Heute – bei äußerst kühler Witterung – traf man sich zum Photoshooting am Würzburger Weltkulturerbe.
Johny Mitnacht (dr) Stefan Gerhard (voc/b) Conny Martin (g)

Heute – bei äußerst kühler Witterung – traf man sich zum Photoshooting am Würzburger Weltkulturerbe.
Johny Mitnacht (dr) Stefan Gerhard (voc/b) Conny Martin (g)















Wer kennt nicht die bekannten Marshall-Modelle aus den frühen 60er Jahren? Bluesbreaker, Plexi oder JTM. Jeden Musikliebhaber begeistern bis heute die Gitarrenklänge, die aus diesen Verstärkern „dröhnten“.

John Mayall & the Bluesbreakers bekanntes „Beano“-Album, das eine Unzahl von Gitarristen inspirierte, transportiert genau diesen rauen angezerrten Sound.

Oder Jimi Hendrix…..und natürlich die vielen anderen der britischen Blues-Invasion
Von 1989 an hat Marshall immer wieder Sonderauflagen der alten Röhrenamps produziert. Die Handwired-Serie ( letzte Auflage 2012) ist wohl die authentischste.



2018 auf der Namm-Show präsentierte Marshall die Origin Serie – eine „neuer“ Klassiker-Linie
Die in Vietnam gebaute Verstärkerserie versprüht im Design und technischem Aufbau den Vibe der Marshall-Anfangszeiten. Puristisch eben, ohne viel Schnickschnack, wenn man einmal von dem Einschleifweg, den Emulated Out, der Leistungsreduktion und der Boostfunktion absieht. Tremolo oder Springreverb Fehlanzeige. Im Gegensatz zu den Vorgängern verfügen die Amps nur über eine einzige Eingangsbuchse bzw. Kanal. Ein Brücken mit einem Patchkabel der Kanäle, also ein Mischen des Bright- und Normalkanals gibt es hier nicht. Allerdings ist diese Mischklangunktion mit dem Tilt-Regler raffiniert gelöst. Im folgenden Video wird die Funktionsweise gut erklärt.
Die Regler des Verstärkers sind: Gain, Tilt, Bass, Middle, Treble, Master und Presence. Im Gain-Regler ist ein Push-Pull für das Zuschalten des Boosts integriert. Mehr gibt´s nicht.

Gleich vorneweg: Für Heavy-Metal ist der Verstärker ohne Vorschaltgeräte nichts.
Ohne Effektgeräte, wenn man mal von einem Reverbpedal im Effektweg absieht, ist der Verstärker prädestiniert für superbe Clean-Sounds von Jazz bis Country und angezerrte Bluessounds, die Erinnerung an die britischen Blueshelden wecken. AC/DC – Fans werden am Crunch-Riffing ihre wahre Freude finden. Hier einige Soundbeispiele!
Natürlich sind die Origin-Amps auch eine ideale Plattform für die diversen Zerrpedale, womit sich dann der tonale Einsatzbereich natürlich um vieles erweitern lässt. Mir gefällt er am besten in seiner puristisch trockenen Klangweise. Gitarrenkabel einstecken und los. Das hat dieser Verstärker mit dem Fender Blues Junior gemeinsam. Also vielleicht ein britischer Blues Junior? Ja, der Vergleich bietet sich an. Mit etwas weniger als 14 kg ist beispielsweise der Origin 20 Combo leicht zu transportieren und auch von den Abmessungen wie Fenders Blues Junior relativ klein. Im Gegensatz zum Blues Juniors 12- A-Type oder Jensen – Speaker verfügt er über einen 10er Celestion V-Type Lautsprecher.

Im Vergleich zum Blues Junior ist der Marshall cleaner, crispier und britisch bissig. Der neue Fender Blues Junior IV klingt weicher und dunkler, wogegen der Tweed Fender Blues Junior auch mehr Höhen hat. Letztlich ist das Geschmackssache und eine Sache der Einstellung am Verstärker bzw. am Tonpoti der Gitarre. Wie beim Blues Junior steht die Boostfunktion beim Origin in einem guten Verhältnis, um Solos lautstärkemäßig in den Vordergrund zu schieben. Der Origin reagiert wunderbar auf das Zurücknehmen des Lautstärkereglers. In Sachen Reverb übertrumpft der Origin mit einem eingeschliffenen guten Reverbeffektpedal oder Delay den Fender Junior klar, da ein Pedal halt doch mehr Möglichkeiten der Soundverbiegung hat. Andererseits hat der Springreverb im Fenderamp aber auch seinen ganz besonderen Reiz. Der Reverb des Tweed hat im Vergleich zum Blues Junior IV auf Grund seiner „Suppigkeit“ ( Reglerstellung größer als 3) allerdings seine Grenzen.

Die Origin Leistungsreduzierung – Was ist Powerstem? Hier wird es erklärt.
Trotz Leistungsreduzierung Powerstem wird man in einer Mietwohnung Schwierigkeiten mit den Nachbarn bekommen, aber dennoch ist sie durchaus ein sinniges Feature um die Endstufe höher anzufahren. Der Sound wird komprimierter und tönt weniger mittig. Die Origins sind einfach laut, vor allem wenn man die Endstufenverzerrung nützen will. Spielt man nicht in einer Heavy-Metal-Band, können sich seine zwanzig Watt im Bandgefüge wie auch die 15 Watt des Fender Blues Junior locker durchsetzen. Zur Not kann man ja den Origin mit dem Mikrophon abnehmen bzw. den Emulated Out nutzen.

ModelOrigin20CRange OriginRöhre Channels1
Output wattage High Power 20 Watt, Mid Power ca. 3 Watt und Low Power ca. 0,5 WattOutputs3 x 6,3mm Klinkenbuchsen Lautsprecherausgänge (16Ω / 8Ω), 1 x 6,3mm Klinkenbuchse DI-OutInputs1 x 6,3mm Klinkenbuchse Instrumenteneingang, 1 x 6,3mm Klinkenbuchse für FußschalterControls Gain, Boost, Tilt, Bass, Middle, Treble, Master, Presence, Powerstem Effects Keine Effects loopJa, Seriell, Send/Return
Speaker configuration1x10″Speaker modelCelestion V Type (16Ω, 30 Watt)Unit impedance16Ω
Preamp valves 3 x ECC83 Power amp valves 2 x EL34
FootswitchPEDL-90016 im Lieferumfang Cable abnehmbares Netzanschlusskabel
Weight 13.9 kg / 31 lbs Width 520 mm / 20.5″ Height 420 mm / 16.5″ Depth 240 mm / 9.4″



Kleine Verstärker, liebevoll „Hasenkisten“ genannt, sind seit einigen Jahren im Trend. Wer braucht denn noch, von den großen Rockstars mal abgesehen, diese Amp-Türme und riesigen Racksysteme. Kleine Verstärker, hierzu gibt es gerade im Fachmagazin „Gitarre & Bass“ eine interessante Betrachtung in mehreren Teilen von Udo Piper, sind für Rückengeschädigte leicht zu transportieren und jederzeit per Mikrophon oder Speakersimulation/ DI-Out über die PA oder die Gesangsanlage schickbar.
Die Bandbreite auf dem Markt ist riesig. Jede Verstärkerfirma bietet sie an, meist in 15 – 20 Watt Versionen.
In den Musikclubs von Memphis, New Orleans, Nashville oder Austin trifft man häufig auf einen dieser Vertreter, den Fender Blues Junior. Meist tritt er hier im schicken Tweed, aber auch als Blackface auf.
Der Fender Blues Junior mit seinen 15 Watt ist ideal für Clubs und vor allem eine gute Ausgangsbasis für Bodentreter aller Art. So wird aus dem Kleinen mit Leichtigkeit ein vielseitiger Mehrkanaler.
Seit 1990 hat sich sein Anzug nur marginal verändert. Äußerlich gab es einige kosmetische Veränderungen (Potiknöpfe etc.) und klanglich geringfügige Änderungen im Soundvoicing. Siehe auch im folgenden Bild auf dem Handtag des Blues Junior IV. Vom Aufbau und der Anzahl der Regler blieb der Junior gleich: Volume, Treble, Middle, Bass, Fat-Schalter, Reverb und Master. Im aktuellen Tweed Blues Junior ist ein 12er Jensen eingebaut, im Blues Junior IV ist ein cremig-klingender Celestion A-Type zu finden.


3 x 12 AX oder ECC Röhern
2 x EL 84 Röhren
Fender Spring Reverb
Rectifier Solid State
Jensen CN 12 oder Celestion A-Type 12 Speaker






2018 gab es das letzte Fender Blues Junior Update mit dem Fender Blues Junior IV. Das Gehäuse ist etwas kleiner als das des Tweeds, die Chicken-Köpfe sind creme-weiß.





Hier geht´s nur um den cleanen Klangeindruck der drei Verstärker. Alle Regler befanden sich etwa in Mittenstellung. Die Endstufen im Bereich von eins bis zwei, das Gain des Origin war auf 8, die Lautstärkeregler Volume bei den Blues Juniors zwischen sechs und sieben. Die Fender-Fatschalter und der Origin-Boost waren ausgeschaltet. Leichter Fenderhall und im Origin 20 C war ein wenig Hall des Marshall Reflectorpedals RF1 eingestellt.
Fender Blues Junior Tweed – Jensen Lautsprecher

Fender Blues Junior IV- Celestion A-Type

From the Celestion Homepage
„Inspired by our favourite modern American tones the A-Type is a different kind of guitar speaker from Celestion. Of course it still has the musical and revealing three- dimensional quality that is the heart and soul of a Celestion guitar speaker however it features a more laid-back midrange which reveals body and complexity in the upper register accompanied by full and rounded low frequencies.
The A-Type conveys a fluid even performance with an increased headroom threshold that allows your amp’s tone to shine through. Clean players will love the smooth articulation; for rockers the brooding powerful low end threatens thunder that’s only a heavy riff away!“
Marshall Origin 20 C – Celestion V-Type

“ Combining decades of experience with advanced measurement and analysis the V-Type has been built using a carefully balanced ‘recipe’ of old and new design techniques. It produces a heady exciting modern vintage sound that just makes you want to keep on playing: a guitar speaker that delivers authentic Celestion tone whatever your style. The V-type is a sweet sounding speaker with a superbly balanced tonal signature that imparts a vintage musicality to your tone. Clean sounds are true across the lows mids and highs with just enough upper-mid chime and HF sparkle to add clarity and definition. Crank it up for a sizzling overdrive and raw rock tones with plenty of mid-band warmth to give body and substance to lead note playing. „
Im Großen und Ganzen klingen alle drei recht ähnlich, wobei auffällt, dass der Marshall Combo bei dieser Gain-Einstellung sehr gute Clean-Sounds bietet. Erhöht man die Endstufenleistung kommt mehr und mehr Verzerrung auf. Die Blues Juniors haben in der Volume-Mittelstellung schon einen ganz schönen „dreckig-crunchigen“ Unterton, der super für das Blues-Solieren geeignet ist, bei Akkorden im Bassbereich an das Riffing von Stones-Titeln erinnert und den Spieler trägt. Vor allem der Fender Blues Junior IV wartet mit mehr bassiger Tonentfaltung auf, der Tweed bringt hingegen mehr Höhen und Mitten und geht etwas eher als der Junior IV in die Knie. Marshalls Origin hat weniger Bässe und klingt sehr straff und drahtig, die Höhen sind ausgeprägt. Er reagiert auf Grund seiner vielen Höhen hervorragend beim Zurückdrehen des Volumenpotis an der Gitarre, so dass dynamische Soundformungen leicht von der Hand gehen.


1997 kam die JCM 2000 DSL Serie heraus. Die Topteile verfügten über zwei schaltbare Kanäle: Classic Gain und Ultra Gain. Der Combo DSL 401 verfügte mit Clean/ Crunch und Lead über drei Kanäle.



Der Unterschied zwischen den ersten DSL-Combos und der Reissue Serie DSL 40 CR von 2018



„The Classic Gain has two modes capable of providing classic Marshall tone and high gain modern tones, taking the player from a 1959 style clean right through to the snarl of a JCM800 2203. The Ultra Gain channel on the other hand also features two modes, mimicking the vibe of a hot-rodded 2203 or providing even higher gain and a gut-twisting mid-boost, all at the switch of a button.
Powered by EL34s and housing ECC83s, the remarkable versatility marked the DSL out as the first Marshall amp truly capable of playing any style of music, and upon its release was particularly lauded for its clean tones. On top of this the DSL also featured an effects loop and reverb to add even more adaptability.
Due to high demand and a need for a portable alternative, 20W and 40W combo versions of the DSL followed in 1998, named the DSL201 and DSL401. The DSL401 also featured a power switch to drop the amp’s output by half meaning it was equally at home on stage, in the studio, or at home.
Fast forward to 2012 and Marshall looked to revisit the JCM2000 DSL, and build a new series based around it featuring updated technology. This new DSL family featured a DSL100H 100W and a DSL15H 15W head, as well as the DSL40C 40W and DSL15C 15W combo. The modernised DSL range used largely the same components as the originals but also boasted some standout new features, such as a new resonance control, digital reverb, and a two-way footswitch.
The family expanded once again in 2018, with 1W versions specially aimed at bedroom players hitting the market; the DSL1C and DSL1H. On top of this a 5W combo was also launched, and the DSL15C 15W combo and the DSL15H 15W head were replaced with 20W versions so that every player could have a DSL with the power to suit their needs. The DSL 40 C was followed by a new updated version called 40 CR (Combo Reissue) – 4 channels ( 2 soundmodes each channel, two master volumes, loop
With over 20 years on stages around the world, and as the weapon of choice for Jeff Beck, Richie Sambora, Alex Deadman (Lady Bird), Shauna Tohill (Rews) and Gary Moore; the DSL is sure to be a standard for many more to come.

Absolut unverzichtbar für DSL 40 CR – der 6-fach-Footcontroller Marshall PEDL-91016








Gain auf 9 Uhr, Volume 16 Uhr, Volumepoti Treble Pick Up zurückgedreht…..


Some readers asked about handling the Marshall Code amp.
Marshall Code Amp got lots of options. Tweak around to find your dream sound by disabling e.g. cab simulation, power amp or pre amp or even all of them. Try out distortion or overdrive pedals. Listen to your patches on amp or recording desk. Add some modulation like vibrato, reverb and delay. Not to forget to have a look on the gate. Too much gate can kill the amp´s natural sound. Maybe it´s neccessary to disable cab simulation for a good live sound. For recording sake cab simulation may suit well.
Start creating your own patches like you would do on a real amp. Choose one preamp e.g. Plexi. Adjust Gain, Treble, Miiddle, Bass and Volume. Then add effects, distortion, cab sim…

You can easily use Marshall´s app on your mobile phone for easy adjusting the knobs.

Some new „home made“ patches for Marshall Code users:
Gary Moores neue Platte „How Blue Can You Get“ wird am 30. April 2021 posthum via Provogue/Mascot Label Group veröffentlicht.
Trackliste
1. I’m Tore Down
2. Steppin‘ Out
3. In My Dreams
4. How Blue Can You Get
5. Looking At Your Picture
6. Love Can Make A Fool Of You
7. Done Somebody Wrong
8. Living With The Blues
Press Release
This month marked the 10th anniversary of the death of former Thin Lizzy guitarist and solo star Gary Moore, and now Provogue Records have dug into the Moore archive to compile an album of previously unheard and unreleased songs.
How Blue Can You Get will be released on April 30 and contains eight tracks. First out of the gates is the Moore original In My Dreams, a Parisienne Walkways-esque ballad featuring that unmistakable Gary Moore tone.
Elsewhere on the album are versions of Freddie King‚s I’m Tore Down, Memphis Slim’s Steppin‘ Out, Elmore James‘ Done Somebody Wrong and BB King’s How Blue Can You Get, the song that gives the album its name. Full tracklist below.
„Gary Moore was a force,“ says Toto founder Steve Lukather. „His intensity, as well as his dynamic sweet soft tones, had such deep feel. He was a master, and I got to watch him play and meet him. He was a very nice man as well. His loss is felt by all who loved him, but we are blessed; we can still hear him play on the records, DVD’s, and all that will live forever. He was a one of a kind.“
„Gary Moore took the blues and turned it on its head for me,“ adds Black Crowes guitarist Chris Robertson. „His ferocity and his style of playing definitely has been an influence on me. There’s a ferociousness on what he does that can’t be matched.“
„We grew up in the business together, and he eventually became a major solo star,“ says ex-Whitesnake man Bernie Marsden. „I wasn’t remotely surprised, of course, as his playing was so astonishing, a great showman and performer. But to me, he was first and foremost, my friend, and I still miss him today! Enjoy this rare recording.“
Nachdem ja dieses Jahr der Winter in Würzburg ein wenig eingezogen ist, habe ich mir gedacht, die Wintergeschichten noch mal hier einzustellen. Viel Vergnügen beim Lesen!

Erst Frühmesse – dann Rhön
Von frühester Kindheit an ging es jeden Sonntag in die Rhön zum Schifahren. In den 60er und Anfangs der 70er gab es unzählige Skitage in der Rhön. Einmal so in den 70ern weiß ich noch, dass wir Ende April noch in der Rhön zum Skifahren waren. Unsere Schneesonntage begannen meist in dieser Weise: Aufstehen um 5.30 Uhr, dann in die Augustinerkirche zum 6 Uhr Gottesdienst, kurzes Frühstück, Anlegen der Skibekleidung in Form von langer Unter- und Keilhose mit Steg Rollkragen-pulli, darüber Wollpulli. Skier auf Träger und um 7.45 Uhr war Abfahrt. Autobahn bis Abfahrt Wildflecken und dann über die Rhönsträßchen durch die Dörfer zum Himmeldunk. Es gab einige wettermäßig sehr schöne Tage, aber meistens pfiff an diesem Hang unerbittlich der Wind, dass einem Hören und Sehen verging. Dabei wurden vom Wind so kleine Eispickelchen oder -nädelchen transportiert, die sich einem in die Haut bohrten. Die Füße in den Lederschnürstiefeln eiskalt, die Hände in den Fäustlingen ebenso. Oft war ich den Tränen nahe.
Mittagspause – im Auto
Rauf und runter bis um 12 Uhr, dann die Erlösung: Mittagspause. Wer jetzt denkt, wir wären wie das heute so Usus ist, in ein Wirtshaus rein, der irrt sich gewaltig. Es ging zum Parkplatz und in den BMW oder später dann Mercedes. Der Motor wurde angelassen. Die Thermoskanne mit heißem Schwarztee mit Zitrone wanderte von meinen Eltern in den Fond. Das Heißgetränk wurde in die Thermoskannenaufsatzbecher gefüllt. Das Auto erwärmte sich zügig und die von den kalten Lederstiefeln befreiten Füße begannen mit der nun beginnenden Blutzirkulation hemmungslos zu schmerzen. Nach dem Heißgetränk wurden nun Mettwurst-, Schinken- und Salamibrote herumgereicht, als Dessert Mandarinen. Die ganze Jause dauerte etwa ne halbe Stunde. Dann trieb uns mein Vater wieder hinaus. Wieder in diese vermaledeiten Schuhe mit den nassen Schnürsenkeln, den klammen Anorak an – gerade war´s noch so richtig kuschelig gewesen und jetzt wehte einem wieder dieser bitterkalte Wind um die Nase. Der Schal flatterte, die drückende Schibrille über Mütze und Kapuze. Manchmal nahm mein Vater meine Hände zwischen seine und rubbelte sie bis sie einigermaßen warm waren. Dann musste man auch noch Wasser lassen, hinter einem Baum im Windschatten gelbe Spuren in den Schnee zeichnen. Das Martyrium dauerte dann noch bis 16 Uhr. Durchgefroren, nass und müde ließen mein Bruder und ich uns auf der Rücksitzbank nieder. An dieser Stelle musste ich Konrad, meinen Vater, immer bewundern. Die nun wohlige Wärme ließ uns, Mutter inklusive, nach wenigen Kilometern in den Schlaf sinken und er fuhr uns mühelos, manchmal bei äußerst widrigen Wetterumständen nach Würzburg zurück. Als wir dann so um 18 Uhr in der Semmelstraße ankamen, entledigten wir uns der feuchten und klammen Skikleidung. Mein Vater eilte sofort in die Küche und kochte für uns: Bratwürste mit Kraut oder Schweinemedaillons oder Rumpsteaks. Dazu gab es Brötchen. Nach so einem Skitag war das einfach das Beste. Später fuhren wir dann immer an den Arnsberg. Da waren die Abfahrten länger und die Infrastruktur dann auch mit dem Doppellift besser. Allerdings hatte ich an diesem Berg ein großes Abenteuer zu bestehen.
Nebel-Irrwege
Das war, als ich etwa 9 Jahre alt war. Wie jeden Sonntag waren wir also zum Skifahren aufgebrochen. Das Wetter äußerst bescheiden: kalt, windig und dichter Nebel. Die Sicht lag bei unter 20 m. Nach der Mittagspause wieder auf die Bretter. Dichte Nebelwand. Irgendwie verlor ich den Anschluss an die anderen und folgte irgendwelchen Spuren – denn zu sehen war nichts als weiß. Und ehe ich mich versah, war ich von der Piste abgekommen. Nebelwände um mich herum. Und kein Laut zu hören. Ich irrte umher. War da nicht einer? Ich rief, ich schrie in das Weiß – keine Antwort. Dann flog ich auch noch hin und rutschte aus der Bindung und brachte selbige total vereiste im Tiefschnee nicht mehr zu. Jetzt bekam ich richtig Schiss. Mir war kalt und klamm. Ich lauschte. Nichts. Man hatte mir mal erzählt im Gebirge immer nach unten zu laufen. Also los. Ich heulte, weil ich wusste, dass bald die Dämmerung einsetzten würde. So stapfte ich ohne jegliches Zeitgefühl bergab durch Schneeverwehungen mit Skiern und Stöcken unter den Armen. Ich war echt am Verzweifeln und am Ende. Nach einer gefühlten Ewigkeit traf ich auf einen Parkplatz, an dem gerade ein Pärchen seine Langlaufskier auf´s Autodach hievte. Oh mein Gott! Ich glaube, die haben sofort erkannt, dass ich Hilfe brauchte. Ich erzählte alles und sie meinten, das könne ja nicht sein, da wir hier am Kreuzberg wären. Die guten Leute fuhren mich dann zum Arnsberg Parkplatz. Meine Eltern waren froh, mich wieder in die Arme schließen zu können. Nachdem ich die Strecke vom Arnsberg zum Kreuzberg schon im Sommer oft gewandert bin, weiß ich, wie es etwa zu dieser „Irrfahrt“ kommen konnte. Ich hatte damals verdammtes Glück. Wie ich hier diese Zeilen schreibe, fällt mir ein, dass Gunda und ich 2012 ein nicht unähnliches Erlebnis auf dem Weg zum Gampenpass in Südtirol hatten.
Skiunfälle
Skiunfälle gab es auch. Einmal habe ich mir eine Bänderverletzung zugezogen. Am nächsten Tag musste ich noch zur Schule. Gegen Abend war das Knie dreimal so dick. Ich lag dann eine Woche im Juliusspital und bekam nen Gips vom Ober- bis zum Unterschenkel. Bescheuert war, dass meine Eltern ohne mich in den gebuchten Skiurlaub fuhren. Mein Bein war dann erst mal für längere Zeit steif. Ein anderes Mal hat sich mein Freund Christoph Fincke am Arnsberg das Bein gebrochen. Der wurde dann auf die Rücksitzbank gelegt und von Vatern und Muttern nach Würzburg ins Krankenhaus gebracht. Schorsch und ich fuhren dann noch bis Liftschluss Ski. Vater holte uns abends wieder ab.
Willkommene Skifreizeit außerhalb der Ferien

1969 war ein ganz besonderer Winter. Ich bekam, weil ich immer so käsig und schmal war, mitten während der Schulzeit 2 Wochen Extraferien. Schon allein die winterliche Hinfahrt nach Saalbach/Österreich war ein Genuss: Ich sehe es noch, als wenn es gestern gewesen wäre: Ich wie Graf Koks auf dem fetten Beifahrersitz und im Radio lief Christian Anders „Geh´nicht vorbei!“

Heute völlig undenkbar. Das war toll, alles war so vornehm in Saalbach, so ähnliche Bilder vor Augen, wie wenn James Bond in St. Moritz ist. Meine Mutter kam dann eine Woche später nach und wir holten sie am Bahnhof in Zell am See ab. Mein Bruder weilte zur selben Zeit mit dem Siebold-Gymnasium in Hinterglemm. Erinnern tu ich mich noch an die Salzburger Nockerln, die es einmal zum Essen gab. Was für eine Süßspeise! Unsere Winterurlaube bzw. Skifreizeiten waren mit das Schönste in meiner Kinder- und Jugendzeit.
Schulskikurse, schulische Skifreizeiten und mit der MC an den Pizol

Am Siebold-Gymnasium nahmen wir auch stets an den Osterskifahrten teil. Besonders schön war Canazei. Da mussten die Skier noch ein ganzes Stück weit hoch zur Marmolata getragen werden. 1973 hatte mein Bruder Schorsch den Führerschein gemacht und im Winter 73 fuhr er mit mir und drei weiteren MC-lern in den Weihnachtsferien zu einem MC- Winterlager nach Wangs in der Schweiz. Mein Vater überließ ihm dafür seinen Benz und wir tuckerten mit surrenden Spikereifen los. Während der Hinfahrt hatten wir allerdings zweimal einen platten Spikereifen. Aber mein Vater nahm es bei jedem Telefonanruf locker und wir kamen wohlbehalten an. In Wangener Internat, das die MC gebucht hatte, war es super. Abends nach dem Skifahren gab es gegen 80 Rappen heiße Ovomaltine zu trinken.

Alternative Behandlung von Zahnschmerzen
Allerdings rumorte bald mein kariöser Backenzahn gewaltig. Ich hatte fürchterliche Zahnschmerzen in der Nacht. Irgendein Spaßvogel meinte, ich sollte den Schmerz mit „Mon Cheri“ betäuben und schön auf die Kirsche beißen. Das tat ich dann auch mit der gekauften Packung. Infolgedessen wurden die Zahnschmerzen aber noch schlimmer. Tagsüber waren sie beim Skifahren immer wie weggewischt. In der Nacht kamen sie dann vehement zurück.
Jean Claude Killy
Mein Bruder und ich waren begeisterte Skifahrer und wir eiferten unseren Idolen aus dem Skisport wie Jean Claude Killy etc. nach. Wir kauften beim Sport Dillmaier in der Würzburger Domstraße unsere Skier und es mussten Rossignol-Bretter mit Fersenautomatik sein. Nachdem die Spitzenskifahrer zu dieser Zeit begannen farbige Schnallenstiefel zu tragen, kam mein Bruder auf die glorreiche Idee, unsere schwarzen einfach rot zu lackieren. Gesagt getan. Nun hatten wir knallrote Stiefel. Allerdings plätterten Teile der Farben bei der Eiseskälte und durch den Gebrauch wieder ab. Aber toll sahen sie schon aus.
