richtig seit 1979, war meine Antwort, obwohl ich mit meinen MC (Jugend GCL) Freunden bereits ab 1974 gelegentlich jammte.

Jetzt sitze ich hier am Schreibtisch und mir kommen all die Verstärker und Gitarren in den Sinn, die ich in den rund 47 Jahren besaß und wieder verkaufte.

Also zurück nach 1975 oder 76.

Der Verstärkerrückblick!!!!

Die Nummer 1: Ein Luxor-Verstärker aus dem Hause Deußer, 10 Watt, Transistor. Um ihn aufzupeppen, habe ich ihn wie meine Skistiefel mit roter Farbe lackiert. Sollte halt wie ein Marshall aussehen. Er hatte zwei Eingänge und ein Vibrato/Tremolo.

Der nächste Amp sollte besser sein. Ein Guyatone– Röhrenverstärker, gebraucht vom Deußer, war defekt, da er nach dem Einschalten zunehmend leiser wurde. Der Amp wurde gegen einen Marlboro getauscht

Marlboro 40 Watt – Transistor, er hatte Hall und Tremolo, sonst aber nichts.

Allsound-Verstärker- Transistor. Der Allsound links auf dem Bild hatte einen Kippschalter um die Lautstärke etwa anzuheben.

Maine-Verstärker -80 Watt, Transistor, kein schlechter Amp, irgendwann verkauft….?

Peavey Deuce – der erste richtige Röhrenamp (Endstufe) 120 Watt, zwei-kanalig, mit Hall-Spirale und eingebautem Phaser – Effekt. Später haben wir alle die zwei Peavey-Skorpion-Lautsprecher gegen einen Elektrovoice-Speaker getauscht. Dazu musste die vordere Wand auch gegen eine massive ausgetauscht werden. Statt zwei nun mehr ein Lautsprecher, aber was für einer. Soundverbesserung.

Peavey Bandit, Transistor, zweikanalig, leichter und kleiner als der Deuce

Marshall 4210 – zweikanalig, 50 Watt, mein erster Vollröhrenverstärker, der war schon cool und verströmte diesen typischen Marshall-Verstärker-Geruch. 1983 bei Kilian Stein im Musik-Treff erstanden. Den Guten habe ich ausschließlich bei “Klopstock” gespielt und er war zuverlässig. Er ist auf dem ersten “Klopstock”-Demo und der “Klopstock“-Single “Anorak”/ “Joan, Joana” zu hören. Irgendwann Ende der achtziger Jahre verkauft.

Marshall 4010 – einkanalig, 50 Watt, Vollröhre, auch viel benutzt, typischer JCM 800 Sound, zwei Eingänge (low/high), kein Reverb, purer Marshall-Sound. Zu dieser Zeit (1984 – 1989) hatte ich immer zwei kleine Türmchen hinter mit stehen. Geschaltet wurden 4210 und 4010 mit einem A/B-Schalter. Inzwischen bedauere ich, dass ich die zwei verkauft bzw. in Zahlung gegeben habe. Siehe Bild unten:

Im Hintergrund meine Gibson US 1 ( eine Art von Gibson-Strat) und die zwei 19933er Marshall Boxen
links 4010, rechts 4210

Marshall Valvestate 15 R – guter Übungsverstärker, Transistor

“Den Conny sei´n Marshall hamms derschossen – seit dem spielt er “Engl” ” (Hugo Gündling)

Ja Ende der 80er Jahre war bis 1995 Schluss mit Marshall – die “Engl – Zeit”

Engl Straight 100 W, dreikanalig, Vollröhre

Engl Straight Head, 100 Watt, dreikanalig, Vollröhre

Die Engl- Verstärker

Marshall Valvestate 8008

Die Valvestate-Endstufe ist heute gesucht, ZZTops Billy Gibbons verwendet sie in seinem Rack!!!

Hughes & Kettner Tubeman Plus

Engl Straight/ Topteil und Combo

Engl Savage 120 W, vier- kanalig, Vollröhre, verkauft! Hat mich nicht so überzeugt, die Midi-Schaltung hat auch während eines Wired – Gigs in Volkach den Geist aufgegeben.

Zurück zu Marshall

Marshall 6101 LM 30th Anniversary, dreikanalig, Vollröhre, verkauft! – ein Wahnsinnsverstärker auch vom Gewicht, drei unabhängige Kanäle, midifähig etc. Wurmt mich noch heute, dass ich diesen verkauft habe.

Schweinfurt Marktplatz

Verstärker – Panne Nummer 1

Marshall MG 30 DFX, guter Transistor-Amp, rettete für Hugo For Sale mit Jochen Volpert den Abend beim Nürnberger Bardentreffen, nach dem sein Laney -Röhren – Verstärker mitten im Gig abgeraucht war. Jochen sprintete los, während wir munter weiter musizierten und holte den Transistor – Marshall aus meinem Auto. Siehe folgendes Bilddokument!!! Gut, wenn man Ersatz mit hat. Später verkauft !

Hier läuft Jochen mit meinem Transistor-Marshall ein!!!!

Marshall DSL 401, der Earl Grey-Probenverstärker und bei Hugo For Sale/ Hugo´s Bluesladen im Dauereinsatz. Läuft noch immer. Baujahr 1999 ! und somit aus der ersten Serie.

Marshall DSL 401 LC, zum ersten Mal bei “Hugo und die Wölfe” beim Würzburg Macht Spaß – Festival verwendet und dann bei vielen Hugo For Sale – Auftritten (z. B. auf dem Nürnberger Bardentreffen), funktioniert nach wie vor bestens. Übrigens eine Limited Edition – Version zur Frankfurter Musik Messe 2000.

Marshall DSL 401 LC

Lautsprecherbox 1912 und 1933 (rechts)

2000 er DSL401 LC links im Vintage-Gewand, der 1999er DSL 401 im schwarzen Marshallgewand rechts.

Vintage Amp, Stagemaster, 60 Watt, drei-kanalig, Transistor, verkauft!

Verstärker – Panne Nummer 2

Dieser Vintage – Transsitor – Amp gab, während wir mit Hugo For Sale auf einem Motorradtreffen in Würzburg- Aumühle spielten, urplötzlich seinen Geist auf. Jochen (Volpert) rettete für mich diesen Auftritt, da er mir diesmal seinen Koch-Studiotone zur Verfügung stellte. Der gefiel mir so gut, dass ich mir später auch einen (s.u.) zulegte.

Fiel bei einem Konzert von Hugo For Sale plötzlich aus!
Vintage Amp – Hugo For Sale Hefensommer

Die Kochzeit

Koch Studiotone 20, clean, crunch ,lead, Vollröhre, verkauft!

Koch Jupiter, 40 W, clean, crunch, lead, Transistor/ Röhrenvorstufe, verkauft!

Zurück zu Marshall

Marshall 1974 X Handwired, 18 Watt, Vollröhre

Dieser ist vor allem auf meiner CD zu hören. Live nie verwendet, er ist nur mit Power-Soak spielbar, sonst zieht er Scheitel im Publikum……

7ender Blues

Fender Superchamp, Röhre, zweikanalig, 15 Watt

Fender Blues Junior Tweed 15 W, Vollröhre

Fender Blues Junior Tweed und Junior Hot Rod IV, Röhre

Und wieder Marshall dazu….

Marshall DSL 40 CR, Vollröhre, zweikanalig mit insgesamt 4 Soundmodi! Äußerst vielseitig.

Marshall Origin 20 C, Vollröhre, ideal für Blues

Marshall Code 25, Transistor Modelling Amp

“Nothing else is like a Marshall, you don´t just hear the sound, you feel it” (Gary Moore)

Zwei Würzburger am Orta-See – 5. Teil der Reiseerzählung

Etwas bedeckt heute, angenehm warm. Einige frühstücken auf der Terrasse. Zum Torre Buccione wollen wir zwei heute wandern. Auch mithilfe des Navis verfahren wir uns ein paar Mal und kommen eher zufällig an der Madonna della Bocciola Wallfahrtskirche vorbei. Hier schießt la famiglia gerade Hochzeitsbilder. Ist ja auch eine fantastische Location, der Blick auf den Orta See phänomenal. 

Der gesuchte Parkplatz am Fuße des Torre liegt gar nicht weit von unserem Hotel entfernt. Leichte Wanderung mit Weitblick. Imbiss im Hotelzimmer, Dann auf nach Orta San Giuglio. Heute ist Donnerstag. Es wimmelt von Touristen. Wir beschließen deshalb zuerst den Sacro Santo Di Orta zu besichtigen. Weltkulturerbe. Ein Berg, allein dem Heiligen Franziskus geweiht. Malerisch gelegen auf einem Rocco, sind etwa 20 Kapellen zu besichtigen, die in den Innenräumen mit lebensgroßen bemalten Figuren, Szenen aus dem Leben Franziskus´ darstellen.

Äußerst beeindruckend. Sarah und ich sind uns einig: Das muss man gesehen haben. Nach gut zwei Stunden lassen wir das Cabrio dort auf dem voll besetzten schattigen Parkplatz stehen und spazieren nach Orta San Guilio. Ein gewaltiger Ansturm von Ausflüglern heute. Das zieht sich furchtbar entlang der Straße. Eigentlich wollte ich den Uferweg nehmen, aber Sarah setzt sich durch. San Giuglio platzt aus allen Nähten. Nichts wie weg und wir entern ein Linienboot (günstiger als die Touristenschiffe!!!) nach  Pella.

Es ist heute knallheiß. Also Eiszeit!!! Auf zur „Gelataria Antica Torre”! Das wollen viele andere auch. Sarah und ich studieren die Tafeln, wie man an sein Eis kommt. Also bestellen, zahlen, Coupon entgegennehmen, warten, dann wird Eis gebracht. Was für ein Eis, fast so gut wie in Bellagio oder der Eisdiele in Riva Del Garda, die immer noch für uns das Nonplusultra italienischer Eiskunst darstellen. Wir lassen uns auf der Terrasse nieder um unser Eis zu genießen. Ein Genuss ist es nicht. Die Schlange vor dem Eis-Turm wird immer größer. Proportional auch der Anstieg des italienischen Geräuschpegels.

Keifernde Frauenzimmer, kreischende Kinder, übelgelaunte Ehemänner, plappernde Großeltern, am Nebentisch Freundinnen im regen Gedankenaustausch, dazu das Geklapper, Gerutsche, Geknarze von Tischen und Stühlen, da alle permanent in Bewegung zu sein scheinen. Sarah und ich erhaschen eine Parkbank. Nach dem Genuss will Sarah noch die Kirche von Pella besichtigen. Ich fühle mich ermattet und erhasche einen Sitzplatz mit Blick auf die kleinen Boote, die im Wasser zu zappen scheinen. Gerade legt ein Motorboot an. Macho mit Freundin im weißen Badeanzug, eine Augenweide. Er mit verspiegelter Sonnenbrille und wie sie braungebrannt, schickt sie zum Eis-Turm. Sie wirft sich noch ein langes T-Shirt über, um den Körper zu verhüllen.

Die Schlange ist lang, das dauert. Der Typ macht sich es in der Zwischenzeit bequem, richtet das Sonnenverdeck und schlürft kalte Limo. Far niente. Die Freundin arbeitet sich allmählich in der menschlichen Eistraube voran. Endlich. Sie hat zwei Cornetta mit je zwei mächtigen Kugeln und den Geldbeutel zu händeln. Jetzt aber schnell mit den Badeslippern zum Boot zurück. Sie ruft, er schaut hoch, aber bewegt sich nicht. Mühsam balanciert sie sich mit der Lieferung auf das schwankende Boot. Dem würde ich das Eis vor den Latz knallen.

Das Linienboot bringt uns nach San Giuglio zurück und wir begeben uns über die wirklich herrliche Uferpromenade zum Parkplatz des Sacro Santo zurück. Vor dem Aufstieg gibt es noch eine tierische Begegnung mit einem grauen Esel, der hastig Äpfel verschlingt und Mineralwasser aus der Flasche säuft.

Ein letztes Abendessen. Ich nehme heute nur die Minestrone.

Nach dem Frühstück heißt es Abschied vom Patrone nehmen: Alles prima, perfetto, Essen eccellente. Check Out. Es waren erlebnisreiche Tage in Ameno und es hat uns wie 2016 ausgezeichnet gefallen. Und es gibt in dieser Ecke noch so vieles zu entdecken, das hier unerwähnt bleibt. Also Sarah, da müssen wir noch mal hin. Sarah nickt und fährt los:  „In Gottes Namen“ und Kreuzzeichen.

Die Rückfahrt geht gut voran bis Bregenz. Stau. Zum Glück gibt es kurz vor Bregenz eine Döner-Bude. Mittagessen. Dann auf der Autobahn mehr Stopp als Go. Bei Wörnitz verlassen wir die Autobahn und fahren Bundesstraße. Nach 11 Stunden Gesamtfahrzeit erreichen wir endlich Würzburg. Uff. Schön war´s und vielleicht, liebe Leser, ist Ameno mal euer Reiseziel. Es lohnt sich.

Zwei Würzburger am Orta-See – eine Reiseerzählung 4. Teil – Auf dem Kreuzweg – incredibile discorso italiano im Frühstücksraum – Mottarone der Unglücksberg – Isola Bella

Schwülwarm und hohe Luftfeuchtigkeit am Morgen. In der Nacht hat´s geregnet. Wandern ist heute angesagt. Die Sonne scheint.

Ponte romano – Convento del Monte Mesma Runde von Borghetto

Schöne Wanderung von Ameno aus. Stille am Friedhof von Ameno mit den kleinen Mausoleen. Überhaupt ist Ameno ein hübsches Dörfchen, besonders um den Rathausplatz. Dort befindet sich auch ein Tourismusbüro, das immer geschlossen war. War ja noch Vorsaison. Während der etwa 13 km langen Wanderung kamen uns nur zwei Mountainbiker entgegen. Anstrengend, aber wunderschön entlang des Kreuzweges bei Mesma.

Die Inschriften der einzelnen Kreuzwegstationen sind teilweise nur  schwer zu entziffern. Wir kramen unser Italienisch heraus und übersetzen fleißig. Später dann, am Bächlein entlang, trifft man auf eine Römerbrücke. Allerdings ließ die Wegbeschilderung der Wanderung insgesamt zu wünschen übrig.

Friedhof von Ameno
Ameno

Dennoch rund um Ameno kann man wirklich zahlreiche Wanderungen genießen und das Auto eigentlich eine Woche ruhen lassen. Am Rathausplatz sind QR-Codes der Wanderungen zu finden.

Die Natur schlägt zurück…..

Nach Siesta im Hotel brachen wir nach Orta San Giulio auf. Hier ist bedeutend mehr los. Der vor dem Ort liegende Parkplatz gerammelt voll. Touristen fluten die kleinen Gässchen. Die Kapitäne der verschiedenen Bootslinien in ihren schicken Uniformen tun sich wichtig und sind auf Menschenfischfang. Bei dem Spar Mit – Angebot war eine Bootsfahrt zur Isola San Giulio dabei. Schön der frische Wind. Abendessen. Danach Verdauungszigarette, Abendspaziergang. ZDF- bzw. BR-Mediathek. Bettlektüre….

Isola San Guilio

7.25 Uhr Frühstücksraum. Heute kein Karlsruher Dialekt, dafür nervenaufreibendes, lautstarkes italienisches Durcheinander. Die Vierköpfige Motorradtruppe, die sich am gestrigen Abendessen so schweigsam zeigte und dafür meine größte Bewunderung erntete, zeigt heute ihr wahres Gesicht. Mitten im Raum einen Kreis bildend beginnt ein Disput, ein Austausch, eine Diskussion, eine Manifestation oder ein multilateraler Gedankenaustausch zwischen der Gruppe und einem am Frühstückstisch sitzenden Motorradpärchens in den Vierzigern. Unglaublich. Sarah, merken die nicht, dass das stört? Alle reden durcheinander, der Gesprächsfluss, besser Gesprächsflut, will einfach nicht abebben. Das geht so 20 Minuten lang im Stehen. Die anderen Hotelgäste müssen sich mit ihren Tellern vorbeiwinden. Ich denk´ mir, steigt verdammt noch mal auf eure Maschinen und redet nicht über das Touren. Fahrt los. Dann schnappt sich der erste seinen Kombi. Da fängt die Tussi erneut an und gibt irgendwelche Routentipps, dass sie nicht den Mottarone fahren sollten. Jetzt geben alle wie aus der Pistole geschossen wieder ihren Senf dazu. Urplötzlich ist dann der Spuk vorbei. Man verflüchtigt sich. Ruhe. Wir qualmen unsere Nachfrühstückszigarette auf dem Balkon, da heulen die Motoren der Maschinen auf. Einer mit Moto Guzzi hat Ladehemmung. Er steht noch rum, als wir kurz nach 9 Uhr aufbrechen…. Wohl zu lange palavert.

Mottarone – der Unglücksberg

Mottarone

Pfingsten vor einem Jahr, 2021, stürzte eine Seilbahnkabine am 1491 m hohen Berg zwischen dem Ortasee und dem Lago Maggiore gelegen ab. Schrecklich und tragisch zugleich. 2016 sind wir von der Seilbahnstation nach Stresa am Lago Maggiore hinuntergewandert. Eine an sich fabelhafte Wanderung – es geht immer bergab – allerdings äußerst anstrengend, da man eigentlich nur über Geröll läuft. Damals haben wir dann die Seilbahn zurückgenommen. Das ist jetzt nicht mehr möglich, die Seilbahn wird wohl nicht wieder in Betrieb gehen. Wer also auf den Mottarone will, muss die kurvenreiche Straße nehmen. Wenn man vom Gipfel mit dem Auto nach Stresa möchte, gilt es die direkte Straße nach Stresa zu benützen, man muss allerdings nach etwa 5 km 10.- € Maut berappen. Sarah meinte, wenn wir schon hier oben sind, dann sollten wir wandern. Zunächst bestiegen wir vom Parkplatz den Gipfel und unternahmen dann eine aussichtsreiche Rundwanderung mit Blick auf beiden Seen und bizarre Felsformationen.

Rundweg um den Mottarone…

Zahlreiche Sessellifte, Schlepplifte, und Schneekanonen lassen erahnen, dass man hier dem Wintersporttourismus frönt. Dass die Leute alle, wie wir, notgedrungen mit dem Auto herauffahren müssen, hinterlässt einen ökologisch gesehen bitteren Beigeschmack. Zurück zum Auto. Ach scheinbar verlangen die nix, Nebensaison und schon schmuggelt sich Sarah am Mauthäuschen vorbei. Keine Schranke null. Super. Die Freude währt nur kurz. Was ist das? Geschlossene Schranke. Kann man nicht außen rum? 10.- € wechselten voll automatisiert den Besitzer. Schranke auf. Bis man dann endlich nach Stresa kommt, dauert es viele Kurven lang. Das zieht sich. Schöne Villen entlang der Straße. Aber wer will da schon bei dem Verkehr wohnen. Von Stresa aus bietet sich eine „Drei-Insel-Bootsfahrt“ an. Highlights sind natürlich die Borromäischen Inseln: Isola Bella, Isola Pescatore und Isola Madre. Da wir bereits auf allen drei Inseln waren und sie besichtigt hatten, erstanden wir nur Tickets für die Bootsfahrt. Die Preise für die Besichtigung der Inseln sind übrigens horrend. Isola Bella (absolutes Juwel!)so um die 20.- €.  Da die Boote sehr ungenau und oft mit Verspätung fahren, langweilten wir uns auf der Isola Madre über eineinhalb Stunden. Sarah kochte innerlich, ihr Magen knurrte bereits gewaltig. Essenszeit mittags spätestens 13 Uhr. Danach wird man gereizt und grantig. Es droht Kopfschmerz. Jetzt war es bereits 14.30 Uhr. Auf der Isola Pescatore war dann die Hölle los. Vor allem eine Unzahl plärrende Schüler, echte bambini italiani, die respektlos durch die Menschenmengen wuselten. Die armen Lehrer und das zahlreich abgestellte sozialpädagogische Betreuungspersonal taten mir auf Grund ihrer Tatenlosigkeit nicht leid. Gelangweilt ließen sie das Tohuwabohu und die Disziplinlosigkeit über sich ergehen. Schulausflug eben. Einer der Rotzlöffel hatte eine Kapitänsmütze auf und provozierte die anderen permanent. Ein Unruheherd par excellence. Der gehört abgeschellt. Ich warf ihm meinen bösen Blick zu, das brachte ihn kurz zur Räson, bildete ich mir ein. Sarah meinte, der fühlt sich jetzt noch durch deine Aufmerksamkeit bestärkt. Rotzlöffel.

Isola Bella

Die Restaurantplätze natürlich restlos besetzt. Es gab dann ein Stück Pizza für jeden (ich hasse weiche Pizza mit dickem Rand!) und zwei teure Bier. Die Toilette der Standpizzeria war um die nächste Häuserecke herum und gepflegt. Danach die Entschädigung: ein tolles Eis, der Inbegriff von Italia im Sommer. Um 17.30 Uhr fuhren wir dann gemütlich nach Ameno zurück. Abendgestaltung wie immer….

Fortsetzung folgt!!!

Eine Reiseerzählung “Zwei Würzburger am Orta See” 3. Teil Omegna, Stronatal und wie man im Gottesdienst einschläft….

Nach einer wunderbaren Nacht, Sarahs Bettseite ist durchgelegen und mit Kuhle versehen, Blick zum Monterosa vom Zimmerbalkon unsichtbar. Es ist bedeckt und kühl. Ich hatte in Würzburg schon diverse Unternehmungen und Ausflüge sondiert. Sarah meinte kurz und knapp: Wir fahren mal um den Orta See.

7.25 Uhr Frühstücksraum. Die Karlsruherin sitzt schon da. Smalltalk quer durch den Raum. Ich muss mich beherrschen nicht laut loszubrüllen. An den folgenden Abenden sitzt sie immer draußen und raucht Kette. Kaffee gut mit aufgeschäumter Milch. Weißbrot Marmelade, Honig, Joghurt und diversen italienischen süßen Kuchen. Auf dem Tisch ein Körbchen mit knusprigen Croissants. Wer da rummosert, ist unverschämt. Die Leute, die oft am Hotel-Frühstück herummäkeln, möchten wir beide mal bei sich zu Hause sehen. Wahrscheinlich ist der Kühlschrank leer, Cornflakes und Müsli schimmeln vor sich hin. Ich bin hier sehr zufrieden. Das wichtigste beim Urlaub ist für mich eh´ das Frühstück.

Kurz nach neun lässt Sarah den Motor an. Cabrio-Wetter ist wie bereits erwähnt nicht. Es ist frisch.

Wir starten Richtung Omegna. Typisch italienische Ortschaften, terracotta-farbene Häuser, pastellfarbige Palazzi, Palmen, viel grün, schön. Das besondere Flair entsteht dadurch, dass alles etwas heruntergekommen aussieht, mit Patina versehen: die Türen, die Hoftore, die Fassaden…

Omegna – Kleinstadt. Kurze Passage entlang des reizenden Flüsschen Nigoglia. Der Bach mündet dann in die Strona. Günstiger Espresso im Centro Historico mit italienischer Betriebsamkeit und verbunden mit einem Toilettengang.

Omegna

Ja der viele Kaffee am Frühstückstisch muss entsorgt werden. Nun wird es abenteuerlich. Das Strona-Tal soll eine Wucht sein, so folgen wir den Schildern Strona-Tal. Es geht stets bergauf. Dichte tiefgrüne Waldberghänge mit imposantem Blick in die Tiefe. Serpentine reiht sich an Serpentine – eine gefühlte Ewigkeit. Wegweiser nach Germagno. Rechts ab. Die Straßen, nein Sträßchen und gepflasterte Wege werden immer enger. Uff. Ich stelle mir vor, wenn man hier mit dem WoMo unterwegs ist. In Germagno bleiben für die Außenspiegel jeweils 7 cm  zu den Hausmauern übrig. Ein schmuckes Örtchen, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Pittoresk. Es klebt an dem waldigen Berghang.

Wir fahren zurück und wollen eigentlich nach Loreglia und Valstrona. Ein Blick an die Berghänge, wo die Ortschaften ganz weit, weit oben zuhause sind, lassen uns davon Abstand nehmen, da es auch eher nach Regen aussieht. Was meinst du, frage ich Sarah, wie lange ein Krankenwagen aus Omegna braucht, um hier oben hinzukommen? Ambulanz nach einer Stunde da, Patient tot. Wie viel Serpentinen es wohl sind? Da müssen wir noch mal her. Also zurück nach Omegna und dann am See entlang Richtung Nono, Grassano und Cessara. Zwischenstation machen wir  an der Wallfahrtsstätte Santuario Madonna Del Sasso und genießen von oben den herrlichen über den Orta See und nach Pella unserem nächsten Ziel.

Pella

Ein malerischer kleiner Ort am See, heute eine Woche vor Pfingsten fast menschenleer. Hoffentlich ist die Pandemie endgültig vorbei, man kann sich vorstellen, wie der Tourismus hier wohl litt. Mittagessen in der Pizzeria direkt am kleinen Hafen. Sehr empfehlenswert. Leider ist heute Montag und die angeblich beste Eisdiele des Ortasees , die „Gelataria Antica Torre“, wegen des imposanten Turmes nicht zu übersehen, ist geschlossen. Das war die Meinung eines dieser unverzichtbaren Schiffskapitäne des Ortaschifffahrtswesen zu Lande auf die Frage, wo es das beste gelato gebe.

Pella mit dem Torre an dem sich die Eisdiele befindet (montags geschlossen)

Nun führt uns unser Weg nach Gozzano. Wir laufen zur Basilica di San Giuliano aus dem 7. Jahrhundert hoch. Gerade findet eine Messe mit kräftig zur Gitarre singenden jungen Leuten statt.  Wir lassen uns in einer hinteren Stuhlreihe nieder. Der quicklebendige Pfarrer predigt gestenreich über den santo spirito…. Beruhigende Stimmung. Ich schaue nach links. Sarah ist eingenickt. Schläft tief und fest. Die Serpentinen und das Mittagessen fordern ihren Tribut. Ich kommuniziere. Schlusssegen. Sarah reibt sich die Augen. Predigt schon vorbei? Süß.

Letzte Etappen für diesen Tag sind dann der Lido von Gozzamo und die Chiesa Parrocchiale di Sant’Antonio Abate.

Lido von Gozzano

Abendessen im Hotel. Pasta wie immer, den Rest habe ich vergessen. Vielleicht war´s Fisch als secondo piatto.

Fortsetzung folgt!!!!!