Monthly Guitar October: Old Flames

Come and Go! Old flames from 84 to 2006

59 Reissue 1985 ( I could cry that I sold that one! Used in “Klopstock”.)
83 LP Custom, 85 Reissue, Goldtop 30th Anni, , 1982 LP Deluxe
1987 Les Paul Standard Black. Later on I had a second one in black.
the two Schons, two Fender Strats, LP Custom cherry burst, and a special run Gibson Les Paul Amber with Gold hardware ( To bad that I sold her.)
Second right Les Paul Standard flame 1999 (played in Hugo For Sale), 2006 Light burst, 2005 LP Amber (far right)

September activities….

Changing strings for upcoming Earl Grey rehearsals, jams and studio work
Jam in Schweinfurt / photo Harald Reuther
photo Haral Reuther/ Yannick Steinborn/ Oliver Tuschinski
photo Harald Reuther/ Johannes Arndt
photo Harald Reuther/ Erik Griessmann

Gary Moore – Part V

photo cmartin

Neben den zahlreichen Videos von offiziellen Livemitschnitten gibt es natürlich eine Vielzahl von inoffiziellen Konzertschnipseln bzw. Aufnahmen privater Art.

Dass Gary kein abgehobener Star war, sondern ein interessierter Musiker, der Jams mit unbekannten Musikern in kleinen Clubs liebte, wird in den folgenden Videos deutlich. Zunächst ein Pubauftritt der Band Gypsy and the Wolf mit “Crossroads“. Gary soliert auf der Akustik-Gitarre.

Mit Gypsy and the Wolf wird im folgenden Video “Johnny Be Good” gejammt.

Ein Hitchcock-mäßiges Video ist der Clip von Gypsy and the Wolf. Unbedingt bis zum Ende ansehen. Auf dem Soundtrack spielt Gary Gitarre.

Gary jammt mit den “Perils”

At the “Hope for Haiti” benefit at The Old Market, Hove, 10th April 2010.

“Let’s just get out there again and play” said Gary.

An diesem Abend spielt Gary über ein Marshall DSL-Top.

Jam mit Otis Taylor

Gary hat oft an Charity Gigs mitgewirkt.

Intensiv sind diese Aufnahmen aus dem Ranelagh Pub in Brighton. Das „Gary Moore Trio“ hautnah. Bass Pete Rees, Schlagzeug Steve Dixon. Schätze mal die Gitarre war sakrisch laut. Gary Moore pur mit trockenem Marshall Sound. Die superb klingende 58er Les Paul Reissue VOS Washed Cherry gehörte mit Sicherheit zu einer seiner Lieblingsinstrumente. Sie ist auch auf der DVD von Montreux 2010 zu hören. Hier hat sie in Garys Händen den „Blues-Sound“ schlechthin. Das Ganze erinnert an die Zeiten des britischen Blues aus den 60er Jahren.

„ Love you more than you will ever know” wurde an diesem Abend auch zelebriert. Vielleicht eine der besten Versionen, die er gespielt hat. Das fast vierminütige Vorspiel ist „göttlich“ – so dynamisch und meisterlich in der Tonformung. Schade, dass der eigentliche Soloteil nicht aufgenommen wurde. Wahrscheinlich hat der Akku der Kamera nach ca. 8 Minuten schlappgemacht.

Cancer Aid Research UK vom 8. August 2009

Gary Moore spielt Jazz-Rock – erinnert an die Tage mit  Colosseum II. Gary Moore ist in den ersten 40 Minuten zu hören. Neben zwei Jazz-Rock-Titeln , die die Band um Mo Foster präsentiert,  lässt Gary auch Parisienne Walkways und Pretty Woman erklingen. Leider ist der Amateur-Mitschnitt soundmäßig weniger gut. Gary Moore scheint an diesem Tage in bester Spiellaune gewesen zu sein. Gary spielt eine R9 in vermutlich Washed Cherry über ein Marshall Top (Typ? JCM 800?). Ich mutmaße mal, dass es die R9 ist, die er bei Session Musik in Frankfurt/gekauft hat.

Gary bei Session Music

Hochzeitsauftritt

Besonders interessant ist ein Auftritt Garys während einer Hochzeit eines Verwandten oder  Freundes in Frankreich oder in der französischen Schweiz. Unglaublich, welch´guten Sound er aus einem kleinen Peavey-Verstärker herausholt. Es liegt halt in den Fingern.

Garys letzter Auftritt in Großbritannien

Ein Mitschnitt aus Charlotte Street , London W1, Live Blues Club  am 6. April 2010. Danke hier für den Upload! Man streitet darüber, ob es der letzte Gig war. In dieser Besetzung und in diesem kleinen Club jedenfalls. Der Gig mit den “Perils” fand am 10. April 2010 in Hove bei Brighton statt.

Pete Rees, Bass

Vic Martin, Keys

Steve Dixon, Drums

Im Hintergrund sieht man übrigens Garys Gitarrenroadie über all die Jahre: Graham Lilley.

Dieser ist oder war aber nicht nur Roadie und Tourmanager gewesen, sondern auch in Garys Firma „Orionstar“ involviert. Graham ist  1964 geboren. Neben Joanne Rendle (Garys Ehefrau) und Colin Maurice Newman hat Graham auch einen Direktor-Posten bei Orionstar Limited inne. Interessant ist, dass Garys Geburtstag in der Firmenübersicht mit April 1953 angegeben wird.

MOORE, Robert William Gary

Correspondence address

1a, The Droveway, Hove

Role RESIGNED

Director

Date of birth

April 1953

Resigned on

6 February 2011

Nationality

British

Occupation

Musician

Im 25 minütigen Video sieht man Graham mit Ohrenstöpseln im Hintergrund wirken. Zuerst spielt Gary eine Gibson Firebird, später dann wieder die 58er Les Paul aus dem Ranelagh-Club. An der Seite stehen noch zwei Les Pauls. Wahrscheinlich seine Goldtop Darkback, die er 2008/09 häufig verwendete (siehe AVO-Session 2008 in Basel und eine R9?. Verstärker ist ein Handwired Marshall Topteil mit dazugehöriger Box.

Jam mit Buddy Whittington

Blues Jam BB King, Luther Allison von 1996

Hier noch ein relativ unbekannter Titel aus der 97er EP “I found my love in you”.

Noch ein schöner Titel von Jim Capaldi featuring Gary Moore unverkennbar an der Gitarre.

Literaturverzeichnis

Gitarre & Bass Special „Gary Moore“ (Interviews, Workshops, Features), März 2011

Harry Shapiro Gary Moore “I can´t Wait Until Tomorrow” – The Official Biography, London 2017

Rich Maloof Jim Marshall – The Father Of Loud, San Francisco 2004

Bernie Marsden Where´s My Guitar? England 2017
Vic DaPra Burstbelievers IV,Anaheim 2018

Guitarist Magazine Issue 340, April 2011

Guitarist Magazine Issue 403, February 2016

Guitarist 100 Guitar Heroes, England 2013

Lord OF The Srings – Gary Moore Fan Site

Groundguitar.com Gary Moore’s Guitars and Gear

Guitar Player Magazine Gary Moore Gets to the Heart of Electric Blues on ‘Close As You Darrin Fox Updated: Nov 15, 2017 Original: Apr 4, 2015

Marshall Amplification,  Interview at Marshall Theatre2008

Fortsetzung folgt!

Gary Moore Part IV

Gary Moore und Marshall

In Rich Maloofs Buch “Jim Marshall – Father OF Loud” nennt Jim Marshall die Meilensteine der Marshall Historie und ordnet sie berühmten Gitarristen zu. Gary Moore ordnet er folgende Amps zu::

JTM 45, 1974 X, DSL50/100 und witzigerweise den kleinen MG 10 als Practise Amp, den er wohl bei Planet Rock im Radiosender dabei hatte.

Gary Moore war von Anbeginn ein Marshall-Botschafter. Auf einer Marshall-Promo-DVD von 2007 präsentiert er zusammen mit Brian Downey (drums) und Pete Rees (bass)  den Bluestitel „Only a Fool Will Never Learn“. In dem Video ist er auch mit dem schon Demenz kranken Jim Marshall zu sehen, dem er den Arm auf die Schultern legt.

Im Marshall Katalog von 2007 wird er mit Bild und folgendem Statement zitiert: „Nothing else is like a Marshall – you don´t just hear the sound, you feel it.“ (Father Of Loud p. 230/ Marshall Katalog 2007)

Gary Moore und Gibson

Die Geschichte, wie Gary zu der berühmten Peter Green Gitarre kam, will ich hier nicht mehr aufwärmen. Entsprechende Artikel sind haufenweise im Netz zu finden. Manche wissen vielleicht nicht, dass der Halsbruch der „Greeny“durch einen Autounfall zustande kam:  In das geparkte Auto, die Gitarre lag im Kofferraum, fuhr ein PKW hinein.

A lot of the tone is in the neck itself because it has a pretty beefy neck. And a lot of people don’t know this, but the neck has been cracked off. That’s because when it was in Gary Moore’s boot of his car he got rear ended and the neck got broken off. So it got put back on.

“For those out there who don’t know, whenever you break a neck on a Les Paul and you get it repaired and plug it in – always sounds better. Always sounds better. It’s quite a price to get your guitar to sound better.

“But once this guitar was repaired and Gary Moore got it back I think he was blown away by how much better it sounded. I don’t know what it is. Added mass, I don’t know what it is.”

Garys Zusammenarbeit mit Gibson war besonders intensiv als Gibson USA eine Gary Moore Signature auflegten. Diese wurde von 2000 -2002 produziert. Gary hat seine eigene bis 2009 intensiv verwendet. Die Gary Moore Les Paul war die erste Gibson mit Burstbucker-Tonabnnehmern.

Der Burstbucker wurde erstmals auf der Gary Moore Signature gesichtet und klingt etwas edgier als die Classic 57er Modelle. Das liegt daran, dass die Wicklungszahlen auf den beiden Humbuckerspulen nicht identisch sind (eben weniger exakt als bei den 57ern). Im Vergleich zum #1 hat der Burstbucker #2 etwas mehr Wicklungen – gerade diese Modelle sind sehr gesucht – mehr Gain und Sustain und somit bestens geeignet für die Stegposition, aber immer noch die typischen PAF-Vorteile: Singen ohne Ende!

1988 brachte „Heritage Guitars“ – Gitarren Company früherer Gibson-Arbeiter- eine Gary Moore Signature CM 150 heraus. Sie ist beim ersten Montreux-Auftritt am Anfang zu sehen.

Gibson-Gary Moore BFG

2008/9 brachte Gibson in Anlehnung an seine Lemonburst Les Paul eine GM Signature heraus. Gary  spielte auf der Bad For You Baby Tour eine rote Version. Es gibt ein Promo-Bild, das Gary mit der Signature zeigt. Auf der Gitarre sind ein P 90 und ein Burstbucker 3 montiert. Die Gitarre ist gekammert und klingt sehr perkussiv. Kostete die Gitarre 2009 um 1000.- €, so steigen die Preise für die heute nicht mehr gebaute BFG locker auf 1700. – €.

photo cmartin
photo cmartin

2013 wurde die Signature von 2002 nochmals aufgelegt, allerdings ähnelte die Gitarre mehr einer Les Paul Studio.

2010 präsentierte der Gibson Custom einen Nachbau der Greeny/Gary Moore- Les Paul – Gitarre unter der Bezeichnung CC1 (Collector´s Choice). Die Gitarre wurde zu einer der beliebtesten Sammlerstücke und wird im Preisbereich von 30 000.- € gehandelt.

Fender

John Cruz vom Fender Custom Shop baute 2016 exakte Repliken von Garys roter Strat . Kostenpunkt heute ab 16000.- €. Preise steigend, da insgesamt nur 60 Gitarren existieren.

Garys Humor

Gary hatte einen trockenen Humor. Als er 2008 in Heidenheim spielte, warf er ins Publikum: „You know Al Kooper?“ Applaus und Zustimmung brausten in der Halle auf. Gary schob ein „All of you?“ nach. Anderes Beispiel die Flachserei mit Francis Rossi: „Even Francis Rossi couldn´t do that…” Oder auch witzige  Songtitel gibt es wie „Flight Of The Snow Mouse“ oder hinsichtlich Insekten „Rather Bee Or Wasp“.

Rory Gallagher und Gary Moore

Die zwei Irishmen waren Ende 60er gute Freunde und liehen sich gegenseitig Sachen wie Gitarrensaiten aus. Siehe auch Text von „Business As Usual“.

Rory Gallagher

“Ich lernte Rory kennen, als ich 14 war. Er hatte gerade seinen Umzug nach Belfast hinter sich gebracht und suchte neue Bekanntschaften. Ich war deutlich jünger als er, aber das machte ihm nichts aus. Er nahm mich unter seine Fittiche. Rory war einer der ehrlichsten, nettesten und aufrichtigsten Menschen, die ich kenne. Als ich ihn das letzte Mal traf, das war einige Monate vor seinem Tod (im Jahr 1995 – Anm.d.Red.), lebte er im Conrad Hotel im Londoner Stadtteil Chelsea Harbour. Er saß an der Bar und trank Bailey’s aus Biergläsern. Wir gingen schließlich auf sein Zimmer, und er zeigte mir seine imposante Gitarrensammlung. Ich spielte ihm das BBM-Album vor – und er war total hin und weg. Ein wunderbarer Abend. Als ich ging, umarmte ich ihn und sagte: „Ich liebe dich, Mann!“ Danach haben wir uns nie wiedergesehen. Aber ich bin froh, dass ich Teil seines Lebens sein durfte .”

George Harrison und Gary Moore

Waren gute Freunde, wobei George Gary oft aufzog. Einen toller Auftritt beider gab es 1992 in der Royal Albert Hall.

Aus einem Interview mit Classic Rock:

“Ich war elf Jahre alt, als ich die Beatles in meiner Heimatstadt Belfast live gesehen habe. Die Mädchen um mich herum schrien wie verrückt, doch ich nahm davon keine Notiz. Schließlich war ich damit beschäftigt, die ganze Zeit wie ein Wilder auf- und abzuspringen, da ich aufgrund meiner geringen Körpergröße sonst überhaupt nichts gesehen hätte. Ich erinnere mich auch noch gut an den Auftritt der Beatles bei der TV-Show „Sunday Night At The London Palladium“. Ich wollte unbedingt ›Help!‹ auf der Gitarre lernen und schaute George Harrison auf die Finger. Aber an diesem Abend spielte er etwas völlig Krudes.

Einige Jahre später zog ich nach Henley-On-Thames und traf dort George das erste Mal – nämlich bei Alvin Lee von Ten Years After zu Hause. Wir verstanden uns gut, und so ergab es sich, dass ich ihn öfter besuchte. Außerdem bot er mir an, beim Traveling Wilburys-Song ›She’s My Baby‹ mitzuwirken. Ich dachte, dass mein Part nie veröffentlicht werden würde – doch als ich wenig später in den Staaten war, lief der Track im Radio rauf und runter.

George liebte es, die Leute zu ärgern. Einmal unterhielten wir uns über Eric Clapton. Ich war total sauer, weil ich ihn in der „South Bank Show“ gesehen hatte und er sich dort aufführte, als wäre er der größte Gitarrist aller Zeiten, auf einer Augenhöhe mit Jimi Hendrix. George meinte daraufhin nur: „Aber er ist doch auch besser als Hendrix, schließlich hat er mehr zu bieten als nur ein kurzes, wildes Aufbäumen.“ Das passte mir gar nicht, und wir gerieten ziemlich aneinander. Doch damit nicht genug. Als wir später über Blues diskutierten, behauptete Harrison: „BB King ist kein Blueser, er macht Pop.“ Ich war außer mir und antwortete: „Ich verpisse mich. Sofort.“ Wutentbrannt stand ich auf und rannte zu meinem Auto. Er kam hinter mir her, um sich zu entschuldigen, und mir tat die Sache auch ziemlich leid. Doch George war ein Sturkopf, der unbedingt das letzte Wort haben musste. Also setzte er nach: „Im Vergleich zu Ravi Shankar können sie ohnehin beide nichts.

Neal Schon und Gary Moore

Lernten sich während eines Konzerts in London kennen. Später tourte Thin Lizzy im Vorprogramm von Journey durch die USA und dann spielte Gary in den 80er auf großen US-Festivals mit Journey.

On Sunday (April 5) — one day after what would have been Gary‘s 68th birthday — Schon took to his social media to share a video of him playing along to a Moore solo, and he included the following message: “We did a lot of shows together and jammed many times but I’ll never forget the first time I met him with the original JOURNEY line up in London -we played Hammersmith and he came back afterwards and we talked for a long time and we became great friends. Miss him and have nothing but great memories of us hanging on tour and playing. God Bless Brother”

Bernie Marsden und Gary Moore

Gary spielte auf Bernies Hochzeit. Eine nette Anekdote gibt es über den Versuch Garys Bernies Les Paul „The Beast“ abzukaufen.

Gary Moore und Keith Richards

“Auf einer Party stand er (Keith) eines Abends plötzlich neben mir und reichte mir einen Joint. Ich nahm ihn, und er sah mir einige Zeit beim Rauchen zu und ging dann weg. Einige Minuten später kam er wieder und sagte: „Übrigens: Ich habe ganz vergessen, dir zu sagen, dass ich Lepra habe!“

Ginger Baker & Jack Bruce

“1994 spielte ich mit den beiden bei BBM. Die meisten Leute glaubten damals, dass Ginger und Jack im Grunde Cream wiederbeleben wollten, aber Eric keine Lust darauf hatte, sodass sie sich nun nach etwas Neuem umsehen mussten. Doch das ist falsch. Ich habe BBM gegründet, nicht sie. Es machte mir viel Spaß, mit Ginger und Jack zusammenzuarbeiten. Baker war zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht so cholerisch wie später. Er rauchte den ganzen Tag Joints, um runterzukommen. Außerdem hatte er im Grunde fast keinen Kontakt zu mir und Jack. Nach den Gigs zog er sich in seinen eigenen Backstageraum zurück, während wir anderen rausgingen, uns mit den Leuten unterhielten und uns die Drinks in den Rachen schütteten. Das war nichts für Ginger – er hielt uns sicher für komplette Vollidioten. Das machte mir nichts aus, denn ich hatte einen Heidenspaß mit Jack. Er war wie ein großer Bruder für mich. Das einzige echte Problem bei BBM war, dass wir alle noch andere Projekte hatten, die unsere Zeit beanspruchten. Ständig gab es Terminkonflikte, und das machte die ganze Sache ziemlich anstrengend.”

Led Zeppelin

“Ende der Sechziger spielten wir in den USA und kamen schließlich auch nach Los Angeles. Dort waren wir für fünf Shows im Whiskey A Go-Go gebucht worden. Jeden Abend stand die komplette Mannschaft von Led Zeppelin vorne an der Bühne und sah uns zu. Schließlich kamen wir ins Gespräch, und sie fragten uns, wo wir denn wohnen würden. Da die Gage nur gering war, hausten wir in einem heruntergekommenen Motel am Stadtrand. Daraufhin buchte uns die Band eine Suite im legendären Hyatt Hotel – auf ihre Rechnung! Sie waren alle so unglaublich nett zu uns – und wir hatten Spaß ohne Ende. Außerdem bekam die Band die heißesten Groupies ab.

Eines Abends feierten wir in Robert Plants Zimmer. Darin gab es sogar ein Doppelbett, das auf einem gigantischen Podest platziert war. Unser Schlagzeuger musterte Plant und das Bett mit neidischem Blick und meinte dann schließlich: „Robert, wenn du darin aufwachst, bist du bestimmt total rallig…“ Plant sagte nichts, schlief aber kurz darauf ein, ein gutaussehendes Mädchen im Arm. Als er eine halbe Stunde später wieder fit war, sprang er sofort auf und zog die Lady hinter sich her ins Badezimmer.

Einige Zeit später traf ich Robert und Bonzo im Londoner „Speakeasy“ wieder. Wir feierten die ganze Nacht durch, und Bonham übernachtete schließlich bei mir. Ich hatte damals ein kleines möbliertes Zimmer am Belsize Park. Während John noch schlief, sagte ich all meinen Kumpels Bescheid: „Kommt vorbei und seht euch das an – John Bonham liegt bei mir auf dem Fußboden und schläft!“

Albert King

“Da ich Blues liebe, wollte ich eine Version von ›Oh, Pretty Woman‹ aufnehmen, was Albert ja bereits während seiner Zeit bei Stax Records getan hatte. Er hörte davon und ließ anfragen, ob er mitspielen dürfte. Natürlich, was für eine Frage. Ich hatte jedoch Bammel, denn es gab eine Zeile in seiner Version, die ich nicht richtig verstand. Es klang nach „She’s The Rising Sun“, aber ich war nicht sicher. Schon vor Kings Besuch im Studio beschlich mich ein komisches Gefühl, dass ich mich mit dieser Sache in die Nesseln setzen würde. Und genug so war es dann auch. King kam rein und sagte in ruppigem Ton: „Lass mich das Tape hören!“ Da saß er dann, mit gespreizten Beinen und blütenweißem Anzug, und er lauschte aufmerksam, wobei er keinerlei Zweifel aufkommen ließ, wer hier die Autoritätsperson im Raum war: er nämlich. Als schließlich besagte Zeile im Lied kam, sprang er auf und schrie mich an: „Halt sofort das Tape an! Das ist falsch! Es heißt: ‚Sure Is The One‘!“ Ich antwortete zerknirscht: „Tut mir wirklich leid, Albert. Ich konnte es nicht richtig verstehen.“ Er darauf: „Aber es ist so drauf, nicht anders.“

Von diesem Zeitpunkt an verhielt er sich mir gegenüber stets wie ein Schuldirektor. Ständig verbesserte er mich. Und zwar bis zu dem Tag, an dem er im Studio stand und ein Feuerzeug suchte. Er kramte herum, und irgend-etwas fiel klackernd auf den Boden. Ich sah nach unten – und sah etliche Patronenhülsen wegrollen. Ich fragte ihn entsetzt: „Albert, was zu Geier soll das denn?“ Er sagte nichts, sondern zog eine Visitenkarte aus seiner Jackentasche. Darauf stand: „Hilfssheriff“. Die Grenzbeamten hatten ihn nur aufgrund dieses „Jobs“ mit einer Knarre und einer ganzen Ladung Munition an Bord der Concorde gelassen! Er transportierte die Waffe einfach im Case seiner Flying V-Gitarre. Und er unterbreitete mir auch ein Angebot: „Wenn du je Probleme hast, dann ruf mich an!“

Phil Lynot

Als ich zu Skid Row stieß und ihm das erste Mal begegnet bin, spielte er noch nicht Bass, sondern war lediglich Sänger. Ich mochte ihn sofort, und er mich offensichtlich auch, denn er bot sich direkt an, mir Dublin zu zeigen – denn ich war ja gerade erst dorthin gezogen (1968, im Alter von 16 Jahren – Anm.d.Red.). Es war ein großartiger Tag, doch abends gingen wir in einem Restaurant essen. Phil nötigte mich dazu, etwas zu bestellen, von dem er wusste, dass es mir absolut nicht schmecken würde. So konnte er sich ungeniert meinen Teller schnappen und alles wegfuttern. Und all meine Drinks wegschlürfen. Ich dachte mir nur: „So läuft das also hier…“ Und genau so lief es fortan immer, wenn wir aus waren. (lacht)

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Phil noch am Leben wäre, wenn er in einer anderen Zeit gelebt hätte. Heutzutage ist es doch schon fast chic und trendig, an der Nadel zu hängen. Das macht den Künstler noch „mystischer“ und unnahbarer. Daher wäre er wohl in irgendeiner hippen Londoner Entzugsklinik und würde die ganze Zeit versuchen, mit irgendwelchen Topmodels zu vögeln. Doch damals lagen die Dinge anders. Man konnte noch nicht mal professionelle Hilfe suchen, denn wenn das rauskam, war man als Musiker erledigt, weil einen die Presse in Grund und Boden schrieb. Sogar nach seinem Tod las man überall schreckliche Dinge über Phil. Es macht mich nach wie vor sehr traurig.

Gary Moore und Peter Green

“Als Peter Eric Clapton bei John Mayall’s Bluesbreakers ersetzte und die Band in Belfast spielte, habe ich ihn das erste Mal live gesehen. Es war unglaublich. Ich hatte noch nie zuvor so einen Gitarrensound gehört. Später, als wir mit Skid Row im Vorprogramm von Fleetwood Mac durch die USA tourten (Green ist einer der Fleetwood Mac-Bandgründer – Anm.d.Red), bekam ich eine Chance, ihn persönlich kennenzulernen. Er lud mich ein, nach der Show hinter die Bühne zu kommen. Ich machte mir beinahe in die Hose, so nervös war ich. Doch er sagte zu mir: „Mir gefällt dein Stil. Hast du heute Abend noch was vor?“ Ich entgegnete ihm, dass ich noch einen zweiten Gig hätte und weg müsste. Doch nach diesem Auftritt fuhr ich zu ihm ins Hotel, und wir redeten die halbe Nacht über Musik und Gitarren. So begann unsere Freundschaft. Außerdem half er mir und der Band, wo er konnte. Green erzählte jedem, dass ich der aufregendste Gitarrist sei, den er seit Hendrix gesehen hätte. Als ich das hörte, schwebte ich wochenlang auf Wolke Sieben.

Jahre später nahm ich ein Album mit seinen Songs auf – BLUES FOR GREENY. Ich spielte sie alle mit der Les Paul-Gitarre ein, die ich ihm vor Jahren abgekauft hatte. Daher kam ich auf die Idee, dass es doch eine coole Sache wäre, ein Foto von ihm, mir und der Gitarre für das Booklet zu schießen. Also trafen wir uns, um das Bild zu machen. Er war ein bisschen durch den Wind bei der Session. Schließlich nahm er die Gitarre in die Hand und sagte: „Ah, tolles Stück. Ich habe meine verkauft.“ Ich antwortete: „Peter, das ist deine.“ Er darauf: „Nein, kann nicht sein. Dazu ist sie zu alt.“ Ich wiederum: „Nun, der Deal ist auch schon länger her.“ Green überlegte, sagte nachdenklich, dass sie wirklich wie seine alte Gitarre aussähe, nahm die Les Paul noch einmal in die Hand, spielte einen Akkord und sagte dann: „Ja, wirklich: Treffer!“

Literaturverzeichnis

Gitarre & Bass Special „Gary Moore“ (Interviews, Workshops, Features), März 2011

Harry Shapiro Gary Moore “I can´t Wait Until Tomorrow” – The Official Biography, London 2017

Rich Maloof Jim Marshall – The Father Of Loud, San Francisco 2004

Bernie Marsden Where´s My Guitar? England 2017


Vic DaPra Burstbelievers IV,Anaheim 2018

Guitarist Magazine Issue 340, April 2011

Guitarist Magazine Issue 403, February 2016

Guitarist 100 Guitar Heroes, England 2013

Lord OF The Srings – Gary Moore Fan Site

Groundguitar.com Gary Moore’s Guitars and Gear

Guitar Player Magazine Gary Moore Gets to the Heart of Electric Blues on ‘Close As You Darrin Fox Updated: Nov 15, 2017 Original: Apr 4, 2015

Marshall Amplification,  Interview at Marshall Theatre2008

Fortsetzung folgt!

Monthly Guitar: Gary Moore Part 3

“Blues For Jimi”

Gary Moore war ein großer Bewunderer Jimi Hendrix´. Ein erstklassiger Tribute an Hendrix ist sein Album „Blues For Jimi“, am 25. Oktober 2007 live im Hippodrome Theater London aufgenommen. Gary hatte schon zum 50. Fender Stratocaster- Anniversary Hendrix-Titel intoniert. Auf dem CD-Booklet wird berichtet, dass  der 15-jährige Gary am 27. November 1967 im Publikum war, als Jimi in Belfast aufspielte. Der Höhepunkt beim Tribute-Konzert war, als Mitch Mitchell (dr, + 2008) und Billy Cox (Bass) mit Gary zusammen auf der Bühne im Hippodrome stehen. Die Live-CD ist spitzenmäßig im Sound und das Zusammenspiel mit Darrin Mooney (Drums) und Dave Bronze (Bass/ Eric Clapton Band) superb. Den Hendrix Titel „Fire“ hatte Gary übrigens  lange Zeit in seinem Programm. ( Montreux 1999, 2001 )

Gary Moore – der Radio-Moderator

Was nur wenige wissen ist, dass Gary Moore ein ausgezeichneter DJ für den Radiosender „Planet Rock“ gewesen war. Er hatte eine Zeit lang seine feste Sendung „Bluespower“, in der er die Geschichte des Blues  und ausgewählte Bluestitel betrachtete. Die Radioshow gewann sogar den „New York Radio Award 2008“. In den Sendungen zeigte sich sein riesiges Hintergrundwissen. Der Mann war belesen und ein Kenner des Blues. Zudem hatte er im Studio einen kleinen Transistor Marshall mit und spielte Titel oder Licks kurz an. Habe hier mal drei Ausschnitte zusammengestellt. Echt hörenswert wie der sonst eher introvertierte Mensch äußerst eloquent über den Blues doziert. Im drtitten Teil spielt er einige Licks über den kleinen Marshall.

Originalton Gary/ interview Holland:

„…….I was doing a radio show for a little digital station in London, called Planet Rock, which is like a classic rock station. They like to have guests do a series now and again. They asked me to do a blues series, so I did a two hour program every week for six weeks. Of course, I had to do a lot of research in order to get the right tracks and everything. It’s about thirty songs per week, which was 180 songs, so I had to go further and further back each week. I started listening to all of the old acoustic blues again and that was one of the things I came across. …”

Das letzte Live-Album „Live From London” (2009 aufgenommen) von 2020 war organisiert von der Radiostation „Planet Rock“.

Zurück zum Blues: Close As You Get

Weniger Zerre, abgespeckte, ungeschliffene Aufnahmen kennzeichnen dieses Album. Gary greift zur Gibson ES und Fender Telecaster. Der Gesang intensiver. Sundown (House) nur Resonator-Gitarre und Gesang sehr intim, aufgenommen, nachdem man einige Guinness im Pub getrunken (Originalton Gary)  hatte.

Brian Holland Interview mit Gary Moore über Sundown:

I ended up doing it just sitting on a couch at the back of the control room, with a mic for the old Ozark guitar.  It’s a cheap resonator. It has a skinny body, so it’s really nice to play. I just put a mic on that and a mic on the vocal. I tried it about four or five times out in the live room and it wasn’t right, so we all went down to the pub one night and had a few drinks, only out of respect for Son House, of course. “

Aus Guitarplayer interview:

How do you feel your playing has evolved from Still Got the Blues to now?

“It has changed quite a lot. I feel that if you listen to the new record and then go back and listen to Still Got the Blues, you’ll almost hear two different guitarists. I think my blues playing has really grown up in that I’ve learned how to leave more space. And my phrasing—without a doubt the most personal aspect of any guitarist’s playing regardless of genre—has grown a lot. I’m more conscious about phrasing now than ever, and it has taken me quite a long time to get it where I want it.”

Bad For You Baby

Das Nachfolge  Album von “Close As You Get“ „Bad For You Baby“ beinhaltet 11 Songs, vier davon sind Covers. Herausragend ist von diesen, das von Al Kooper stammende  „I´ll Love You More Than You Will Ever Know”. Das Solo ist meiner Meinung nach eines der emotionalsten, die Gary je gespielt hat. Jenes war auch der Glanzpunkt der  Auftritte in Gießen und Heidenheim 2008. Auf „Live From London“ (2020), leider gekürzt, zeigt es die Inbrunst des Ausnahmegitarristen. Es gibt Versionen von der Japan-Tour von 2009, da hat das Stück eine Länge von gut 18 Minuten. Interessant, dass Gary auf dem Album auch Harmonika spielt. Schätze er wird bei dem Meister Otis Taylor Unterricht gehabt haben, war dieser doch 2007 und 2008 im Vorprogramm von Moore. Taylors Tochter Cassie singt bei zwei Stücken Background Vocals und Otis steuert auf „Preacher Man Blues“ eine Banjobegleitung bei.

Ein für Moore sehr ungewöhnlicher Titel ist „Holding On“ mit einem kurzen gefühlvollen, leicht angezerrten ES 335 Solo und Cassie Taylor mit schöner Zweitstimme.

Insgesamt hat die Scheibe einen schönen Livecharakter. Irgendwo meine ich gelesen zu haben, wurde alles im Studio, auch der Gesang, einfach mitgeschnitten. Also alles ohne Overdubs.

Auf dem Album verwendete er neben einer Gibson Reissue Goldtop Darkback, eine 63er ES 335, eine Fender Telecaster von 58, eine Gibson Firebird und eine Gibson BFG für die Slide-Gitarre.

Scheinbar hat ihm „Thirty Days“ von „Close As You Get” inspiriert um auf “Bad For You Baby” mit  der zackigen und äußerst temporeichen Eigenkomposition “Down The Line” aufzuwarten, prädestiniert für den Country-Tele-Sound. Die armen Lautsprecher hört man ächzen.

Gary Moore Live At Bush Hall 2007

Live Mitschnitt zur Promotion der CD „Close As You Get“. Rauer Sound ähnlich wie bei “Live From London“.

Gary Moore “Blues and Beyond” (2017)

Die CD-Kompilation herausgegeben mit der englischsprachigen Biografie von Harry Shapiro „I Can´t Wait Until Tomorrow“, die kritisch zu sehen ist und  in der Aufmachung wenig professionell wirkt, eher wohl ein Schnellschuss war. Die Covergestaltung der Biographie passt m. E. überhaupt nicht: eine Explorer in Tarnfarbe lackiert? Deplatziert, aber ehrlich. Stichwortverzeichnis, Index und Quellenangaben sucht man vergeblich. Es soll irgendwann eine bessere Neuauflage auch mit Bildmaterial geben. Dennoch lesenswert, um den Menschen „Gary Moore“ verstehen zu können. Die dazugehörige CD-Box unterliegt, vom Cover-Photo mal abgesehen, dem gleichen schwachen Artwork. Die ersten beiden CDs sind ausgewählte Titel aus dem Schaffen von „Back To The Blues“ (2001) bis zu Old New Ballads Blues (2006), auf der 2. CD findet man noch einen Live-Mitschnitt von „Parisienne Walkaways“.

Absolut Klasse sind die CDs Nummer 3 und 4. Hier gibt es wunderbare Live-Mitschnitte von 2000 aus dem London Forum zu hören. Danke an dieser Stelle Zoltan Csillag von LOTS für die Information und den Link zur Setliste des Abends. Das beiliegende Booklet gibt leider hier keine Auskunft. Jedenfalls zeigt sich die Band mit Vic Martin (Keys) (schönes Hammond Solo in „Further Up On The Road“ und Duell mit Gary), Pete Rees (Bass) und Darrin Mooney (Drums) in bester Spiellaune. Nur auf Bootlegs zu hören war bis dato der Titel „Surrender“ aus  „A Different Beat“,  im Soloteil mit typisch stehenden Ton. Damit diese sustaingeleiteten Töne im Konzert abgerufen konnten, wurde immer der „Feedbackspot“ in der Nähe des Marshalls beim Soundcheck geortet und bisweilen mit einem Gaffa-Tape-Kreuz markiert.

Gary und Montreux

Eine besondere Beziehung hatte Gary zu Montreux. Er gehört zu den Künstlern, die die meisten Auftritte hier anlässlich des berühmten Festivals hatten.

Montreux 1990

Bis heute immer noch ein fantastischer Live-Mitschnitt. Gary und die Midnight Blues Band wirken frisch, die Songs werden schmissig und mit Inbrunst gespielt. Schade, dass die Bildqualität im Vergleich zu heutigen Möglichkeiten vergleichsweise angestaubt wirkt. Wunderschön auch das Zusammenspiel mit dem „Master Of The Telecaster“ Albert Collins. „The Messiah Will Come“ überzeugt durch unglaubliche gitarristische Fähigkeiten.

Montreux 1995

1995 präsentiert Moore dann das Album „Blues For Greeny“ in Montreux. Ein erstklassiges Set, aber die youtube-videos aus dem selben Jahr in London, zwar in der Bildqualität bescheiden, gefallen mir vom Zusammenspiel besser, irgendwie intimer. Bei diesen Aufnahmen wird auch „Dust My Broom“ gespielt und Gary spielt Slide.

Montreux 1997

Das „Dark Days Of Paradise”-Set mit der jungendlichsten Bandbesetzung. Die DVD zeigt eine super eingespielte Band, Guy Bratt am Bass steuert an einigen Stellen eine schöne zweite Stimme bei. Witzig der Stromausfall am Ende des Gigs.

Montreux 1999

Gary Moore jetzt mit ShortCut-Frisur. Coole Version von Parisenne Walkways

Montreux 2001

Ähnelt dem Schweizer Auftritt In Bellinzona (June 29th 2001). Es werden  6 Stücke aus „Back To The Blues“ präsentiert.

Jim Capaldi Tribute 2007

Einer der besten Live-Performances. Dynamisch unglaublich, was man durchs Volumenpoti alles machen kann.

Montreux 2008/ John Mayall

Hier gibt es leider nur ein Video und zwar „So Many Roads“ zusammen mit Buddy Whittington.

Gary Moore Avo Session in Basel

Tolle Version von “Don´t Believe A Word” und “I love you more than”

Gary Moore

Montreux 2010

Sein letzter Auftritt in Montreux zusammen mit alten Weggefährten: Darrin Mooney, Jon Noyce, Neil Carter

Part IV folgt!

Literaturverzeichnis

Gitarre & Bass Special „Gary Moore“ (Interviews, Workshops, Features), März 2011

Harry Shapiro Gary Moore “I can´t Wait Until Tomorrow” – The Official Biography, London 2017

Rich Maloof Jim Marshall – The Father Of Loud, San Francisco 2004

Bernie Marsden Where´s My Guitar? England 2017


Vic DaPra Burstbelievers IV,Anaheim 2018

Guitarist Magazine Issue 340, April 2011

Eine neue Würzburger Geschichte: Sommer bei Tante Ilse auf der Keesburg

Meiner lieben Tante Ilse und Onkel Rudi gewidmet

Tante Ilse, die ältere Schwester meiner Mutter, war wie meine zweite Mutter. Unglaublich wie viel Zeit ich bei ihr verbringen durfte. Leider ist sie 2019 verstorben. Ihr war es vergönnt bis zum letzten Atemzug  neben uns im Haus zu wohnen. Und ich bin froh, sie bis kurz vor ihrem Tod fast täglich besucht zu haben.

Jeden Sommer, wenn ich nicht in Untersambach war, verbrachte ich bei ihr und ihren drei Buben. Mutter schickte zu all unserer Verpflegung ein Wurst- und Fleischpaket mit. Der Tagesablauf gestaltete sich recht abwechslungsreich. Am Morgen Frühstück. Mittwochs gab es immer wunderbare Weck vom Bäcker Volkmann auf der Sieboldshöhe,  die ein Bäckerjunge mit dem Rad auslieferte und  das Leinensäckchen mit etwa 10 Brötchen außen an die Gartentüre hängte. Das waren Brötchen so mit leichtem Mehlstaub dran. Ein Genuss.

Perfektes Kinderareal

Der Garten und das Haus der Hessenauers sehen heute noch genauso aus, als wenn die Zeit stehen geblieben wäre. Das ganze Gelände ist mit natürlichen Versteckmöglichkeiten ausgestattet, mit Berg auf dem das Haus steht und einer Art „Valley“ außen rum. Es gibt einen stufigen steilen „Bergpfad“ zur Garage und einen kleinen Trampelpfad dazwischen.  Da steht auch eine wunderbare Pinie, die dem Hang ein nordamerikanisches oder südeuropäisches Flair gibt. Einer der schönsten Bäume ist der Quittenbaum, der noch jedes Jahr unglaublich reichhaltig mächtig gelbe Früchte trägt, die plötzlich wie aus dem Nichts Ende September erscheinen, indem sie ihre grüne Farbe plötzlich abgelegt haben. Johannisbeersträucher an der uns zugeneigten Seite und nicht zu vergessen ein Mirabellenbaum, der ebenfalls Jahr für Jahr reiche Frucht bringt. Im hinteren Garten zur Ebertsklinge stehen Obst- und Zwetschengenbäume. Auf der Westseite des Hauses und auch überall im Garten hatte Onkel Rudi allerlei glitzerndes Gestein aus den Alpen drapiert. Und nach dem jährlichen alpenländischen Sommerurlaub standen Flaschen und Gläser gefüllt mit Annika-Blüten auf den Kellerrosten der Westseite, um die Essenzen herauszuholen. Das ganze Hessenauersche Familienleben war bewundernswert geregelt und lief im Vergleich zur geschäftlichen Hektik eines Fleischereibetriebes in ruhigen Bahnen. Rudi war Beamter und arbeitete am Gericht in der Ottostraße. Tante Ilse, gelernte Kinderkrankenschwester, war für Haushalt, Garten  und die Kinder zuständig.

Der Vormittag

Nach dem Frühstück war der Vormittag für uns Kinder erfüllt mit Gartenarbeit: Ausgrasen, eine besonders beliebte Tätigkeit, Rasen mähen mit einem rein mechanischen Mäher mit sich drehenden Schnittwerk. Unverzichtbares Utensil die Kantenschere um überstehends Grashalme zu entfernen, an die man mit dem „Mäher“ nicht herankam. Daneben musste Wäsche aufgehängt, zusammengelegt und natürlich Küchendienst geschoben werden. Jede Tätigkeit ging aber zusammen im Team so leicht von der Hand, dass nichts Mühe machte und keiner herummaulte. So kurz vor 13 Uhr musste das Einfahrtstor zum Grundstück geöffnet werden, damit Onkel Rudi problemlos ohne auszusteigen mit dem Auto hereinrollen konnte.  Ich erinnere mich noch gut an einige Fahrzeuge: eine Borgward Arabella und ein blauer VW-Variant 1600, dann ein orangefarbener Audi, später dann französische Citroen.

Mittagessen

Alle nahmen dann auf der Terrasse Platz. Onkel Rudi und Tante Ilse auf der Hollywood-Schaukel. Wir auf Gartenstühlen. Tisch war natürlich eingedeckt: Essteller, Suppenteller, Besteck mit Nachtischlöffel. Tischgebet. Dann eine typische Liebesgeste meines Onkels: der Griff an Ilses Ohrläppchen. Kurzes Drücken bzw. Reiben des Selbigen. Einfach schön. Dann musste absolute Stille herrschen. Rudi machte das, auf einem kleinen Tischchen stehende, Transistorradio an. Und da ertönte schon das Nachrichtensignal des  Deutschlandfunks. Gibt´s das heute noch? Gemeinsames Hören der Nachrichten um 13 Uhr. Müsste man eigentlich einführen. Jeder wusste Bescheid, was in Deutschland und der Welt los war. Danach wurde das Radio sofort wieder ausgemacht. Essen mit angeregter Kommunikation. War der Nachtisch verzehrt, Tisch abräumen. Rudi verabschiedete sich.

Küchendienst. Ilse spülte, der Rest trocknete ab, räumte ein und kehrte die Küche.

Die Nachmittagsgestaltung

Danach Freizeit bis 15 Uhr. Ich spielte mit meinen Elastolinrittern vom Spielwaren Rußwurm  im herrlich, buckligen Gartengelände, ließ die Germanen, die sich zwischen den Pflanzen versteckt hatten, die Römer überfallen oder zum Rückzug den steilen Abhang hochjagen, Besonders schön war, wenn Matthias mitspielte. Das hätte Stunden lang so gehen können.

Um 15 Uhr dann pünktlich Kaffeezeit auf der Terrasse. Entweder hatte Tante Ilse Käse-, Zwetschen- oder Heidelbeerkuchen gebacken oder es gab das wunderbare Schwarzbrot vom Bäcker Zierlein mit dem herrlichen Kümmelgeschmack. Wenn´s frisches Brot gab, machte Ilse immer, wie es sich eigentlich gehört, ein Kreuz mit dem Messer auf´s Brot. Dann schnitt sie das Brot an die Brust gedrückt auf. Dazu gab es Butter und die besten Marmeladen bzw. Gelees der Welt. Nummer 1: Ilses Quittengelee, aus den Früchten des beschriebenen Baumes gemacht. Ich selbst versuche mich ebenfalls jeden Spätherbst an Quittengelee. Tante Ilse überließ mir jedes Jahr so viel, wie ich wollte, denn die Herstellung ist schon schweißtreibend, kräfte- und zeitraubend.  Ilse kochte das Obst ein und ließ dann das Fruchtgut  über Nacht durch ein Leinensäckchen, das über einen umgedrehten Hocker befestigt war, in ein Gefäß tropfen. Ihr Gelee hatte einen vollen orange-rötliche Farbton und nahm beim Entnehmen aus dem Glas geometrische Formen wie Quader und Würfel an. Die Körper standen richtig gehend auf der Butter und wackelten hin und her. Im Mund entfaltete sich dann ein Feuerwerk des Quittenaromas. Nummer 2 war die Kernlesmarmelade – unbeschreiblich eine paradiesische Marmelade aus Himbeeren hergestellt. Zum Trinken wurde Caro-Kaffee mit Milch gereicht, Ilse trank äußerst starken Bohnenkaffee mit Kondensmilch.

Badespaß, Fußball oder Cowboy und Indianer

Nach dem Kaffee begann meist der sportliche Teil des Tages, der sich dann in unserem Garten abspielte. Mein Bruder kam dann  und oft auch MC-Freunde zum gemeinsamen Herumtoben im Garten: Badespaß im runden Schwimmbecken zur Abkühlung, danach Fußballbolzen zwischen den vielen Obstbäumen bis zum Umfallen. Oder wir spielten Tischtennis neben dem Hühnerhäuschen oder Cowboy und Indianer. Wenn meine Eltern nach dem Geschäft nicht  hoch in den Garten kamen, was selten vorkam, gab es bei Tante Ilse etwa um 18 Uhr Abendessen. Danach wurden die 20 Uhr-Nachrichten verfolgt und noch ein wenig ferngeschaut oder Rudi spielte auf seiner Hammondorgel. Eine beliebter Schlusspunkt des Tages war jeden Abend das Betthupferl. Tante Ilse ging zum Süßigkeitenschrank im Esszimmer,  öffnete die knarzende Tür und übergab mit vier Rippchen Schokolade zum Verzehr. Manchmal erhielt ich auch zwei mit Schokolade ummantelte Orange—Pralinen-Stäbchen, die mochte ich ehrlich weniger. Aber das verriet ich ihr nie.

Bettgeschichten

Dann ging es hoch und im Bubenzimmer ins Bett. Meist war es drückend heiß und das offene Fenster brachte wenig Abkühlung. Die Jungs in ihren Betten, ich auf einer Liege. Keiner konnte einschlafen und so wurden reihum irgendwelche Geschichten erzählt und erfunden. Zum Beispiel wurde aus der Tatsache des geheimnisvollen Dachbodens über Oma Mathildes Gartenhaus, manch spannende Geschichte gestrickt. Keiner war eigentlich richtig oben, aber irgendeiner meiner Cousins meinte,  oben läge wohl ein altes Fahrrad. So entspannte sich jeden Abend eine neue Geschichte vom alten Fahrrad, das tausende Erlebnisse und sagenhafte Besitzer hatte. Das war richtiges Kopfkino.

Leo – unser Riesenschnauzer

Schön war als wir etwa gleichzeitig Hunde besaßen. Hessenauers hatten den Schäferhund Arno, der leider  von einem Vorbesitzer kommend verschlagen und auch sehr ängstlich war. Ich hatte 1973 Leo den Riesenschnauzer bekommen. Also war jeden Tag schon mal mit Matthias Gassi gehen in den nahen Schrebergärten angesagt, wo sich heute das Hufeisen der Franz-Stadelmayer-Straße  befindet.